Börse: Ökostrom-Aktien mit Überlebenschancen

ThemaEnergiewende

Börse: Ökostrom-Aktien mit Überlebenschancen

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Bau eines Solarparks

von Stefan Hajek

Nach Fukushima und dem Atomausstieg einiger Länder wähnten sich Wind- und Solarbranche vor einer glänzenden Zukunft. Doch die Hoffnungen sind schnell zerplatzt; nun droht gar eine Pleitewelle. Unternehmen, die überleben, sind für Anleger aber langfristig attraktiv.

Lukas Podolski gilt nicht als der große Rhetoriker unter den Fußballstars. Im Werbespot für den Solarkonzern Solarworld muss er nur kurze Sätze sprechen: „Bin tanken!“, und „Unser’n Strom machen!“, antwortet er der Frauenstimme aus dem Off, welche ständig wissen will, was Poldi so treibt. Der Star des 1. FC Köln betankt im Filmchen ein Elektroauto unter einem Solar-Carport und sonnt sich im Garten des Einfamilienhäuschens, das mit blauen Modulen von Solarworld bedeckt ist.

Nicht nur der Konzern des Solarpioniers und FC-Köln-Fans Frank Asbeck hat den Fußball als Werbeträger entdeckt. Es gibt kaum ein Bundesliga-Stadion, in dem nicht seit Neustem die besten Banden für Solarhersteller reserviert wären: in Hoffenheim Suntech, in Nürnberg Canadian Solar, in Leverkusen SunPower. Für Yingli wirbt Bayern München; Q-Cells lässt sich die Werbung mit deren ärgstem Widersacher Dortmund einige Millionen Euro im Jahr kosten. Erstaunlich: Die Clubs sind inzwischen oft weit finanzstärker als ihre Sponsoren aus der Solarbranche, von denen einige gegen die Pleite kämpfen.

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Ehrgeizige Pläne

Dabei stand die Industrie noch vor wenigen Monaten vor einer goldenen Zukunft. Nach dem Atomunglück in Fukushima hatte Deutschland dem Atomstrom abgeschworen, viele Staaten wollten folgen und legten ehrgeizige Pläne zum Ausbau der erneuerbaren Energien vor. Das müsste den Bedarf an Windrädern und Solarmodulen vervielfachen – so das Kalkül der Anleger. Die Aktien der Hersteller setzen zur Rally an. Nordex etwa machte in den Wochen nach Fukushima gut 60 Prozent plus; Solarworld 50 Prozent und Solon rund 200 Prozent.

Es war das sprichwörtliche Strohfeuer: Fast alle Solar- und Windaktien notieren heute tiefer als vor dem Atomunfall. Marktführer Solarworld etwa hat seit Mai 75 Prozent verloren; der weltweite Index der Solaraktien, Solex, ist seit dem Frühjahr um 50 Prozent eingebrochen, er verlor 40 Prozentpunkte mehr als der Rest der Börsen. Einige Anleihen der Firmen haben ihren Wert halbiert. Viele Investoren rechnen nicht damit, dass die Solar- und Windkonzerne ihre Schulden zurückzahlen.

50 Gigawatt Solarkapazität weltweit stehen nur 21 Gigawatt globaler Nachfrage gegenüber

Chancen für weitblickende Anleger

Für weitblickende Anleger tun sich so aber Chancen auf. Nachrichtenfluss, Investorenstimmung und Analysteneinschätzungen sind so einheitlich mies, dass es nicht verwunderte, wenn die Börse nach unten übertriebe. Zumal sich an den langfristigen Perspektiven der Wind- und Sonnenbranche nicht viel geändert hat. In einigen Jahren wird weltweit sehr viel mehr Strom aus erneuerbaren Quellen kommen als heute. Die Türkei, Südafrika, Mexiko, Brasilien, die USA, vor allem aber China und Indien bauen die Solar- und Windenergie aus. Wer jetzt Papiere der Hersteller ordert, die überleben werden, kauft wahrscheinlich günstig.

Geduld und Nervenstärke werden die Märkte Anlegern aber abverlangen. Denn zunächst steht die Industrie vor einer Marktbereinigung, die finanziell schwachbrüstige Hersteller nicht überleben werden. Solon, einst Vorzeigefirma der Branche, musste Mitte Dezember Insolvenz anmelden. Solon ist mit mehreren Hundert Millionen Euro verschuldet, die Verhandlungen mit den Banken sind gescheitert. Nun soll angeblich eine Investorengruppe eine Übernahme des insolventen Solar-Pioniers prüfen. Ausgang ungewiss. Anleger dürften jedoch so oder so den Gutteil ihrer Investments verlieren; das gilt sowohl für die Aktien als auch die Anleihen des Unternehmens.

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