Börse: So riskant sind die Dax-Aktien

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Börse: So riskant sind die Dax-Aktien

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Analyse der Dax-Aktien der letzten 27 Jahre.

von Niklas Hoyer

Viele Anleger meiden Aktien aus Angst vor Verlusten. Zu Recht? Unsere Auswertung über 27 Jahre zeigt, wie hoch die Risiken sind. Und vor allem, welche Dax-Aktie am sichersten - und welche am riskantesten ist.

Vielen Anlegern fällt es schwer, wenn nach dem Kauf einer Aktie deren Kurs fällt. Klar, auf lange Sicht sind die Verlustrisiken mit Aktien begrenzt. Meist holen Aktien selbst herbe Verluste wieder auf – wenn Anleger Geduld mitbringen. ‚Es sind nur Buchverluste‘, lautet deswegen die Beruhigungspille, die sich Anleger dann selbst verschreiben können.

Doch, wer ehrlich ist, kann auch Buchverluste nicht leiden. Vor allem bei unerfahrenen Anlegern ist zudem das Risiko groß, dass sie nach hohen, aber fundamental unbegründeten Kursverlusten ihrer Aktien die Nerven verlieren und doch verkaufen. Aus den Buchverlusten werden dann ganz reale Verluste. Oder aber – im Gegenteil – Anleger halten an Verlusttiteln fest, obwohl sich deren Geschäftsaussichten fundamental verschlechtert haben und nur noch wenig Aussicht auf Besserung besteht. Beide Szenarien voneinander zu unterscheiden, ist zudem nicht einfach, manchmal gar unmöglich, ohne Wahrsager-Qualitäten mitzubringen.

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Das Jahresende ist ein guter Zeitpunkt für eine nüchterne Bestandsaufnahme. Wie groß sind die Risiken überhaupt, mit großen, vermeintlich stabilen Unternehmen, wie sie etwa im Deutschen Aktienindex Dax gelistet sind, hohe Verluste zu erleiden? Wir haben den Fundus an Börsendaten ausgewertet und die Dax-Aktien einem exklusiven Risiko-Check unterzogen. Dabei ging es uns nicht darum, Risiken kleinzurechnen. Im Gegenteil, wir wollten wissen: Was drohte im schlechtesten Fall? Wie hoch war das Risiko, bei einem ungünstigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt viel zu verlieren?

Wieviel Verlust schon viel ist, ist relativ. Manchem Sparbuch-gewöhnten Anleger wird schon ein rascher Verlust von zehn Prozent schlaflose Nächte bereiten. Damit bringt er denkbar schlechte Voraussetzungen für die Börse mit. Zwischenzeitliche Verluste sind hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Doch bei höheren Verlusten, sagen wir: 30 Prozent, hört wohl für viele andere Anleger der Spaß auf. Die Vorstellung, dass sie Geld in der Aussicht auf ordentliche Erträge angelegt haben, und dann von 1000 investierten Euro nur noch 700 Euro übrig sind, gefällt niemandem.

Was hätte man mit dem Geld, das sich da soeben in Luft aufgelöst hat, nicht alles kaufen können?

Blicken wir also zurück. Und weil die Börse weniger für die kurz- als für die langfristige Geldanlage sinnvoll ist, schauen wir weit zurück. Der Datendienstleister Bloomberg stellt für 19 der 30 heutigen Dax-Aktien Kurse seit Oktober 1989 zur Verfügung, also mit Start vor über 27 Jahren. Die übrigen heutigen Dax-Aktien haben wir in die Analyse einbezogen, sobald Daten vorlagen. Meist war das kurze Zeit später. Am kürzesten liegen Daten für das Wohnungsunternehmen Vonovia vor, das erst im Juli 2013 – damals noch als Vorläufer-Unternehmen Deutsche Annington – an der Börse startete.

Die Analyse ist in diesem Fall wenig aussagekräftig, bei allen Durchschnittsberechnungen haben wir es daher ausgeschlossen. Die Auswertung endete für alle Aktien am 20. Dezember 2016.

Gemessen an den möglichen Einstiegstagen (7087 waren es) seit 1989 (und dabei jeweils zum Tageshöchstkurs) lag das Risiko, im schlimmsten Fall 30 Prozent oder mehr zu verlieren (beim Ausstieg zum Tagestiefstkurs), im Durchschnitt bei 58 Prozent. Betrachtet man also zehn zufällig gewählte Einstiegstage, hätte man an 5,8 davon, später irgendwann mal 30 Prozent oder mehr verloren gehabt. In den allermeisten Fällen blieb es natürlich nicht bei dem Verlust, später stiegen die Kurse wieder, außerdem bleiben auch die womöglich seit dem Kaufzeitpunkt gezahlten Dividenden unberücksichtigt. Doch Fakt bleibt, die Anleger mussten dann ertragen, zumindest zwischenzeitlich einen Verlust von 30 Prozent oder mehr auf ihrem Depotauszug zu sehen.

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