Börse Tokio: Berlusconis Rückzug beschwingt die Japaner

Börse Tokio: Berlusconis Rückzug beschwingt die Japaner

, aktualisiert 09. November 2011, 08:10 Uhr
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Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Rücktrittsankündigung von Silvio Berlusconi hat auch die Börse in Tokio nach oben getrieben. Dagegen stürzten die Aktien von Olympus nach der Offenlegung eines Bilanzskandals um ein Fünftel ab.

TokioDie Rücktritts-Ankündigung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die meisten asiatischen Börsen am Mittwoch beflügelt. Anleger schöpften Hoffnung, dass das schuldengeplagte Land nun dringend benötigte Reformen vorantreibt und so eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise verhindert wird. Zudem half der Rückgang der Inflationsrate in China.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,2 Prozent fester mit 8755 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 1,5 Prozent zu auf 749 Zähler zu. Auch die Märkte in Hongkong , Australien , Singapur , Shanghai und Südkorea verzeichneten Gewinne. Lediglich in Taiwan ging es um ein halbes Prozent bergab.

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Berlusconi hatte am Dienstag die Konsequenz aus dem Verlust der Parlamentsmehrheit gezogen und seinen Rücktritt angekündigt. Er wird nach eigenen Worten sein Amt abgeben, sobald die von den europäischen Partnern verlangte Reformen vom Parlament verabschiedet sind. Damit wird noch für November gerechnet. Italien kann sich an den Finanzmärkten nur noch zu Rekordzinsen finanzieren und steht zusammen mit Griechenland im Zentrum der Euro-Schuldenkrise.

In China hat sich die Preissteigerung weiter verlangsamt. Die Inflationsrate sank im Oktober auf 5,5 Prozent. Es war der dritte Rückgang in Folge, nachdem die Rate im Juli mit 6,5 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren betragen hatte. Die Entwicklung verschafft der Regierung in Peking Luft bei der Zügelung der Geldmenge.

Im Fokus der Investoren stand zudem erneut der von einem Betrugsskandal erschütterte Kamerahersteller Olympus . Die Papiere stürzten um weitere 20 Prozent ab. Ende Juni kosteten die Papiere noch mehr als das Fünffache des aktuellen Kurses. Das Unternehmen hatte am Dienstag eingeräumt, über Jahrzehnte hinweg Verluste aus Wertpapier-Geschäften verheimlicht und bewusst falsch verbucht zu haben.

Um 4,1 Prozent verteuerten sich dagegen die Aktien von Nomura . Das größte japanische Handelshaus wies Medienberichte zurück, wonach es in die Vorgänge bei Olympus verwickelt sein könnte.

Auch der Euro wurde von der Entwicklung in Italien gestützt. Die Gemeinschaftsdevise wurde in Fernost mit 1,3837 Dollar gehandelt, wenig verändert im Vergleich zum späten New Yorker Handel. Zum Yen notierte der Euro mit 107,24 Yen etwas tiefer.

Quelle:  Handelsblatt Online
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