Börse Tokio: Der Nikkei verliert fast zwei Prozent

Börse Tokio: Der Nikkei verliert fast zwei Prozent

, aktualisiert 15. Dezember 2011, 08:08 Uhr
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Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Schuldenkrise in Europa hinterlässt Spuren. Die Kurse an der Börse in Tokio fallen kräftig. Die Aktien des skandalgeschüttelten Kameraherstellers Olympus vollführen einen besonders spektakulären Sturzflug.

TokioSorgen vor einer weiteren Verschärfung der Euro-Schuldenkrise haben die asiatischen Börsen am Donnerstag deutlich ins Minus gedrückt. Investoren trennten sich von risikoreichen Anlagen und flüchteten in als sicher geltende Staatsanleihen und den Dollar. Zum Pessimismus trugen weitere Anzeichen für eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft bei.

Wegen rückläufiger Aufträge kletterte der Einkaufsmanagerindex PMI der britischen Großbank HSBC  für Chinas Industrie im Dezember nur auf 49 Zähler nach 47,7 im November. Erst ein Wert über der Marke von 50 Punkten signalisiert Wachstum.

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In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  1,7 Prozent auf 8377 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,6 Prozent auf 725 Punkte nach. Abschläge verzeichneten auch die Börsen in Südkorea, Singapur, Hongkong, Shanghai und Taiwan.  

Hauptgrund für die trübe Stimmung seien nach wie vor Sorgen, dass es kein rasches Handeln bei der Bekämpfung der Schuldenkrise gebe, sagten Händler. „Da der Optimismus nach dem EU-Gipfel rasch verflogen ist, wächst die negative Stimmung über die Lage in Europa“, sagte Toshiyuki Kanayama, Analyst bei Monex Inc. Die Schuldenkrise werde noch mindestens das erste Halbjahr 2012 andauern, zeigte sich auch Ong Yi Ling, Investmentanalyst bei Phillip Futures, pessimistisch.  

Händler verwiesen insbesondere auf die jüngste Auktion italienischer Staatsanleihen, bei der die Regierung in Rom trotz der neuen EU-Sparbeschlüsse Zinsen in Rekordhöhe zahlen musste. Zudem stufte die Ratingagentur Fitch fünf europäische Banken herunter und bewertet unter anderem die Bonität der französischen Großbank Credit Agricole schlechter.   

Bei den Einzelwerten stach in Tokio die Aktie des angeschlagenen Kameraherstellers Olympus hervor. Die Papiere stürzten 20,8 Prozent ab. Das Unternehmen hatte bei der Vorlage korrigierter Bilanzen ein Milliardenloch aufgedeckt.   

Schifffahrtskonzerne standen ebenfalls auf dem Verkaufszettel. Anleger befürchteten, ein Abschwung der Weltwirtschaft könnte deren Geschäfte beeinträchtigen. Die Aktien von Nippon Yusen verloren 4,6 Prozent, die Titel von Kawasaki Kisen 4,8 und die Papiere von Mitsui OSK Lines 5,5 Prozent.   

Der Euro verbesserte sich nur leicht und lag weiter nahe seines schwächsten Stands seit elf Monaten. Die Gemeinschaftswährung wurde 1,2990 Dollar bewertet, nur leicht verbessert nach 1,2980 Dollar zum New Yorker Handelsschluss am Vortag.

Quelle:  Handelsblatt Online
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