Börse Tokio: Euphorie an Japans Börse gebremst

Börse Tokio: Euphorie an Japans Börse gebremst

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Ein Fußgänger schaut auf die Anzeigetafeln der Börse Tokio

von Andreas Toller

Der wirtschaftliche Radikalkurs des neuen Regierungschefs Shinzo Abe hatte Japans Börse ordentlich Schwung verliehen. Jetzt kehrt Ernüchterung ein. Analysten werden zunehmend skeptisch.

Zum Ende der Woche liegt der Leitindex an der Tokioter Börse, der Nikkei 225, mit knapp sechs Prozent deutlich im Minus, am gestrigen Handelstag verlor er 1,6 Prozent. Die Verluste im August sind dabei Ausdruck wachsender Ernüchterung und Skepsis über den Erfolg des Premierministers Shinzo Abe, der angetreten war, der japanischen Wirtschaft mit einer inflationsfreundlichen Geldpolitik sowie Strukturreformen neuen Schwung zu verleihen.

Die Zweifel daran, ob der japanische Regierungschef mit seiner Politik der „Abenomics“ Erfolg hat mehren sich nicht zuletzt, weil Japan aufgrund der weltrekordhohen Staatsverschuldung sparen muss. Am Donnerstag hat die Regierung einen Plan zur Reduzierung des Staatsdefizits von 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgestellt. Am gleichen Tag hat die Notenbank Bank of Japan bekanntgegeben, an einer Verdoppelung der Geldmenge bis Ende des kommenden Jahres festzuhalten, obwohl die Börse auf eine Ausdehnung der Geldschwemme gehofft hatte.

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Geldschwemme der Notenbank Japan druckt sich in die Pleite

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Eine Verdopplung der Geldmenge soll Japans Wirtschaft zu mehr Wachstum verhelfen - indem der Yen an Wert verliert.

Die politisch motivierte Entscheidung der Notenbank vom April, die Geldmenge massiv auszudehnen, hatte die Märkte deutlich beflügelt. Über Ankäufe japanischer Staatsanleihen im Volumen von 72,5 Milliarden Dollar pro Monat sollte der Yen geschwächt, die Exporte angekurbelt und die Importe verteuert werden. Auch Konjunkturprogramme der neuen Regierung zur Belebung des Binnenmarktes beflügelten die Börse. Seit Jahresbeginn liegt der Nikkei 225 immer noch 27,3 Prozent im Plus. Für beide Maßnahmen bekam die japanische Regierung das Lob des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Nun aber fordert der IWF auch die Umsetzung der dringend notwendigen Strukturreformen, insbesondere zur Lockerung des Arbeitsmarktes und zum Abbau des Staatsdefizits. Ob Abe diese Maßnahmen durchsetzen kann und will, ist jedoch fraglich. Zum einen muss der recht starre Arbeitsmarkt reformiert werden, denn das Modell einer Anstellung auf Lebenszeit ist nicht mehr zeitgemäß.

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