Börse Tokio: Ruhe in Nordkorea treibt Asien-Börsen

20. Dezember 2011, aktualisiert 20. Dezember 2011, 07:57 Uhr
Ein Mann vor einer Börsenanzeigentafel in Tokio. Quelle: dapdBild vergrößern
Ein Mann vor einer Börsenanzeigentafel in Tokio. Quelle: dapd
Quelle: Handelsblatt Online

In Nordkorea verläuft die Machtübernahme scheinbar ruhig. Das beflügelt die Börsen in Asien. Negativ wirken aber Nachrichten aus Europa.

TokioDie Börsen in Asien haben am Dienstag ihre Verluste nach dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il teilweise wettgemacht. Vor allem kurzfristig orientierte Anleger kauften wieder Aktien. Von der koreanischen Halbinsel kamen zunächst keine Hinweise auf eine Destabilisierung.

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Ein Plus von 0,9 Prozent an der südkoreanischen Börse sorgte für Erleichterung bei den Händlern. „Die Entwicklung in der vergangenen Nacht lässt kurzfristige Unruhen wenig wahrscheinlich erscheinen“, sagte Makoto Noji von SMBC Nikko Securities. Marktteilnehmer seien am Montag verängstigt gewesen und hätten überreagiert. Allerdings handele es sich hauptsächlich um Rückkäufe. Eine Trendwende sei nicht in Sicht.

An den asiatischen Börsen ging weiter die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa um.   Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent im Plus bei 8336 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,3 Prozent auf 718 Punkte. Auch die Börsen in Seoul und Hongkong und Taiwan  konnten zulegen. Die Börse in Singapur verlor 0,1 Prozent.  

Nachrichten aus Europa sorgten dafür, dass sich die Gewinne in Grenzen hielten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sagte am Montag vor dem Europaparlament, die Banken dürften vor allem im ersten Quartal 2012 Schwierigkeiten bei der Refinanzierung haben. Im halbjährlichen EZB-Finanzstabilitätsbericht hieß es zudem, die Stabilität des Finanzsystems der europäischen Währungsunion sei in Gefahr.

Die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruchs von Großbanken sei gestiegen. „Ich bezweifle, dass die Sorgen um die Schuldenkrise im Januar verschwinden“, sagte Analyst Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Investoren würden sich weiter von Aktien fernhalten. Auch der Euro litt unter den Ankündigungen der EZB. Die Gemeinschaftswährung wurde in Asien bei 1,3014 Dollar gehandelt, etwas unter dem Höchstwert vom Vortag von 1,3044 Dollar.   

Bei den Einzelwerten standen Mitsubishi Heavy Industries und IHI im Fokus der Anleger, nachdem Japan bekanntgab, 42 Kampflugzeuge von Typ F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin kaufen zu wollen. Nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums sollen die beiden Unternehmen in die Produktion einbezogen werden. Die Aktie von Mitsubishi Heavy Industries legte um 1,9 Prozent zu, das Papier von IHI Corp gewann 2,2 Prozent.   

Die Aktien des angeschlagenen Kameraherstellers Olympus erholten sich deutlich. Einem Medienbericht zufolge will das Unternehmen mit Hilfe von Sony and Fujifilm seine Kapitalausstattung stärken. Auch wenn Olympus dementierte, eine Entscheidung getroffen zu haben, gewannen die Papiere des Traditionsunternehmens über 16 Prozent.   

Zu den Verlieren gehörten vor allem Bankentitel, die den Vorgaben aus New York folgten und auf die Warnung der EZB reagierten. Der Tokioter Bankenindex gab um 0,6 Prozent nach.  

Zuvor hatten die US-Börsen ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 11.766 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1205 Punkten, ein Minus von 1,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent und ging mit 2523 Punkten aus dem Handel.

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