_

Börse Tokio: Schwächer Yen lässt Nikkei steigen

Quelle: Handelsblatt Online

Geht es abwärts für den Yen, geht es aufwärts an der Börse: So war es in Tokyo auch am Dienstag. Die Investoren sind erleichtert, dass die USA die Japaner im Kampf gegen die Deflation unterstützen.

Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio. Quelle: Reuters
Eine Börsen-Anzeigentafel in Tokio. Quelle: Reuters

TokioDie Tokioter Aktienbörse hat am Dienstag dank eines schwächeren Yens kräftig zugelegt. Der Nikkei-Index stieg bis zum Mittag (Ortszeit) um 2,4 Prozent auf 11.422 Punkte. Die japanische Währung notierte bei 94,20 Dollar. Anleger zeigten sich erleichtert, weil das US-Finanzministerium erklärte, die Vereinigten Staaten würden Japan beim Kampf gegen die Deflation unterstützen. Die Bemerkungen von Staatssekretärin Lael Brainard hätten dem Markt Vertrauen gegeben, sagte ein Analyst.

Anzeige

Einige westliche Staaten sind besorgt, dass sich Japan mit einer künstlichen Abwertung seiner Währung einen Wettbewerbsvorteil auf dem Weltmarkt verschaffen könnte. Das Thema kommt auch auf einem Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in dieser Woche in Moskau zur Sprache.

Gefragt waren in Tokio vor allem Exportunternehmen wie Toyota. Die Aktie lag um 2,8 Prozent im Plus. Anteilsscheine von Sony stiegen um 3,2 Prozent. Nissan gaben dagegen um 3,75 Prozent nach. Der Autobauer ließ bei der Vorstellung der Quartalszahlen seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr unverändert und enttäuschte damit Investoren.

Anleger in Japan feierten am Montag ein verlängertes Wochenende. Wegen eines Feiertags blieben die Märkte geschlossen. Die Pause konnten die Investoren nach dem wilden Ritt vorige Woche gut gebrauchen. Erst rauschte der Markt hoch, am Mittwoch zeitweise um vier Prozent. Danach schoss der Yen hoch und damit der Nikkei-Aktienpreisdurchschnitt ebenso rasant wieder runter. Am Freitag ging der Nikkei mit 11.153,16 Yen aus dem Handel und unterbrach damit seine dreimonatige Gewinnstrecke.

Experten meinen, dass es so bewegt weiter gehen könnte. Ausgelöst durch den Regierungswechsel im Dezember 2012 sei die Stimmung radikal umgeschlagen, meint Robert Feldman, Chefvolkswirt von Morgan Stanley MUFG in Tokio. Der Japan-Pessimismus ist einer Japan-Euphorie gewichen. Nun befänden sich die Märkte in einer Erwartungsphase, in der die Anleger auf Ereignisse mit wilden Schwankungen reagieren könnten. „Bisher preisen die Märkte ein, dass die Regierung sehr wahrscheinlich Erfolg haben werde“, so Feldman. „Aber die Investoren werden nicht ewig von Hoffnung allein leben wollen. Um zur nächsten Phase zu schreiten, brauchen die Märkte Belege.“

Die Liste der Felder ist lang: Mit zunehmender Zeitdauer, mit denen die Erfolge deutlich werden beginnt sie mit der Geldpolitik. Der erste Test für die Inflationspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe ist die Berufung eines neuen Notenbankchefs sowie seiner zwei Stellvertreter, die bis Mitte März erfolgen muss. Danach folgen statistische Beweise, dass die Konjunkturprogramme auch wirklich ausgegeben werden, dass die Firmen mehr investieren, ein glaubwürdiger Sanierungsplan für Japans hochverschuldeten Haushalt, eine Wachstumsstrategie inklusive Strukturreformen und – das wird wohl am längsten dauern – dass auch die Preise und Gehälter wieder steigen.


Rückkehr zu Wachstum ist eingepreist

In der Zwischenzeit werden die Märkte wahrscheinlich zwischen Hoffen und Bangen schwanken. Bilanzen sind als absehbare Markttreiber diese Wochen nicht zu erwarten, da die großen Elektronik- und Autokonzerne ihre Neun-Monatsbilanzen bereits vorgelegt haben. Aber dafür schauen die Analysten und Ökonomen mit Spannung auf zwei Ereignisse am Donnerstag:
Am Morgen japanischer Zeit (nachts in Deutschland) wird die Regierung zuerst ihre erste Schätzung für das Bruttoinlandsprodukts im Weihnachtsquartal vorlegen. Alles andere als eine Rückkehr zu Wachstum würde die Märkte extrem negativ überraschen. Denn inzwischen gehen Ökonomen davon aus, dass Japan im vergangenen Quartal seine Mini-Rezession überwunden hat.

Am Nachmittag wird die Notenbank dann über ihre Geldpolitik entscheiden. Große Schritte wären eine Überraschung, weil die Bank von Japan erst im Januar ihre Geldpolitik weiter gelockert hatte und Notenbankchef Masaaki Shirakawa auf dem Weg in den Ruhestand ist. Aber die Märkte sollten die Märkte Zeichen erspähen, dass die Geldhüter Willens sind, noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, könnte es wieder einen kleinen positiven Schub geben.

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Warnsignale für die Märkte
Warnsignale für die Märkte

Die Risiken an den Aktienbörsen nehmen zu. Immer mehr Blue Chips drehen ab. Kein gutes Zeichen für die nächsten Wochen....

Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE

    Tweets der WiWo-Redaktion

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.