Börse: Unterbewertete Aktienstars

Börse: Unterbewertete Aktienstars

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Aktienkurse fallen in eine Hand (mit Maßstab)

von Martin Gerth, Christof Schürmann und Annina Reimann

Am Aktienmarkt herrscht weiter Nervosität. Ein erneuter Crash ist möglich. Dennoch lohnt sich die Suche nach zu stark im Kurs gedrückten, unterbewerteten Papieren. Welche Titel viel Potenzial nach oben haben, wann Anleger einsteigen sollten.

Kult-Moderator Jim Cramer zeigt in „Mad Money“ beim TV-Sender CNBC ballernde Terroristen und brennende Autos, dann lässt er die Herztöne des sterbenden Euro verstummen – und wischt alles beiseite: All dies sei nur Panikmache durchgedrehter Medien, schimpft der ehemalige Hedgefondsmanager und brüllt seine Fans an: „Rennt nicht vor den schlechten Nachrichten weg, sondern profitiert.“ Nicht jede Hiobsbotschaft gehe auf Kosten der Unternehmensgewinne. Damit es auch ängstliche Anleger kapieren, hämmert ihnen Cramer ein: „Kauft kaputte Aktien, nicht kaputte Unternehmen.“

Deutsche Unternehmen sind alles andere als kaputt. Ihre Aktien aber sehen, nach 17 Prozent Kursverlust im Dax im August, alles andere als gesund aus. Ist es deshalb schon Zeit, wieder einzusteigen?

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Hedgefonds haben die Kurse gedrückt

Kursverlauf von Abb

Kursverlauf von Abb

Auf breiter Front sicher nicht: Auch wenn die Aussichten für viele Dax-Unternehmen gar nicht so übel sind, ist eine zweite Verkaufswelle wegen schwächelnder Banken und angeschlagener Hedgefonds nicht ausgeschlossen. Wie schon 2008 ziehen im Moment die Banken die Börsen in den Keller. Da sie sich gegenseitig seit Wochen sukzessive weniger kurzfristiges Geld geliehen haben, mussten sie sich Liquidität anderswo beschaffen.

Kursverlauf von Puma

Kursverlauf von Puma

Sie verlangten von Hedgefonds und anderen Banken höhere Sicherheiten für Kredite – oder drehten den Geldhahn für Börsengeschäfte zu. Die Fonds mussten Geld beschaffen und verkauften, was sich am schnellsten zu Geld machen lässt: hoch liquide Dax-Aktien.

Wenn aber Hedgefonds, die den Börsenhandel zu 70 Prozent dominieren, ihre Aktien auskehren, treffen sie auf immer schwächere Nachfrage. Privatanleger und Versicherer, die noch in den Neunzigerjahren bei jeder Kurskorrektur die Hand aufhielten, haben sich zurückgezogen.

Bevor sich die Märkte, auf denen Banken sich untereinander Geld leihen, nicht stabilisieren, stehen die Chancen für Dax-Aktien und andere Standardwerte also eher schlecht. Chancen ergeben sich vor allem bei kleinen und mittelgroßen Einzelwerten, die mit anderen aus ihrer Branche an Paniktagen abverkauft wurden – ohne Rücksicht auf individuelle Stärken.

Gegen den Strom schwimmen

Besonders unbeliebt sind gerade Aktien aus konjunkturempfindlichen Branchen wie Maschinenbau oder Automobilzulieferer. So etwa SAF Holland, die Anhängerkupplungen und Achsen für Lkws herstellen. Dass das Geschäft brummt, hat die Börse ignoriert. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass wir unseren Umsatz auf Gesamtjahressicht um bis zu 25 Prozent steigern werden“, sagt Detlef Borghardt, Chef von SAF Holland.

Dass es sich für Anleger lohnt, gegen den Strom zu schwimmen, belegt eine Studie des US-Analyse-Unternehmens Ford Equity Research. Im Zeitraum 1978 bis 1998 warfen Portfolios, die auf angeschlagene Unternehmen aus dem S&P 500 setzten, im Schnitt acht Prozentpunkte pro Jahr mehr ab als der Index insgesamt.

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