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Börse: Wolkenkratzer-Indikator warnt: Achtung, Crash!

von Günter Heismann

Der aktuelle Bau des bald höchsten Gebäudes der Welt sollte Investoren mahnen: Es könnte bergab gehen mit den Aktienmärkten.

Das mittlerweile abgerissene Singer Building in New York war seinerzeit 187 Meter hoch. Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahr 1908 hatte eine Bankenpanik für einen Einbruch des Dow Jones Index gesorgt.

Bild: GNU

Changsha liegt irgendwo im chinesischen Nirgendwo, etwa auf halber Strecke zwischen dem malerischen Kanton und der alten Kaiserstadt Xi’an. Doch bald wird die chinesische Provinzstadt mit ihren acht Millionen Einwohnern eine Attraktion haben, die Besucher weg vom kantonesischen Pearl River und den weltberühmten Terrakotta-Soldaten Xi’ans ziehen könnte: In Changsha soll der höchste Turm entstehen, der je gebaut wurde. „Himmelsstadt“ heißt der gigantische Wolkenkratzer, den eine chinesische Baufirma bis Anfang 2013 errichten soll. 220 Stockwerke, Wohnraum für 17.400 Menschen, 838 Meter hoch – ein Gigant, der zehn Meter mehr messen würde als der jetzige Wolkenkratzer-Rekordhalter – der Burj Khalifa in Dubai. Rund eine Milliarde wird die Himmelsstadt kosten.

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Himmelsstadt als negatives Signal für Anleger

Markiert der Riesenturm einen neuen Triumph der Architekten über die Schwerkraft? Oder ist er schlicht Ausdruck von Größenwahn – ein Zeichen dafür, dass eine Blase auf Chinas Immobilienmarkt entstanden ist, die bald platzt? „Anleger sollten die geplante Himmelsstadt durchaus als negatives Signal sehen“, sagt Gunter Löffler, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm. Denn die Erfahrung lehrt: Wird mit dem Bau eines Wolkenkratzers begonnen, der alte Höhenrekorde brechen soll, dann gehen Investoren besser in Deckung. Oft gerät während des Baus oder zum Zeitpunkt der Fertigstellung die Welt in eine Finanzkrise, und Aktienmärkte brechen ein. So startete der Nähmaschinenkonzern Singer 1906 in New York den Bau einer neuen Verwaltung, die das höchste Gebäude der Welt werden sollte. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung 1908 hatte eine Bankenpanik um sich gegriffen und den Dow Jones Index in den Keller geschickt.

Zwei Jahrzehnte später lieferten sich übermütige Bauherren einen Wettlauf um den höchsten Wolkenkratzer: Von 1928 bis 1931 wurden auf dem Felsen von Manhattan drei Bürotürme errichtet, die bis heute das Stadtbild von New York prägen: das Chrysler Building, das Trump Building und das Empire State Building. Die Rekordjagd erwies sich als Fanal für den „Schwarzen Donnerstag“, der die Wall Street am 24. Oktober 1929 ereilte.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.08.2012, 10:25 UhrMauserspeck

    Soviel zur Rationalität der Finanzmärkte.
    Allen Anlegern wünsche ich weiterhin viel Glück.

  • 19.08.2012, 11:51 UhrAndiDD

    Nein Gottvater, Sie müssen natürlich keine Angst um Ihre Ersparnissse haben, weil die Garage Ihres Nachbarn ja einerseits keinen Höhenrekord aufstellt und andererseits kein besonderes Wagnis darstellen dürfte. Sie können also weiterhin beruhigt sparen. Aber es ist gut, dass Sie fragen. Wer nicht fragt, kann nämlich auch nichts dazulernen.

  • 19.08.2012, 11:04 UhrGottvater

    Dieser "Herr Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm" meint das ja wohl nicht ernst. Oder er will beweisen, dass seine Zunft aus Esoterikern und Kaffeesatzlesern besteht. Gilt das Phänomen auch kleinräumlich? Mein Nachbar stockt nämlich gerade seine Garage auf. Muss ich Angst um meine Ersparnisse haben?

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