Bild: GNUDas mittlerweile abgerissene Singer Building in New York war seinerzeit 187 Meter hoch. Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahr 1908 hatte eine Bankenpanik für einen Einbruch des Dow Jones Index gesorgt.
Bild: REUTERSWährend des Baus des New Yorker Chrysler Building (Bildmitte, 319 Meter, Bauzeit 1928 bis 1930) fand der wohl prominenteste Börsencrash statt: der „Schwarze Donnerstag“ vom 24. Oktober 1929 an der Wall Street.
Auch die Errichtung des Empire State Building (im Bild rechts), dem mit dem Auftritt im Film „King Kong“ ein cineastisches Denkmal gesetzt wurde, fällt in das zeitliche Umfeld des „Schwarzen Donnerstag“ von 1929. Der Bau des 381-Meter-Giganten begann 1930, vollendet wurde er ein Jahr später.
Bild: dpaDer 442 Meter hohe Sears Tower in Chicago (gebaut von 1970 bis 1974) kann wie das World Trade Center in New York als Vorbote der Stagflation der Siebzigerjahre verstanden werden. Die Kombination aus stagnierendem Wachstum und hoher Inflation drückte damals auf die Aktienkurse.
Bild: REUTERSDie Petronas Towers in Kuala Lumpur/Malaysia sind 452 Meter hoch. Sie wurden von 1993 bis 1998 errichtet – 1997 begann die Asienkrise.
Bild: APDas Taipei 101 in Taiwan steht für das Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Es ist 508 Meter hoch und wurde zwischen 1999 und 2004 errichtet.
Bild: REUTERSDer Burj Khalifa in Dubai ist derzeit noch das höchste Gebäude der Welt. Das 828 Meter hohe Gebäude wurde zwischen 2004 und 2010 gebaut und verkörpert die exzessiven Immobilienspekulationen des Emirats.

Der Tiankong Chengshi, die „Himmelsstadt“ in China, soll 2013 fertiggestellt werden. Mit 838 Metern ist es dann das höchste Gebäude der Welt – ein schlechtes Omen für den Aktienmarkt?
Illustration: Javier Zarracina
Das mittlerweile abgerissene Singer Building in New York war seinerzeit 187 Meter hoch. Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung im Jahr 1908 hatte eine Bankenpanik für einen Einbruch des Dow Jones Index gesorgt.
Changsha liegt irgendwo im chinesischen Nirgendwo, etwa auf halber Strecke zwischen dem malerischen Kanton und der alten Kaiserstadt Xi’an. Doch bald wird die chinesische Provinzstadt mit ihren acht Millionen Einwohnern eine Attraktion haben, die Besucher weg vom kantonesischen Pearl River und den weltberühmten Terrakotta-Soldaten Xi’ans ziehen könnte: In Changsha soll der höchste Turm entstehen, der je gebaut wurde. „Himmelsstadt“ heißt der gigantische Wolkenkratzer, den eine chinesische Baufirma bis Anfang 2013 errichten soll. 220 Stockwerke, Wohnraum für 17.400 Menschen, 838 Meter hoch – ein Gigant, der zehn Meter mehr messen würde als der jetzige Wolkenkratzer-Rekordhalter – der Burj Khalifa in Dubai. Rund eine Milliarde wird die Himmelsstadt kosten.
Himmelsstadt als negatives Signal für Anleger
Markiert der Riesenturm einen neuen Triumph der Architekten über die Schwerkraft? Oder ist er schlicht Ausdruck von Größenwahn – ein Zeichen dafür, dass eine Blase auf Chinas Immobilienmarkt entstanden ist, die bald platzt? „Anleger sollten die geplante Himmelsstadt durchaus als negatives Signal sehen“, sagt Gunter Löffler, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm. Denn die Erfahrung lehrt: Wird mit dem Bau eines Wolkenkratzers begonnen, der alte Höhenrekorde brechen soll, dann gehen Investoren besser in Deckung. Oft gerät während des Baus oder zum Zeitpunkt der Fertigstellung die Welt in eine Finanzkrise, und Aktienmärkte brechen ein. So startete der Nähmaschinenkonzern Singer 1906 in New York den Bau einer neuen Verwaltung, die das höchste Gebäude der Welt werden sollte. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung 1908 hatte eine Bankenpanik um sich gegriffen und den Dow Jones Index in den Keller geschickt.
Zwei Jahrzehnte später lieferten sich übermütige Bauherren einen Wettlauf um den höchsten Wolkenkratzer: Von 1928 bis 1931 wurden auf dem Felsen von Manhattan drei Bürotürme errichtet, die bis heute das Stadtbild von New York prägen: das Chrysler Building, das Trump Building und das Empire State Building. Die Rekordjagd erwies sich als Fanal für den „Schwarzen Donnerstag“, der die Wall Street am 24. Oktober 1929 ereilte.
- Seite 1: Wolkenkratzer-Indikator warnt: Achtung, Crash!
- Seite 2: Höhenrekorde und Tiefstände























