Börsen: Absturz der Malaysia-Maschine verunsichert Anleger

Börsen: Absturz der Malaysia-Maschine verunsichert Anleger

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Bruchstücke der abgestürzten Malaysia Airlines Maschine in der Nähe des ungarischen Dorfes Rozsypne. 298 Menschen kamen dabei ums Leben.

Der mutmaßliche Abschuss eines Passagierflugzeugs über der Ost-Ukraine hat die europäischen Börsen am Freitag erneut belastet.

"Da die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine bereits hoch sind, besteht die Gefahr, dass die Krise außer Kontrolle gerät", sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Analyst Mateusz Sutowicz von der Millennium Bank betonte allerdings, dass aggressive Töne aus der Politik als Reaktion auf das Unglück bislang ausgeblieben seien. Daher hielten sich die Kursverluste in Grenzen. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 9720 Punkte, der EuroStoxx50 gewann 0,2 Prozent auf 3164 Zähler. Auf Wochensicht gelang auch dem Dax ein Plus von 0,6 Prozent.

Am Donnerstag war eine Maschine der Malaysia Airlines mit knapp 300 Menschen an Bord über der Ost-Ukraine abgestürzt. In dem Gebiet liefern sich ukrainische Regierungstruppen und pro-russische Separatisten Kämpfe. Beide Seiten machen sich gegenseitig für den Absturz verantwortlich.

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Die Leitindizes der Moskauer Börse büßten jeweils mehr als ein Prozent ein. "Die überwiegende Mehrheit der Opfer sind Europäer", schrieben Analysten der Sberbank CIB in einem Kommentar. "Das bedeutet, dass sich die öffentliche Meinung in der EU in Richtung zusätzlicher Sanktionen gegen Russland bewegen könnte." Für zusätzliche Nervosität sorgte der Einmarsch israelischer Bodentruppen in den Gaza-Streifen. "Insgesamt scheinen politische Lösungen allerorten derzeit vom Tisch zu sein", schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

Beflügelt von positiven Firmenbilanzen lagen die US-Börsen dennoch bis zum Handelsende in Europa im Plus. Google -Aktien stiegen um rund drei Prozent, nachdem der Internet-Konzern Umsatz und Gewinn steigerte. Die Stimmung der US-Konsumenten trübte sich allerdings im Juli überraschend ein. Der Michigan-Sentiment-Index sank um 1,2 auf 81,3 Punkte. Ökonomen hatten mit einem leichten Anstieg auf 83,0 Punkte gerechnet. Der Indikator liege aber dennoch weiterhin auf hohem Niveau, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg.

Sichere Anlagehäfen gefragt
Bundesanleihen blieben mangels Risikoappetits der Investoren gefragt wie nie. Dadurch fiel die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bonds auf 1,137 Prozent und damit den zweiten Tag in Folge ein Zwei-Jahres-Tief. Der Bund-Future, der auf diesen Papieren basiert, markierte bei 148,49 Punkten erneut ein Rekordhoch. Bundesanleihen seien zwar sehr teuer, sagte Michael Rottmann, Chef-Bondstratege der UniCredit. "Aber es ist eindeutig nicht die Zeit, sich dagegen zu positionieren."

Kurseinbruch bei Malaysia und Lufthansa
Der Absturz des Fluges MH17 drückte die Aktien von Malaysia Airlines in Kuala Lumpur elf Prozent ins Minus. Die europäischen Fluggesellschaften standen ebenfalls unter Druck. "Die Titel zu verkaufen, ist ein Reflex nach der Schocknachricht," sagte ein Händler. Lufthansa büßten 1,1 Prozent ein, Air France verloren zwei Prozent.

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Zugleich standen diejenigen Unternehmen, die am Vortag bereits unter der Verschärfung der Sanktionen gegen Russland gelitten hatten, erneut auf der Verliererseite. Der Handelskonzern Metro, die österreichische Raiffeisen Bank und der Ölfeld-Ausrüster CatOil gaben zwischen 0,9 und 2,9 Prozent nach.
Gegen den Trend legten die beiden schwedischen Unternehmen Ericsson und Electrolux kräftig zu. Der anhaltende Boom bei schnellen Internet-Anschlüssen verhalf Ericsson zu einem Gewinnsprung. Die Aktien des weltgrößten Netzwerkausrüsters stiegen um 8,2 Prozent auf 86 Kronen. Die Papiere von Electrolux gewannen 5,2 Prozent auf 179,80 Kronen. Die AEG-Mutter und weltweite Nummer zwei der Haushaltsgeräte-Hersteller hatte ebenfalls ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vorgelegt.

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