Börsen auf Rekordjagd: Wie Anleger den letzten Bullenritt ausnutzen

Börsen auf Rekordjagd: Wie Anleger den letzten Bullenritt ausnutzen

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Euro-Zone erneut gesenkt - und das billige Geld treibt die Bullenmärkte an den Börsen auf immer neue Höhen.

von Stefan Hajek und Christof Schürmann

Dank der erneuten Zinssenkung ist die Rekordjagd an den Börsen nicht am Ende, auch wenn sich die Warnzeichen mehren. Was die Kurse noch treiben wird, welche Strategie die beste für die kommenden Monate ist.

Der Schock bei Anlegern müsste tief sitzen, eigentlich: 480 der 600 im breiten Aktienindex Stoxx Europe 600 gelisteten Unternehmen haben in den vergangenen Tagen ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Und die waren wenig überzeugend. Laut Berechnungen von Thomson Reuters StarMine hat etwa die Hälfte der Unternehmen ihre Gewinnprognosen verfehlt. Noch schlimmer: Fast zwei Drittel haben weniger umgesetzt, als Analysten erwartet hatten. Als erste Therapie auf Basis dieser Auswertung empfahl Finanzmarktexperte Mike Harris vom Brokerhaus TJM Partners am vergangenen Dienstag, europäische Aktien eher abzustoßen – oder zumindest keine neuen Papiere hinzuzukaufen.

Anleger zeigten sich wenig beeindruckt. Auch in der vergangenen Woche hielt sich der Dax über der Marke von 9000 Punkten, auf Rekordhöhen. Inklusive der im Dax enthaltenen Dividenden hat der deutsche Leitindex seit März 2009 knapp 150 Prozent gewonnen. Mit den richtigen Papieren konnten Anleger ihren Einsatz gar vervierfachen (siehe Kurztextgalerie). Doch nach einem Plus von 1700 Prozent etwa mit Infineon, einer Versechsfachung von Dax-Schwergewicht VW und 333 Prozent plus mit Henkel stellt sich die Frage, wie lange die Hausse wohl noch hält. Wie weit kann der Dax noch steigen, bevor Investoren eine Blase und damit wachsende Rückschlaggefahren befürchten müssen? Können Anleger, die bisher nicht dabei waren, jetzt noch guten Gewissens Aktien kaufen?

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Welche Aktien im Dax im Hausse-Modus sind

  • Infineon

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 1721 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,1 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Continental

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 1190 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,7 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • VW

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 535 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,4 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Lanxess

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 359 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 0,5 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Henkel

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 333 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,8 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • BMW

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 308 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,5 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Adidas

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 278 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 2,3 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Deutsche Post

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 277 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,2 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • BASF

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 264 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 8,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Daimler

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 219 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 7,7 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Fresenius

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 200 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,7 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • HeidelbergCement

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 178 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,1 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Linde

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 174 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,7 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Bayer

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 167 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 9,8 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Allianz

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 154 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 7,2 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Siemens

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 153 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 10,0 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Beiersdorf

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 143 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 0,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • SAP

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 134 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 6,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Merck

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 116 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,0 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Dax

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 107 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 100,0 Prozent

    nur Kursentwicklung (ohne Dividenden) bis zum 8. November 2013; inklusive Dividenden hat der Dax sogar 146 Prozent zugelegt


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Deutsche Bank

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 103 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 4,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Münchener Rück

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 89 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,1 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Lufthansa

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 83 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 0,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Deutsche Börse

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 79 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,4 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Fresenius Medical Care

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 54 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,4 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • ThyssenKrupp

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 39 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 0,9 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Deutsche Telekom

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): 21 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 4,3 Prozent

    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • Commerzbank

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): - 23 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,2 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • K+S

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): - 31 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 0,5 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • E.On

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): - 34 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 3,5 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

  • RWE

    Kursentwicklung seit letztem Börsentief (am 6. März 2009 bei 2307 Punkten): - 44 Prozent

    Dax-Gewicht (im Dax-Kursindex per 11. November 2013): 1,6 Prozent


    Quelle: Bloomberg, eigene Berechnungen, Deutsche Börse, Zahlen gerundet

Um dies einzuschätzen, sollten sich Investoren mit der generellen Bewertung des Marktes auseinandersetzen. Sind Aktien, nach allem, was zu ermitteln ist, noch fair bewertet oder eher schon zu teuer? Und jeder Investor sollte beobachten, was sich in Washington bei der US-Notenbank Federal Reserve tut, bei der Bank of Japan in Tokio und natürlich bei der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Denn dort, in den Konferenzsälen der Zentralbanken, wird in erster Linie entschieden, ob Dax und Co. noch Luft nach oben haben.

Immer deutlicher zeigt sich, dass vor allem die von den Notenbanken geschaffene Liquidität die Kurse treibt. „Aktienkäufer marschieren zwar nicht direkt zur Zentralbank, um sich dort die Taschen mit frischem Geld zu füllen“, sagt Martin Hüfner, Chefvolkswirt des Fondshauses Assenagon. Doch gebe es „zahlreiche Indizien dafür, dass der aktuelle Börsenboom von der lockeren Geldpolitik der Notenbanken zumindest unterstützt wird“.

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