Börsencrash: Nikkei zieht Börsen weltweit nach unten

Börsencrash: Nikkei zieht Börsen weltweit nach unten

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Eine Anzeigetafel mit dem Börsenindex Nikkei in Tokio: Nach neuen Explosionen und einem Brand im Atomkraftwerk Fukushima bricht der Nikkei um mehr als zehn Prozent ein

Deutliche Kursverluste am zweiten Tag in Folge: Der Nikkei-Index der japanischen Börse rauscht in die Tiefe. Die Frankfurter Börse eröffnet mit einem dicken Minus.

Nach dem verheerenden Erdbeben sind die Aktienkurse in Japan den zweiten Tag in Folge deutlich gefallen. Nach Handelsbeginn sank der Nikkei-Index zunächst um zwölf Prozent, später erholte er sich etwas und notierte am Ende 10,6 Prozent schwächer bei 8.605,15 Punkten. Das war der größte Kursverlust seit Oktober 2008.

Zwischenzeitlich lag der Leitindex sogar mit mehr als 14 Prozent im Minus. Bereits am Montag hatte der Nikkei kräftig verloren und war unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten gesackt. Seit den jüngsten Höchstständen von Mitte Februar hat der Nikkei nunmehr knapp 21 Prozent verloren. Damit sei der Leitindex in einen sogenannten Bärenmarkt gefallen, sagte Händler Chris Weston von IG Markets. Anleger hätten nahezu alles verkauft, was sich noch an Aktien in ihren Portfolios befunden habe. Der breiter gefasste Topix sackte um 9,47 Prozent auf 766,73 Punkte ab.

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Ausgelöst hatten den Kurssturz weitere schlimme Nachrichten vom Atomkraftwerk Fukushima Eins. Im Gegensatz zum Wochenauftakt, als unter anderem die Bauwerte noch ein Kursplus verbuchen konnten, ging es nun branchenübergreifend nach unten. Kein einziger der 225 Nikkei-Werte verbuchte Gewinne. Von den Kurseinbrüchen war auch die japanische Autobranche betroffen, die im Erdbebengebiet im Nordosten Japans zahlreiche Werke unterhält. Die Papiere des Autobauers Toyota, der seine Produktion in allen japanischen Werken mindestens bis zum morgigen Mittwoch eingestellt hat, fielen um 7,40 Prozent. Honda verbilligten sich um 3,91 Prozent, Shin-Etsu Chemical rutschten um 11,39 Prozent ab, und Sony verloren 8,86 Prozent. Die Aktien von Tokyo Electric Power, dem Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima Eins, wurden nicht gehandelt.

Auch für Immobilienwerte ging es angesichts der immensen Schäden nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Nordosten des Landes deutlich nach unten, so verloren etwa Mitsubishi Estate mehr als elf Prozent. Um die Finanzmärkte weiter zu beruhigen, hatte die japanische Notenbank ihre Finanzspritzen abermals aufgestockt. Sie stellte den Banken bereits am Morgen weitere 5 Billionen Yen (etwa 44 Milliarden Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität zur Verfügung. Am Mittag folgte die Ansage, noch am selben Tag weitere drei Billionen Yen (etwa 26 Milliarden Euro) folgen zu lassen. Gestern hatte die Notenbank bereits 15 Billionen Yen (rund 130 Milliarden Euro) ausgegeben.

Die japanische Zentralbank pumpte weitere acht Billionen Yen (rund 70 Milliarden Euro) in die Geldmärkte. Die Bank hatte die Märkte bereits am Montag mit der Rekordsumme von 15 Billionen Yen (132 Milliarden Euro) versorgt. Die weiterhin angespannte Lage im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi wirkte sich vor allem auf Unternehmen der Nuklearindustrie aus. Die Aktien von Hitachi gaben am Dienstag um 7,8 Prozent nach, der Kurs der Schwerindustriesparte von Mitsubishi sank um neun Prozent. Die Papiere des größten Uran-Produzenten der Welt, Energy Resources of Australia, fielen um 8,6 Prozent. Die Aktien des Mineralölkonzerns Cosmo Oil, in dessen Raffinerie nach dem Erdbeben am Freitag Feuer ausgebrochen war, sanken um acht Prozent.

Kurssturz in Frankfurt

Ein weiterer Kursturz in Tokio angesichts neuer Hiobsbotschaften zu den japanischen Atomkraftwerken hat auch den Dax am Dienstag tief ins Minus gedrückt. Im frühen Handel sackte der deutsche Leitindex um 2,43 Prozent auf 6700 Punkte ab und notierte damit so schwach wie seit Ende November nicht mehr. „Die Sorgen um schwerwiegende Folgen durch die beschädigten japanischen Atomkraftwerke drückten auf die Stimmung der Investoren“, sagte ein Händler. „Bei einer Verschärfung der Krise werden die Japaner ihre im Ausland liegenden Vermögenswerte zurückführen“, erklärte Marktstratege Heino Ruland von Ruland-Research. Dies dürfte am Aktienmarkt nicht spurlos vorbeigehen.Die Aktien beider Energiekonzerne, die Atomkraftwerke in Deutschland betreiben, fielen im Anfangsgeschäft um über sieben Prozent. Schon am Montag hatte die Aussetzung der Laufzeitverlängerung der AKW in Deutschland durch die Regierung die Kurse von E.ON und RWE um je rund fünf Prozent ins Minus gedrückt. Auch die Aktien anderer Industriekonzerne wie BASF und Daimler zählten am Morgen mit Abschlägen von über drei bis vier Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Dagegen gehörten die Aktienkurse der Anbieter alternativer Energie im TecDax zu den größten Gewinnern: Conergy schossen um mehr als 50 Prozent in die Höhe, Nordex um 27 Prozent, Solarworld um über 15 Prozent und Q-Cells um 18 Prozent. Die im MDax gelisteten Wacker Chemie stiegen um zwei Prozent, da der Spezialchemiekonzern auch ein Zulieferer für die Solarindustrie ist. Der ÖkoDax legte knapp 13 Prozent zu.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 2,55 Prozent auf 9629 Punkte ein. Dagegen hielt sich der TecDax dank sehr starker Titel aus dem Bereich Erneuerbare Energien wie schon am Vortag deutlich besser und verlor nur 0,32 Prozent auf 868 Punkte. Die Aktien der Versorger gehörten angesichts der Nachrichten aus Japan und des verkündeten Moratoriums bei der Laufzeitenverlängerung für deutsche Atomkraftwerke abermals zu den größten Verlierern. E.On sanken um 3,18 Prozent auf 21,17 Euro und RWE gaben 2,67 Prozent auf 44,420 Euro ab.

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