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Börsencrash: SEC bedauert Verbot von Leerverkäufen

von Rolf Benders Quelle: Handelsblatt Online

Europa verbietet Leerverkäufe auf Finanzaktien. Mit einer ähnlichen Maßnahme hatte die US-Börsenaufsicht auf die Finanzkrise 2008 regiert. Heute sieht sie das Verbot als großen Fehler.

Wertpapierhändler in Börse Quelle: dapd
Wertpapierhändler in Börse in Frankfurt am Main Quelle: dapd

In den USA sprechen sich die meisten Wissenschaftler und Regulierer klar gegen ein Verbot von Wetten auf fallende Kurse aus. "Wenn die Zeiten turbulent werden, ist die Versuchung groß, Leerverkäufe dafür verantwortlich zu machen. Aber in der Realität tut man dem Markt damit keinen Gefallen", sagte James Angel, Wirtschaftsprofessor an der Washingtoner Georgetown-Universität.

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Angel und andere Fachleute verweisen auf die Erfahrungen, die US-Behörden im Krisenherbst 2008 mit dem Verbot dieser von Profi-Händlern als "Alltagsgeschäft" betrachteten Art von Wertpapiertransaktion gesammelt haben. Dabei leiht man sich eine Aktie, um sie an der Börse zu verkaufen. Die Hoffnung: Wenn der Kurs fällt, erwirbt man sie zu einem günstigeren Preis zurück. Die Differenz zwischen dem hohen Verkaufserlös und niedrigeren Rückkaufpreis ist dann der Gewinn. Zumindest in der Öffentlichkeit ist die Annahme weit verbreitet, dass diese Strategie unnötig Druck auf Aktienkurse ausübt und zu einem Dominoeffekt führt.

Verbot nach der Lehman-Pleite

Als die Kurse der US-Institute nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers Mitte September 2008 einbrachen, drängte die Politik die Aufseher deshalb zum Handeln. Die Börsenaufsicht SEC untersagte für die Zeit vom 18. September bis zum 8. Oktober 2008 jegliche Leerverkäufe für 799 Finanzaktien. Die Folge: Die Kurse zogen kurzfristig an - um dann allerdings noch innerhalb dieser Zeitspanne wieder voll auf den alten Abwärtstrend einzuschwenken. Die Maßnahme sei der "größte Fehler" seiner Amtszeit gewesen, urteilte Ende 2008 der damalige Chef der Börsenaufsicht SEC, Chris Cox, über seinen Notfallerlass. Die auf Druck der Politik eingeführte Maßnahme habe die Situation eher verschlimmert als verbessert.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.10.2011, 16:17 UhrAnonymer Benutzer: Verständliche STUHLERWEICHUNG der US-BANKEN! :)

    USA geben z.Zt. laufend nur einen "altruistischen" Ratschlag an EU-Entscheider (u.a. durch "Medium" Lagarde (iWF), Trichet (EZb), Zoellick (Weltbank), u.v.m):

    EU solle sofort aber doch unbesorgt, wie schon USA/UK/JP, den EZb-Geldpressen Saures geben und finales EU-banken stützendes QE (ungedeckte Geldmengenausweitung) verpassen, indem neue EZb-Zauberbilliönchen aus dem Nichts sofort an EU-Staaten und -banken unbegrenzt fliessen!

    in Wahrheit geht's nicht um Solidarität, sondern EU, jetzt schon wie USA mit 9,5 bio Euro überschuldet (wofür USA 100 Jahre brauchten!), soll durch "Übersolidarität des Grauens" in kürzester Zeit in eigene Pleite laufen, um für USA so als Konkurrent zu entfallen, um USA vor Wahlen mit diesem Dopping aus eigenem Elend rauszuhelfen! bei unerwartet langer EU-Agonie würde so zumindest US-Konjunktur durch stark geschwächten Dollar blendend angetrieben!

    Wichtigster Grund für monströse Stuhlerweichung der US-banken (auch Db/UbS) sind aber mit Sicherheit wieder die im Krisenfall voll unbesicherten 1.000.000 Mrd $ CDS-Kreditausfallwetten, die seit weiteren vier Jahren immer noch von Politik nicht annuliert/verboten wurden, obwohl jeder wusste, dass bei 0,05% EK-besicherung nächster kleinster weltweit fallender Dominostein so ganze Welt in Abgrund reissen wird!

    Es sei denn..

    ..Merkel/Sarkozy werden alle EU-banken "rekapitalisieren", statt sie vom Spar-/Kreditteil getrennt abzuwickeln und dabei alle CDS annulierend zu verbieten!

    Aber so gäb's kein gratis Stoff mehr für all die Goldmänner in Regierung und Administration!

    Also kriegen EU-/DE-Steuerzahler doch Gnadenschuss!

    Und für brav Muttern gibt's weitere Freiheitsmedallie und ewig dankbare Aufbewahrung vollständiger Rosenholz-Originale in Übersee :)

    Und gut getimter DSK-Staatsurlaub wird sich doch nicht plötzlich als womöglich nur dienst-befreundete Wahlkampfhilfe entpuppen ;)

    Das beflügelt subjektive Entscheidungsfreude sicher ungemein :)

  • 16.08.2011, 13:14 UhrAnonymer Benutzer: Julian

    @bambam:
    War das nicht der kleine dumme Junge von barney Geröllheimer in der Zeichentrickserie The Flintstones? Stark im Draufschlagen, aber selten mit Sinn und Verstand.

  • 16.08.2011, 04:26 UhrAnonymer Benutzer: bambam

    sehr intressant, welcher lobbismuss sich hier auf einmal breit macht.
    Leerverkäufe, und gerade die ungedeckten werden doch einfach nur in Ferienzeiten genutzt um wichtige Stoppmarken zu brechen und Panikverkäufe auszulösen. Noch schlimmer: Teilweise leihen brooker Aktien ihrer ahnungslosen Kunden aus, die da durch doppelt verlieren! Und der brooker verdient nur am Umsatz, verdient also somit doppelt am Kunden !

    Und was soll der Schwachsinn mit ungedeckten Leerverkäufen? Auf einmal sind mehr Aktien im Umlauf, als es eigentlich gibt? Wozu, wenn nicht zur Anlegerabzocke soll sowas dienen? Die Volatilität steigt, wichtige Marken werden immer wieder gebrochen, Stoploss-Verkäufe ausgelösst alles zum Wohle von brookern und Hedgefonds, zum Nachteil lang und mittelfristig orientierter Anleger und selbst die Wiwo stimmt ins Lobbiestengejaule ein.

    Hier muß die Politik standhaft bleiben und vor allem auch die gedeckten Leerverkäufe verbieten, zumindest aber dem inhaber als Kunden von Fonds oder brookern das Wahlrecht geben, ob mit seinen Anteilen gegen sein investment gewettet werden darf !

    Als die deutsche bank Swaps an Kunden verkauft hat und anschließend gegn die eigenen Kunden gewettet hat, wurden diese zum Schadensersatz verurteilt, zu Recht! Nichts anderes betreiben Fonds und brooker, die durch Leerverkäufe die eigene Kundschaft schädigen.

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