Börsenentwicklung: Runde Dax-Marken sind nett, aber nutzlos

KommentarBörsenentwicklung: Runde Dax-Marken sind nett, aber nutzlos

von Hauke Reimer

Viele Analysten sehen den Aktienindex Dax 2014 bei 10.000 Punkten oder darüber. Tatsächlich bieten Aktien noch Chancen - ganz unabhängig von runden Höchstständen und fragwürdigen Prognosen.

Die optimistischen Prognosen zum Jahresanfang sind gerade veröffentlicht, da beginnt der Dax zu schwächeln. Dabei hatten wir die 10.000 doch fest im Visier. Runde Marken im Dax aber haben praktisch keine Bedeutung. Überwindet der Dax in schneller Folge Tausender-Marken, kann dies einen intakten Aufwärtstrend signalisieren – aber eben auch eine Übertreibung. Eine Anlageentscheidung darauf aufzubauen grenzt an Aberglauben. „Zwei Mal stieg der Dax über 8.000 Punkte – und stürzte ab. Verkaufen würde ich trotzdem nicht“, war Anfang März bei einem Dax-Stand von 7.940 an dieser Stelle zu lesen. Das gilt weiter, auch bei Dax 10.000. Die US-Notenbank, die Märkte mit Geld flutet und die Börsen treibt, hat zwar den Schalter umgelegt, will ihre Anleihekäufe von 85 Milliarden Dollar monatlich auf 75 Milliarden kürzen. Doch das sind Marginalien, auf die die Börsen vorbereitet waren. Die Zinsen werden unten bleiben, Anlagealternativen sind rar und die Gewinne vieler deutscher Unternehmen in Ordnung.

Wie man an der Börse die besten Chancen hat

  • Elektronische Retter nutzen

    Stop-Loss-Orders, bei deren Unterschreiten automatisch verkauft wird, disziplinieren und bewahren davor, permanent nach Kursen schauen zu müssen. Sinnvoll aber nur bei sehr liquiden Werten. Bei Aktien unterhalb des Dax gefährlich, weil Profis die Aktien unter das Stopp-Loss drücken und billig abfischen könnten.

  • Gewinne lieben lernen

    Stimmen die Gründe für den Kauf noch, wird eine Aktie nur ihrer Kursgewinne wegen nicht riskanter. Also halten, auch dann, wenn es zwischenzeitlich nach unten geht. Verschlechtern sich wesentliche Parameter: verkaufen.

  • Nicht der Meute folgen

    Angst und Gier treiben die Herde, so entstehen heftige Kursbewegungen, die aber auch schnell wieder drehen und deshalb gute Kauf- und Verkaufschancen bieten. US-Ökonom Robert Shiller zieht Parallelen zum Fußball: „Halte dich von der Meute fern, dann wird der Ball früher oder später zu dir kommen.“

  • Prüfen und kontrollieren

    Wer Unternehmen mit überzeugendem Geschäftsmodell hält, prüft Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Umsatz- und Cashflow-Entwicklung über viele Jahre und vergleicht sie mit den Zahlen der Konkurrenten. Gründe, die zu einem Investment führen, schriftlich festhalten: hilft klarer zu denken und kann, wenn der Wunsch, zu verkaufen übermächtig wird, nachgelesen werden.

  • Sich an eigene Vorgaben halten

    Irren ist menschlich. Wer schon beim Aktienkauf festlegt, welches Minus er maximal akzeptiert, schützt sich vor Illusionen. Etwa der, nur noch Nachrichten wahrzunehmen, die die eigene positive Überzeugung stützen.

Die Schuldenkrise ist nicht gelöst, aber in der allgemeinen Wahrnehmung in den Hintergrund getreten. Dass die Probleme nur aufgeschoben sind, ist bekannt, doch noch, so trivial es klingen mag, spielt die Musik. Wer nicht mittanzt, also in Erwartung des sicher irgendwann fälligen Crashs nur Bargeld und Gold hält, verpasst Gewinne. Anleger sichern sich ab, indem sie ihr Vermögen breit verteilen, am besten nach festen Regeln, aber eben auch auf Aktien.

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Dax X-Tausend

Prognosen über Dax 10.000 , 11.000, 12.000 – wer bietet mehr? – helfen dabei kaum weiter. Eine satte Mehrheit der Prognostiker erwartet, dass der Dax im Jahr 2014 die Marke von 10.000 Punkten nimmt. Ich rechne auch damit. Ist das nun besonders mutig? Wohl kaum. Von 9.550 Punkten zum Jahresschluss müsste der Dax nur noch fünf Prozent gutmachen. Allein in diesem Jahrtausend aber schaffte er acht Mal einen Tagesgewinn von über sieben Prozent.

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Die höchste Prognose für den Dax, die Banken gegenüber dem „Handelsblatt“ abgaben, lag bei 11.000 Punkten. Das Problem: Beobachter geben immer wieder der Versuchung nach, den Trend der Vergangenheit vorsichtig fortzuschreiben. Dass es dann so kommt, ist unwahrscheinlich. Holger Benke, Geschäftsführer der Hertie-Stiftung, hat einmal nachgerechnet und 416 Dax-Prognosen untersucht, die Banken für die Jahre 1992 bis 2005 abgegeben haben. Wie stark der Dax stieg oder fiel, hatte damals kaum ein Analyst auch nur annähernd richtig vorhergesagt. Zwei Drittel der Prognosen erkannten zwar die Richtung, in die der Dax gehen würde.

Ein Kunststück ist aber auch das nicht: In den vergangenen 65 Jahren schlossen deutsche Aktien 45 Jahre mit einem Plus ab, der Dax verbuchte seit seiner Einführung im Jahr 1988 insgesamt 18 Gewinn- und acht Verlustjahre. Wer einfach immer steigende Kurse vorhersagte, lag also in mehr als zwei Dritteln der Fälle richtig.

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