Börsenfusion: Letzte Runde der Lobbyoffensive

Börsenfusion: Letzte Runde der Lobbyoffensive

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Er ist der Gegner der Fusion: EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia folgt der Analyse seiner Beamten. Diese warnen vor der Marktmacht des fusionierten Unternehmens im Derivategeschäft.

von Silke Wettach

Deutsche Börse und Nyse Euronext versuchen mit allen Mitteln, die EU-Kommission doch noch dazu zu bewegen, den Zusammenschluss zum weltgrößten Börsenbetreiber zu genehmigen. Aber die Aussichten stehen schlecht. Die Entscheidung zur Börsenfusion, die wahrscheinlich in der kommenden Woche fällt, dürfte negativ ausfallen.

Duncan Niederauer, CEO von Nyse Euronext, verbringt in diesen Wochen viel Zeit in Europa. Vergangene Woche war Niederauer in Straßburg, wo am Dienstag die Europäische Kommission ihre wöchentliche Sitzung abhielt und das Europäische Parlament zur Plenarwoche zusammenkam. In dieser Woche reist der Amerikaner zum World Econcomic Forum ins Schweizerische Davos in der Hoffnung, europäische Politiker doch noch von den Vorteilen des Zusammenschluss seines Hauses mit der Deutschen Börse zu überzeugen.

Befürworter in der EU-Kommission gesucht

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Die Charmeoffensive hat allerdings geringe Erfolgsaussichten. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hat sich bereits gegen die Fusion ausgesprochen und folgte dabei der Analyse seiner Beamten, die vor der Marktmacht des fusionierten Unternehmens im Derivategeschäft warnen. Da Entscheidungen der EU-Kommission aber immer Entscheidungen des gesamten Gremiums sind, hoffen die beiden Börsen immer noch, eine Mehrheit der EU-Kommissare umstimmen zu können. Sie setzen auf Kommissare mit Wirtschaftskompetenz wie Binnenmarktkommissar Michel Barnier und Energiekommissar Günther Oettinger. In der Praxis ist es jedoch unwahrscheinlich, dass eine Mehrheit im Kollegium Almunia überstimmen würde.

In einem Brief an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der in Kopie an alle 26 EU-Kommissare ging, betonten Niederauer und Reto Francioni, Chef der Deutschen Börse, Europa verpasse eine große Chance, wenn die Fusion verboten würde. Das fusionierte Unternehmen sei von seiner Board-Struktur zu 80 Prozent europäisch und würde 70 Prozent seines Gewinns in Europa erzielen. Sitz des neuen Unternehmens wäre in den Niederlanden, die Rechtsform dementsprechend niederländisch.

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