Börsenfusion: Nyse will die Deutsche Börse

Börsenfusion: Nyse will die Deutsche Börse

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Eine Amerikanische Flagge vor der Anzeigetafel des DAX. Die Fusion der deutschen Börse und der New Yorker NYSE wird nicht ohne Folgen bleiben.

von Annina Reimann

Die Aktionäre der New York Stock Exchange (Nyse) haben für die Fusion mit der Deutschen Börse gestimmt. Das ist nicht mehr als ein Etappensieg für Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni. Die eigenen Arbeitnehmervertreter bereiten längst Klage vor.

Knapp 66 Prozent der Nyse-Anteilseigner haben nach einer vorläufigen Auszählung für den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse gestimmt. Damit müssten alle Nyse-Aktionäre ihre Papiere zwangsweise in Aktien der neuen niederländischen Holding tauschen, die beide Konzerne eigens für den Zusammenschluss gegründet haben.

Damit die Fusion klappt, sollen jetzt die Aktionäre der Deutschen ihre Aktien zunächst bis zum 13. Juli in Anteile der Holding tauschen. Die Fusionspartner streben an, dass 75 Prozent der Papiere getauscht werden. Allerdings lassen die Verträge eine Hintertür offen, die Parteien können auf diese Hürde verzichten und die Fusion könnte trotzdem stattfinden. Bislang wurden 11,11 Prozent der Papiere umgetauscht, worin eigene Aktien der Deutsche Börse AG mit 4,59 Prozent enthalten sind.

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Der Druck nimmt zu

Die Arbeitnehmervertreter haben Angst um Arbeitsplätze und formieren Widerstand: Die beabsichtigte Fusion benachteilige die Deutsche Börse gravierend. Der Betriebsrat empfiehlt den eigenen Aktionären, Aktien nicht zu tauschen.

Dann allerdings müssen sie auf zwei Euro je Aktie verzichten: Zum Tausch antreiben soll die Sonderdividende. Wer als Anteilseigner der Deutschen allerdings nicht tauscht, geht leer aus. Das, so heißt es in Frankfurter Bankkreisen, zwinge viele Aktionäre zur Zustimmung: „Institutionelle Anteilseigner werden unter Druck gesetzt, das anzunehmen, weil es sonst nichts gibt."

Der Betriebsrat prüft daher, gegen dieses Gebaren zu klagen: „Nach Ansicht des Betriebsrates stellt dies eine einseitige und ungerechtfertigte Benachteiligung derjenigen Aktionäre dar, die ihre Bedenken gegen den geplanten Unternehmenszusammenschluss trotz der in Aussicht gestellten monetären Anreize aufrechterhalten. Es wird in diesem Zusammenhang eine Klage wegen Verletzung des aktienrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatzes und Verstoßes gegen den Corporate Governance Kodex geprüft", teilten die Arbeitnehmervertreter mit.

EU muss zustimmen

Weitere Hürde sind die Wettbewerbshüter und Aufsichtsbehörden auf beiden Seiten des Atlantik. Zustimmen muss auch die Europäische Kommission, bei der die Parteien bereits die Genehmigung des geplanten Unternehmenszusammenschluss beantragt haben. Die Entscheider werfen ein strenges Auge auf die Pläne: Schließlich wäre der neue Konzern führend unter anderem im Derivatehandel. Europas Wettbewerbshüter haben bereits Bedenken signalisiert.

Nach Abschluss der Transaktion – wenn alle Aktionäre tauschten - hielten die Ex-Aktionäre der Deutschen Börse 60 Prozent am Gesamtunternehmen, die Führung übernähme jedoch Nyse-Chef Duncan Niederauer.

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