Börsengänge: Investoren zahlen für Hess-Aktie nur das Minimum

Börsengänge: Investoren zahlen für Hess-Aktie nur das Minimum

von Sara Zinnecker

Es war ein Kraftakt. Beim Börsenstart des LED-Leuchtenherstellers Hess hat die Skepsis der Investoren bis zuletzt überwogen. Die Kursparty fiel aus. Ein schlechtes Vorzeichen für Börsenkandidat o2.

Das Unternehmen musste eine erste Zeichnungsfrist erst verlängern und die Preisspanne deutlich verringern, bis die Aktie am vergangenen Donnerstag schließlich zum denkbar niedrigsten Kurs von 15,50 Euro an der Frankfurter Börse notierte. 

Damit blieb Hess deutlich hinter den Erwartungen von Fondsmanagern zurück, die der Aktie vor dem Börsengang einen Preis zwischen 18 und 18,50 Euro zugetraut hatten.

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Am Ende mögen die hohen Schulden für die bescheidene Performance verantwortlich sein. Hess hatte sie aufgenommen, um mehr Großprojekte ­– unter anderem im Nahen Osten – zu stemmen; zukünftig will sich das Unternehmen vor allem darüber einen Namen machen. Konkret sind im ersten Halbjahr 2012 allein die kurzfristigen Verbindlichkeiten um über 50 Prozent auf knapp 50 Millionen Euro gestiegen.

Börsengang LED-Beleuchter Hess verkauft seine Aktien billiger

Der Markt für LED-Beleuchtung wächst, der Börsenkandidat Hess will international mitmischen. Doch in einer ersten Zeichnungsphase war die Aktie Anlegern zu teuer.

Das Donbass Arena Stadium Donezk in der Ukraine ist mit LED-Leuchten der Marke Hess ausgestattet. Quelle: dpa

Ob von den 35,5 Millionen Euro, die Hess nun an neuem Kapital einstreichen konnte, immer noch rund zehn Millionen Euro in die Schuldentilgung fließen werden, ist fraglich. Ursprünglich hatte das Unternehmen mit frischem Kapital von bis zu 52,9 Millionen Euro gerechnet.

Ehrgeizige Prognosen

Auch die ehrgeizigen Umsatzprognosen, die Hess in Aussicht stellte, mögen Investoren weiterhin zu hoch erschienen sein. Der größte Schwachpunkt, der geringe Nettogewinn (1,3 Millionen Euro 2011, 1,6 Millionen Euro prognostiziert für 2012), bleibt. Der ließe sich nur steigern, wenn die Prognosen zum Umsatzwachstum auch so eintreffen – dafür müsste der Markt der LED-Leuchten wie erwartet wachsen und Hess mehr Großprojekte – auch mit Hilfe der Tochter Emdelight – an Land ziehen. 

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o2 im schwierigen Umfeld

Angesichts der zurückhaltenden Investoren könnte es auch für die Telefónica Deutschland, besser bekannt unter der Marke o2, schwer werden. Am Montag endet die Zeichnungsfrist für 250 Millionen Aktien. Die Tochter der spanischen Telefónica kämpft seit geraumer Zeit um Marktanteile und kann zukünftig kaum auf Umsatzsteigerungen hoffen.

Der Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt geschieht auch aus Verzweiflung – die spanische Mutter steckt in Geldnot. Innerhalb der ohnehin engen Preisspanne von 5,25 bis 6,50 Euro pro Aktie hat sich ein derzeitiger Graumarktkurs von 5,70 bis 5,80 Euro eingependelt. Damit könnten Telefónica Deutschland rund 1,5 Milliarden Euro an neuem Kapital zufließen.

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