Börsengang: 333 Millionen Euro für Tele Columbus

Börsengang: 333 Millionen Euro für Tele Columbus

von Stefan Hajek

Noch im Oktober scheiterte der Börsengang, doch diesmal klappt es: Die Tele-Columbus-Aktie wird zu zehn Euro ausgegeben und bringt dem Kabelnetzbetreiber mindestens 333 Millionen ein. Die Aktie im Check.

Tele Columbus, mit 1,7 Millionen Kunden Deutschlands drittgrößter Kabelnetzbetreiber (hinter Kabel Deutschland und Unity Media), wagt sich im zweiten Anlauf aufs Parkett. Die Berliner haben es eilig, der Handel mit den neuen Aktien soll schon am 23. Januar starten. 33,3 Millionen neue Papiere haben sie im Zuge einer Kapitalerhöhung verkauft; dazu kommen weitere bis zu 15,2 Millionen Stücke der bislang 20 Millionen aus dem Besitz der jetzigen Eigentümer.

Börsengang im Check
Tele Columbus
ISINDE000TCAG172
Erstnotiz 23.01.2015
Ausgabepreis (Preisspanne war 8 bis 12 Euro]10 Euro
Wert des Angebots¹bis zu 510 Mio. Euro¹
davon aus Kapitalerhöhung¹ bis zu 330 Mio. Euro
davon aus Verkauf der  Alteigentümer¹bis zu 180 Mio. Euro¹ 
Umsatz 2013/14/15²³206/213/223
Nettogewinn 2013/14/15²³–9/–18/–15
Kurs-Gewinn-Verhältnis  2012/14/15³keines (Verluste)
Empfehlung 

spekulativ zeichnen 

¹bei Platzierung zu 10,00 Euro, Ausgabe von 51,2 Millionen Aktien; ohne Mehrzuteilungsoption;  ²in Millionen Euro; ³2014 und 2015 geschätzt;
Quelle: Unternehmensangaben, Banken-Research, IPO-Prospekt

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Der Streubesitz läge laut Unternehmensangaben bei mehr als 50 Prozent. Insgesamt emittiert Tele Columbus 51 Millionen Aktien, der Börsenwert zum Ausgabepreis erreicht somit 510 Millionen Euro. Bei einem Zuteilungspreis von 10 Euro je Aktien kommen durch Ausgabe der neuen Aktien 333 Millionen Euro zusammen, inklusive Mehrzuteilungsoption sogar 367 Millionen Euro. Auf jeden Fall sollen gut 300 Millionen Euro aus der Kapitalerhöhung direkt an Tele Columbus fließen, das damit rund 200 Millionen Euro der derzeit 617 Millionen Euro Schulden ablösen will. Der Rest der IPO-Einnahmen soll in den Netzausbau fließen.

Zahl der Anbieter steigt

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Im Dezember 2009 hatte ein Konsortium aus 150 Hedgefonds und Beteiligungsgesellschaften das Unternehmen für nur 2,5 Millionen Euro übernommen. Das waren alte Gläubiger, die ihre Forderungen in Anteile tauschten. 2012 wollte Kabel Deutschland Tele Columbus dann für 618 Millionen Euro übernehmen, zog aber zurück, nachdem das Bundeskartellamt die Fusion kritisch gesehen hatte.

Die Branche ist für Anleger interessant, weil die Zahl der Anbieter durch Fusionen und Übernahmen stetig abnimmt, der Datentransfer aber weiter wächst. Tele Columbus könnte so auch zum Übernahmeziel werden – das Argument spricht dafür, die Aktie spekulativ zu zeichnen. Neben Kabel-TV bieten die Netzbetreiber auch Telefonie und Internet an. Statt 50 Megabit/Sekunde, wie die meisten DSL-Anbieter, schaffen sie bis zu 400 MBit, sie haben damit einen Wettbewerbsvorteil. Dafür ist das Neukundenpotenzial begrenzt: Wo in den Achtzigern und Neunzigern keine leistungsfähigen Koaxial- oder Glasfaser-TV-Kabel vergraben wurden, können Haushalte nur mit erheblichem Aufwand ans Kabelnetz. Die Aktie ist riskant: Auf absehbare Zeit fallen noch Verluste an, die Verschuldung bleibt hoch. Dividende gibt es erst mal keine.

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