Börsengang: Die Gewinne von Twitter liegen im Dunkeln

Börsengang: Die Gewinne von Twitter liegen im Dunkeln

von Niklas Hoyer

Twitter plant den Börsengang - womöglich noch im November. Beim Börsengang könnte der Kurznachrichtendienst zehn Milliarden Dollar oder mehr wert sein. Ergiebige Gewinnquellen fehlen aber noch.

Stilecht hat der Kurznachrichtendienst Twitter seine Börsenpläne per Kurznachricht angekündigt. Über 200 Millionen Menschen weltweit tauschen sich auf Twitter aus. Schon lange war über den Zeitpunkt des IPOs spekuliert worden. In einigen Monaten, eventuell schon im November, soll es nun so weit sein.

Geschäftszahlen hält Twitter trotzdem geheim – vorerst. Nach einer US-Sonderregel können Unternehmen mit unter einer Milliarde Dollar Umsatz ihren Prospekt erst kurz vor Börsenstart veröffentlichen. Klar ist: Es braucht viel Euphorie, um an den Geschäftserfolg zu glauben.

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Wie sich Nutzerzahl und Unternehmenswert von Twitter entwickelt haben (zum Vergrößern anklicken)

Wie sich Nutzerzahl und Unternehmenswert von Twitter entwickelt haben (zum Vergrößern anklicken)

Andere Internet-Unternehmen, wie Facebook und Groupon, hatten in den vergangenen Jahren ihren Börsengang verstolpert. Die Kurse rutschten ab, sind aber seit Herbst 2012 deutlich gestiegen. Von dieser neuen Zuversicht, dass sich Nutzerzuspruch irgendwann auch finanziell auszahlt, will Twitter profitieren. In vorbörslichen Finanzierungsrunden ist die Bewertung schon massiv gestiegen. Für den Börsengang wird Twitter auf 10 bis 15 Milliarden Dollar geschätzt. Immerhin stieg die Zahl aktiver Nutzer genauso stark (siehe Grafik). Trotzdem: Tragfähig ist die Bewertung nur, wenn jeder Nutzer genug Geld und Gewinn bringt. Zum IPO würde jeder Twitter-Nutzer mit etwa 50 Dollar bewertet. Ambitioniert.

Geld verdient Twitter nur durch Werbung

Bezahlen müssen Twitter-Nutzer nicht. Das Verschicken und Lesen von Nachrichten ist für Privatnutzer kostenlos. Geld verdient das Unternehmen mit Werbung, die in den Nachrichtenstrom der Nutzer eingeklinkt wird. Kostenpflichtig ist auch der unlimitierte Zugriff auf den Twitter-Datenstrom, der an lizenzierte Partner verkauft wird.

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In Zukunft wird Twitter die Kommerzialisierung forcieren müssen. Denn die geschätzten Umsatz- und Gewinnzahlen sind noch mau. Mit Werbung, der Haupteinnahmequelle, soll Twitter dieses Jahr 580 Millionen Dollar Umsatz machen. Für nächstes Jahr halten Analysten 950 Millionen Dollar für realistisch. Angeblich ist Twitter mittlerweile profitabel. 2011 blieben unter dem Strich laut Schätzungen rund 94 Millionen Dollar Verlust.

Die vielen Unwägbarkeiten haben für Anleger Vor- und Nachteile: Twitter wird in einem deutlich früheren Stadium an die Börse gehen als Facebook. Das dürfte die Euphorie bremsen und damit auch das Risiko von Kursstürzen mindern. Für langfristige Wertzuwächse muss Twitter aber erst beweisen, dass es sein Nutzerwachstum wirklich in bares Geld ummünzen kann.

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