Börsengang: Facebook verzockt sich

KommentarBörsengang: Facebook verzockt sich

von Christof Schürmann

Noch nie ist ein großer Börsengang so in die Hose gegangen wie der von Facebook. Die Gründe dafür sollten Anleger von einer Investition abhalten.

600 Prozent Gewinn mit Facebook? Kein Problem. Anleger, die sich am vergangenen Freitag für 1000 Euro bis September laufende Verkaufsoptionen (Puts) auf den Börsenneuling ins Depot legten, freuen sich heute über einen Gewinn von 6000 Euro. Der Kurs von Facebook selbst ist seit seiner Emission um 20 Prozent abgestürzt, von seinem Freitag-Hoch gar um ein Drittel.

Das hat Gründe: Zunächst überreizten die Emissionsbanken die ursprüngliche Spanne von 28 bis 35 Dollar um drei Dollar, dann erhöhten sie auch noch die zu emittierende Aktienanzahl. Die rein auf Computertechnik basierende Nasdaq, an der Facebook an die Börse ging, zeigte eindrucksvoll, dass sie dem guten alten Parketthandel gnadenlos unterlegen ist: 90 Minuten dauerte es bis zur ersten Kursfeststellung. Und der lag dann auch noch erschreckend niedrig. Zumindest an den Flüsterschätzungen gemessen, die eine Kursverdopplung kolportiert hatten.

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Facebook-Netzwerk

Als wäre das nicht alles schon genug, senkte auch noch ein Analyst der emissionsbegleitenden Bank Morgan Stanley die Facebook-Prognose und ehemalige Facebook-Nutzer reichten eine 15-Milliarden-Dollar-Klage gegen das Netzwerk wegen Datenmissbrauchs ein. Besonders die Prognosesenkung, die während der Roadshow ausgewählten institutionellen Investoren bekannt gemacht wurde, ist ein einmaliges Negativ-Highlight während eines Börsenganges. Das selbst die Feuerkraft von 33 Emissionshäusern, die Facebook an die Börse hievten, nicht ausreichte, um den Kurs wenigstens auf Ausgabepreis zu halten, spricht Bände. Eigentlich müsste sich der Kurs auch mal wieder berappeln.

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Aber Vorsicht Zocker: Während der Roadshow sind auch Fristen für den späteren Aktienverkauf von Altaktionären noch einmal verkürzt worden. Der große Aktienüberhang kommt also noch im Laufe des Jahres. Und überhaupt sollte man von einem Unternehmen Abstand nehmen, das zwar mit dem höchsten Börsenwert aller Zeiten an den Markt ging, das zwar 2011 immerhin vier Milliarden Dollar Umsatz machte, das aber einen Börsengang hinlegte, der an die letzten Klitschen der Hightech-Blase 1999/2000 erinnert.

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