Börsengang : Groupon-Aktie glänzt beim Börsendebüt

Börsengang : Groupon-Aktie glänzt beim Börsendebüt

, aktualisiert 04. November 2011, 17:45 Uhr
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Der Börsengang lief besser als erwartet.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Börsengang des Schnäppchen-Portals Groupon ist weit besser gelaufen als gedacht. Zum Start an der Wall Street ging es kräftig nach oben. Allerdings ist schwer abzuschätzen, welches Potenzial in der Aktie steckt.

New York Das Online-Rabattportal Groupon hat allen Unkenrufen zum Trotz in den USA den größten Internet-Börsengang seit Google hingelegt. Mit dem Verkauf von 35 Millionen Aktien nahm das gerade einmal drei Jahre alte Unternehmen 700 Millionen Dollar ein und damit deutlich mehr als noch vor kurzem erwartet. Bei der Erstnotiz in New York schossen die Papiere gegenüber dem Ausgabepreis von 20 Dollar zeitweise um mehr als 50 Prozent in die Höhe.

Weil Groupon lediglich gut fünf Prozent des Unternehmens veräußerte, taxiert bereits der Ausgabepreis den gesamten Firmenwert auf rund 13 Milliarden Dollar - doppelt so viel wie das von Google vor einem Jahr vorgelegte Übernahmeangebot. „Groupon ist teuer“, kommentierte Rob Romero, Chef des auf Technologie spezialisierten Hedge-Fonds Connective Capital Management. Viele Anleger schienen jedoch anderer Meinung zu sein: Gegen Mittag (Ortszeit) kostete eine Groupon-Aktie mehr als 27 Dollar, immerhin noch ein Aufschlag von 35 Prozent. Gemessen daran ist Groupon sogar mehr als 17 Milliarden Dollar wert.

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2004 erlöste Google insgesamt 1,7 Milliarden Dollar. Groupon vermittelt Restaurant-Rabatte und andere Gutscheine für Waren und Dienstleistungen. Bislang hat das Schnäppchenportal in seiner kurzen Firmengeschichte allerdings noch nie Gewinn gemacht. Unter potenziellen Käufern wurde seit längerem gerätselt, wie gut sich Groupon auf Dauer behaupten kann, da Konkurrenten wie Google und Amazon im Kampf um Marktanteile finanziell deutlich besser ausgestattet sind. Groupon senkte daher zunächst das angestrebte Emissionsvolumen, um es dann wieder zu heben.

Die erfolgreiche Werbetour und auch der Mangel an Alternativen - wegen des schwierigen Marktumfelds in den vergangenen Monaten stehen die Börsenaspiranten nicht gerade Schlange - ermöglichten es Groupon am Ende 35 Millionen Aktien zu 20 Dollar an den Mann zu bringen. Zunächst sollten lediglich 30 Millionen Aktien zu 16 bis 18 Dollar ausgegeben werden.

Analysten rechnen wegen der Zweifel, ob Groupon langfristig profitabel sein kann, mit volatilen Kursen nach dem ersten Handelstag. Frühere Börsengänge von anderen Internetunternehmen lassen da keine Tendenz erkennen. Die Aktien des Karrierenetzwerks LinkedIn halten sich seit dem IPO im Mai über ihrem Ausgabekurs. Bei dem Online-Radiosender Pandora sieht das anders aus.


Zweifel an Geschäftsmodell

Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden - von denen mindestens 29,5 Millionen schon mindestens einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.

Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren über die konstant hohen Verluste schockiert, die mit steigenden Umsätzen auch noch immer größer wurden. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Und das verschlang bisher viel Geld. Aktuelle Zahlen zeigten, dass Groupon die Verluste massiv eingedampft hat - aber das Geschäft auch deutlich langsamer wächst als zuvor. So rückte der Umsatz im dritten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal nur noch um knapp zehn Prozent auf 430 Millionen Dollar vor. Früher hatten sich die Erlöse oft von Quartal zu Quartal verdoppelt.

Nachdem Groupon bei den oft kritisierten hohen Ausgaben für die Kundengewinnung die Bremse anzogen hatte, fielen im abgelaufenen Quartal noch rote Zahlen von 10,6 Millionen Dollar an - nach einem Minus von 101,2 Millionen Dollar in den drei Monaten zuvor. Einem Bericht des US-Blogs „Business Insider“ zufolge haben deutsche Investoren dem zuvor chaotischen Groupon-Vertrieb Zügel angelegt. Die Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer leiteten faktisch den Vertrieb über den britischen Manager Chris Muhr „mit eiserner Faust“, hieß es dort unter Berufung auf Insider.

Die Vorbereitung des Börsengangs wurde von vielen Pannen begleitet. Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatz-Angaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Coupon-Wert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketing-Kosten berechnet wurde und dadurch deutlich freundlicher aussah. Hinzu kam weiterer Ärger mit der SEC, weil unter anderem Gründer Andrew Mason das Groupon-Geschäftsmodell in der sogenannten „stillen Periode“ vor dem Börsengang verteidigte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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