Börsengang: Preissenkung hilft Bastei Lübbe-Aktien bisher wenig

Börsengang: Preissenkung hilft Bastei Lübbe-Aktien bisher wenig

, aktualisiert 30. September 2013, 13:30 Uhr
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Dan Browns "Inferno" war der große Hit von Bastei Lübbe im Jahr 2013

von Saskia Littmann

Der Kölner Buchverlag Bastei Lübbe will mit dem Erlös aus dem bevorstehenden Börsengang sein digitales Geschäft ankurbeln. Um das Interesse an den Papieren anzukurbeln, hat der Verlag noch mal die Preisspanne gesenkt.

Der Kölner Verlag Bastei Lübbe muss bei seinem geplanten Börsengang Zugeständnisse machen. Das Unternehmen senkte die Preisspanne auf 7,50 bis neun Euro, ursprünglich war ein Preis von neun bis elf Euro pro Aktie angepeilt worden. Gleichzeitig wurde auch die Zeichnungsfrist für die Papiere um einen Tag auf den 2. Oktober verlängert. Die Erstnotiz ist allerdings weiterhin für den 8. Oktober geplant, pünktlich zum Start der Frankfurter Buchmesse sollen die Aktien handelbar sein.

Bisher zeigt die Preissenkung allerdings nicht die gewünschte Wirkung: Im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz notiert das Papier bei rund acht Euro, Ende der vergangenen Woche waren es noch neun Euro. Auf die Umsätze habe sich dieser Schritt nicht ausgewirkt, sagte ein Graumarkt-Händler gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Sie seien ähnlich mäßig wie zuvor. "Die Senkung der Preisspanne hinterlässt immer einen faden Beigeschmack", erklärt der Händler.

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Die Zahl der ausgegebenen Aktien soll trotz Preiskorrektur weiterhin bei 5,3 Millionen Stück liegen. Der Erlös aus der Kapitalerhöhung, es soll 3,3 Millionen neue Aktien geben, fließt dem Unternehmen zu. Angesichts der neuen Preisspanne wären das noch maximal 29,7 Millionen Euro. Das Geld will der Verlag vor allem ins Digitalgeschäft stecken. Die Margen dort sind vergleichsweise hoch. Künftig sollen bis zu 40 Prozent des Umsatzes mit elektronischen Büchern für Tablets oder E-Reader generiert werden.

Bastei Lübbe ist schon heute auf allen Plattformen vertreten, die Sorge, der Verlag könne von Konzernen wie Apple oder Google abhängig werden, sei unbegründet, sagt der Vorstand. Eigene Inhalte sollen genutzt werden, um ins internationale Geschäft einzusteigen. Erste digitale Angebote gibt es etwa in China.

Von Romanheften zu Bestsellern

Längst erwirtschaftet Bastei Lübbe seinen Umsatz nicht mehr mit Romanheften à la Jerry Cotton, sondern mit Bestsellern. 80 Prozent der Umsätze von zuletzt über 98 Millionen Euro kommen aus der Buchsparte. Zusätzlich gehört der Geschenkartikel-Hersteller Räder ins Verlagsportfolio, dessen Mitbringsel in Buchläden verkauft werden.

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Neben Dan Brown gehören auch Ken Follett ("Die Säulen der Erde") und Rebecca Gablé ("Der dunkle Thron") zu den Aushängeschildern des Verlags. Das Geschäft mit den Edelfedern ist zwar lukrativ, macht den Verlag aber auch von den Autoren abhängig. Mit langfristigen Verträgen und einer guten Streuung der Veröffentlichungen versuchen die Kölner, die Abhängigkeit zu verringern. Trotzdem warten sie natürlich auf den nächsten Dan Brown, der in zwei bis drei Jahren fertig sein könnte.

Der Verlag erwartet, das operative Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr leicht steigern zu können. Ein Schnäppchen ist die Aktie nicht: Am oberen Ende der neuen Preisspanne kosten die Papiere mehr als das 18-Fache des von Analysten erwarteten Gewinns. Für einen Börsenneuling ziemlich happig. Rechnet man die Kapitalerhöhung heraus, ist es fast das 14-Fache. Am unteren Ende der neuen Preisspanne sind es mehr als das 15-Fache mit Kapitalerhöhung und mehr als das 11-Fache ohne die neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung. Die Aussicht auf stabile Dividenden – 40 bis 50 Prozent des Gewinns sollen ausgeschüttet werden – ändert daran nichts. Wer zeichnet, sollte zumindest bis nach Weihnachten halten: "Inferno" dürfte unter vielen Tannenbäumen landen.

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