Börsengang: Twitter hofft auf eine Milliarde Dollar

Börsengang: Twitter hofft auf eine Milliarde Dollar

von Matthias Hohensee

Twitter braucht Geld, seit seiner Gründung hat der Kurznachrichtendienst über 400 Millionen Dollar verbrannt. Die jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen verdeutlichen, dass Twitter in einer anderen Liga als Google und Facebook spielt.

 

Mit Spannung war in der Internet-Branche die Veröffentlichung des Börsenprospekts von Twitter erwartet worden. Am Donnerstagnachmittag lüftete der Kurznachrichtendienst aus San Francisco das Geheimnis. Das Dokument ist seitdem in allen Einzelheiten analysiert worden. Schließlich handelt es sich um den wichtigsten Internet-Börsengang des Jahres, von dem Impulse für Jungunternehmen erwartet werden.

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Man muss nur zwei Zahlen kennen, um den Twitter Börsengang einordnen zu können: Zum einen den Umsatz. Der wird in diesem Jahr zwischen 500 und 600 Millionen Dollar liegen und damit in etwa in der Spanne, die im Vorfeld von Analysten erwartet worden war. Zum anderen die Einnahmen - beziehungsweise im Fall von Twitter - den Verlust. Der Kurznachrichtendienst, der noch nie schwarze Zahlen schrieb, hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 69 Millionen Dollar verloren. Im gesamten vergangenen Jahr waren es hingegen nur 79 Millionen Dollar. Seit Gründung im Jahr 2006 hat Twitter rund 420 Millionen Dollar verbrannt.

Börsengang Die Gewinne von Twitter liegen im Dunkeln

Twitter plant den Börsengang - womöglich noch im November. Beim Börsengang könnte der Kurznachrichtendienst zehn Milliarden Dollar oder mehr wert sein. Ergiebige Gewinnquellen fehlen aber noch.

Die App von Twitter und eine Aktienapp auf einem Smartphone Quelle: dpa

Twitter hat dank großzügiger Finanzierung von Investoren in Höhe von 1,16 Milliarden Dollar derzeit noch 164 Millionen Dollar auf der hohen Kante. Allerdings ist der Cash-Flow negativ. Das Unternehmen braucht Geld. Es erwartet, rund eine Milliarde Dollar an der Börse einsammeln zu können. Gelingt das, wäre der Kurznachrichtendienst damit knapp zehn Milliarden Dollar wert.

Die Zahlen verdeutlichen aber auch: Twitter spielt in einer Liga unter Google, Facebook, LinkedIn oder sogar Yahoo. Google und Facebook erwirtschafteten beim Börsengang bereits Umsätze in Milliardenhöhe. Die beiden Unternehmen sowie das Business-Netzwerk LinkedIn waren zudem profitabel.

Selbst das gescholtene Yahoo setzte im vergangenen Jahr immerhin knapp fünf Milliarden Dollar um und schaffte den Rekordgewinn – dank des Verkaufs von Beteiligungen in Asien – von knapp vier Milliarden Dollar. In normalen Jahren weist Yahoo in der Regel eine Milliarde Dollar Gewinn aus.

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