Börsengang : Twitter will mehr Geld einsammeln

Börsengang : Twitter will mehr Geld einsammeln

Erst wollte Twitter eine Milliarde Dollar beim Börsengang einnehmen, jetzt könnten es zwei Milliarden werden. Der Online-Dienst will angesichts guter Nachfrage mehr Geld pro Aktie.

Twitter macht seine Aktien deutlich teurer. Der Kurznachrichtendienst hob am Montag die Preisspanne für ein einzelnes Papier auf 23 bis 25 Dollar an. Insgesamt könnte der Börsengang damit mehr als 2 Milliarden Dollar einbringen und damit doppelt so viel wie ursprünglich angepeilt.
Zuletzt hatte Twitter einen Preis von 17 bis 20 Dollar pro Aktie angestrebt. Schon damit hätte Twitter bis zu 1,6 Milliarden Dollar eingesammelt. Die jüngste Erhöhung dürfte auf eine rege Nachfrage hinweisen. Die Twitter-Führungsriege tourte durch die USA, um Anlegern die Papiere schmackhaft zu machen.
Laut US-Medien könnte Twitter schon am Donnerstag an die Börse gehen. Offiziell wird das Datum erst am Vorabend bekanntgegeben.
Eine weitere neue Information in dem aktualisierten Börsenprospekt ist ein Patentproblem mit IBM. Der Computergigant habe Twitter jüngst die Verletzung von drei Patenten vorgeworfen und Gespräche angeboten, hieß es. Twitter sehe gute Chancen, sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. Bei den Patenten geht es unter anderem um die Anzeige von Werbung und das Auffinden gemeinsamer Kontakte.
Twitters Schritt aufs Parkett ist der größte Internet-Börsengang seit dem von Facebook im Mai vergangenen Jahres. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte damals 16 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt eingesammelt.
Der Facebook-Börsengang wurde jedoch von technischen Pannen begleitet und der Kurs dümpelte zunächst monatelang tief unter dem Ausgabepreis. Das lag auch daran, dass Facebook und die Banken, die den Börsengang betreuten, die Nachfrage nach den Aktien offensichtlich überschätzt hatten.

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Twitter will 70 Millionen Anteilsscheine platzieren, plus eine sogenannte Mehrzuteilungsoption von 10,5 Millionen Aktien, wenn die Nachfrage entsprechend stark ist.
Facebook mit zuletzt 1,15 Milliarden Mitgliedern ist deutlich größer als Twitter mit gut 230 Millionen aktiven Nutzern. Der Kurznachrichtendienst verliert zudem weiterhin Geld, allein die ersten neun Monate dieses Jahres brachten ein Minus von 134 Millionen Dollar. Den geforderten Aktienpreis rechtfertigt das Unternehmen aus San Francisco mit seinem rasanten Wachstum. So verdoppelte sich der Umsatz im gleichen Zeitraum auf 422 Millionen Dollar.
Twitter macht sein Geld vor allem mit Werbebotschaften im Nachrichtenstrom der Nutzer. Die Hoffnung ist, dass diese Anzeigen in der Zukunft deutlich mehr einbringen. Facebook war dieses Kunststück zuletzt gelungen.
Twitter hat sich zum vielleicht wichtigsten Medium für schnelle Nachrichten entwickelt. Nutzer können über den Dienst 140 Zeichen lange Textnachrichten verschicken, die auch auf Fotos, Videos oder Webseiten verweisen können. Mehr als 500 Millionen dieser sogenannten Tweets gehen täglich raus. Größter Anteilseigner ist der Investor Rizvi Traverse mit 17,9 Prozent.

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