Börsengang von Scout24: 3,3 Milliarden Euro für Kleinanzeigen

Börsengang von Scout24: 3,3 Milliarden Euro für Kleinanzeigen

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Trotz eines nervösen Aktienmarkte hat der Kleinanzeigen-Portalbetreiber Scout24 den Sprung an die Börse geschafft

Scout24 hat den Sprung an die Börse geschafft. Für die Mehrheitsaktionäre Blackstone, Hellman & Friedman sowie die Deutsche Telekom ein Riesengeschäft: Dank Börsenbewertung im Milliardenbereich klingelt ihre Kasse.

Der Internet-Kleinanzeigenbetreiber Scout24 hat den Sprung an die Börse geschafft: Bei der Erstnotiz in Frankfurt lag der Eröffnungskurs am Donnerstag mit 30,75 Euro leicht über dem Ausgabepreis von 30 Euro. Der Börsengang ist damit 1,16 Milliarden Euro schwer. Insgesamt bewertet die Börse den Betreiber der Online-Portale ImmobilienScout24 und AutoScout24 mit rund 3228 Millionen Euro. Durch den Kursanstieg nach der Platzierung stieg dieser Wert sogar zeitweise auf knapp 3,3 Milliarden Euro.

Durch die Neuemission von Aktien werde ein Bruttoerlös von 228 Millionen Euro erzielt, teilte Scout24 in der Nacht zu Donnerstag mit. Im Rahmen des Börsengangs sind insgesamt 38,64 Millionen Aktien platziert worden, davon 7,6 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption soll der Streubesitz - also der frei handelbaren Aktien - bei 35,9 Prozent liegen.

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Für den Internetportalanbieter war es bereits der zweite Anlauf für den Sprung aufs Börsenparkett. Dabei hat die schwierige Börsenstimmung das Vorhaben sicherlich erschwert. Schon seit April ist der Aktienmarkt im Korrekturmodus, vom Hoch bei 12.390 Punkten ging es für den Börsenindex Dax auf aktuell 9740 runter, zwischenzeitlich fiel der Index bis auf 9325 Punkte. Den ursprünglichen Angebotspreis von 26,50 bis 33,00 Euro musste das Scout24 deshalb nach Angaben von Händlern zuletzt auf 29,50 bis 31 Euro einengen.

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Mit der Zuteilung zu 30 Euro machen vor allem die Mehrheitsaktionäre Kasse. Von den inklusive Mehrzuteilungsoption erzielten 1,16 Milliarden Euro wandern mehr als 900 Millionen Euro in ihre Tasche. Sie haben sich verpflichtet, ihre Anteile sechs Monate ab dem Börsenstart nicht zu veräußern. Sollten sie nach dieser Zeit von ihrem Verkaufsrecht Gebrauch machen, dürfte das den Kurs der Aktie erheblich belasten.

Die 228 Millionen Euro, die bei Scout24 verbleiben dienen zudem weniger der Investition in weiteres Wachstum, sondern vorrangig der Tilgung von Schulden, die Ende Juni bei stolzen 926 Millionen Euro lagen. Auch deshalb hat die WirtschaftsWoche auch von einem Investment abgeraten.

Privatanleger, die bei der Zeichnung der Scout24-Aktien leer ausgingen, haben also keinen Grund zur Unzufriedenheit. Die Börsenstory des Kleinanzeigenportal findet in der Zukunft statt - wenn die Schulden reduziert und weiteres Wachstum absehbar sind. Das sich der Kurs in den ersten Handelsstunden weiter knapp über dem Ausgabepreis hielt - bei rund 30,30 Euro - dürfte nicht zuletzt das Verdienst der Konsortialbanken Credit Suisse und Goldman Sachs sein. Schließlich ist es ihre Aufgabe, den Kurs und Handel der Aktien beim Börsendebüt zu unterstützen.

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