Börsengang: Zulassungsantrag eingereicht

Börsengang: Zulassungsantrag eingereicht

Der Börsengang des Essener Chemiekonzerns Evonik geht diese Woche in die heiße Phase. Die Deutsche Bank, die den Börsengang begleitet, habe den Zulassungsantrag bei der Frankfurter Börse eingereicht, hieß es am Montag aus Anlegerkreisen.

Die Erstnotierung auf dem Frankfurter Parkett wird zum Ende der Woche erwartet. Eigentümer des Essener 33.000-Mitarbeiter-Unternehmens sind die RAG-Kohlestiftung und die britische Beteiligungs-Gesellschaft CVC. RAG und CVC haben im Februar und März bereits je rund sechs Prozent Aktien an Investoren abgegeben. Weitere zwei Prozent gehen an institutionelle Anleger. Insgesamt wird für das 14 Prozent-Paket mit einem Erlös von etwa zwei Milliarden Euro gerechnet. Börsenfachleute erwarten, dass der Wert sehr schnell in den MDax aufsteigt.

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Drei Mal musste Evonik den Börsengang absagen, wagt das Unternehmen erneut den Sprung an die Börse - und diesmal aller Voraussicht nach mit Erfolg. Es ist Deutschlands bisher größter Börsengang des Jahres - und zugleich ein Börsengang durch die Hintertür. Das Unternehmen startet keine klassische öffentliche Emission, sondern hat im Februar und März in mehreren Schritten rund zwölf Prozent der Aktien bei vorbörslichen Privatplatzierungen an Investoren wie den Singapur-Staatsfonds Temasek vergeben. Zwei weitere Prozent gehen an institutionelle Investoren. Wegen der großen Nachfrage habe sich der zugrunde gelegte Preis im Laufe des Verfahrens erhöht, hieß es.

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Quelle: dpa/Montage

Evonik-Chef Klaus Engel versprach den Investoren im März bei der Bilanzvorlage ein „attraktives Wachstum ohne Abenteuer“. Der einstige Mischkonzern - 2007 aus den Industrieanteilen des Kohlekonzerns RAG hervorgegangen - hatte sein Portfolio seit Jahren zielstrebig auf das Kernfeld Spezialchemie und den Börsengang hingetrimmt: Die Mehrheit an der Energietochter Evonik-Steag wurde verkauft. 2011 gab Evonik sein Ruße-Geschäft (Carbon Black) ab, 2012 folgten die Farbstoffe (Colorants) und Evonik trennt sich von Teilen seiner Immobilien-Tochter Vivawest.
Der Konzerngewinn stieg 2012 um knapp ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert stark in Asien und setzt auf Trends wie die weltweit immer hochwertigere Ernährung mit steigendem Fleischanteil: Evonik baut riesige Fabriken für Aminosäuren zur Tierfutterproduktion. Beim globalen Bevölkerungswachstum ist Evonik mit Superabsorbern für Babywindeln dabei. Die Investitionen in aller Welt kann Evonik dabei fast komplett aus eigenen Mitteln decken, größere Übernahme-Abenteuer hat sich das Management bisher verkniffen.
Für den Haupteigner RAG-Stiftung, dem nach dem Börsengang noch rund 68 Prozent verbleiben, ist Evonik ein Dauerinvestment mit festgeschriebenem Ziel: Aus den Erlösen des Evonik-Börsengangs, Dividenden und Kapitaleinnahmen muss die Stiftung nach ihrer Satzung die dauerhaften Folgekosten des Steinkohlebergbaus in Deutschland nach dem Ende der Förderung 2018 tragen.

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Nach aktuellen Berechnungen benötigt die Stiftung für diese „Ewigkeitslasten“ ab 2019 einen Vermögensstock von rund 13 Milliarden Euro. Die rund zwei Milliarden Euro für 14 Prozent Aktienanteil entsprechen einer Unternehmensbewertung von gut 14 Milliarden Euro. Das Ziel dürfte erreicht und übertroffen werden, wenn Evonik-Chef Engel bei der Erstnotierung in Frankfurt die Glocke läutet.

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