Börsenguru Marc Faber: "Der EU-Gipfel bringt den Märkten gar nichts"

Börsenguru Marc Faber: "Der EU-Gipfel bringt den Märkten gar nichts"

Nach der überraschenden Einigung beim EU-Gipfel hatte es an den Märkten ein Kursfeuerwerk gegeben. "Bloß eine gewöhnliche Rallye", sagt Anlageexperte Marc Faber. Die EU betreibe lediglich Kosmetik.

Nachdem sich Italien, Spanien und Deutschland beim EU-Gipfel vergangene Woche auf den künftigen Kurs in der Eurozone geeinigt haben, sind die Märkte regelrecht explodiert: Alle wichtigen Anlageklassen konnten zulegen, selbst bei Kupfer, Gold und Öl griffen die Investoren beherzt zu. "Kaum einer hat damit gerechnet, dass bei dem EU-Gipfel etwas Substanzielles herauskommt, daher ist die Freude jetzt erst einmal groß", sagte ein Händler. Vor allem die Bankaktien starteten deutlich im Plus - kein Wunder, haben sich doch die Regierungschefs auf die Möglichkeit der direkten Banken-Rekapitalisierung geeinigt.

Schon vergangene Woche zeigten sich allerdings viele Börsenexperten skeptisch, wie lange die Euphorie auf dem Parkett anhalten werde. "Die Kursentwicklung geht über das hinaus, was gerechtfertigt ist", hieß es in einem Kommentar der Citigroup. Es bedürfe Klarheit darüber, wie und in welchen Fällen Regierungen den ESM in Anspruch nehmen könnten. "Wenn es nur zur Rekapitalisierung von Banken ist, wäre es nicht weitgehend genug, um die zugrundeliegenden Belastungen zu lindern." Und Hedgefondsmanager Lex van Dam von Hampstead Capital sagte: "Das positivste an diesem Gipfel ist, das jeder den Sieg für sich in Anspruch nehmen kann. Es bleibt aber abzuwarten, ob die wahren Probleme damit gelöst werden können."

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Dr. Doom hält Märkte für überverkauft

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Nun legt auch Starinvestor und Börsenguru Marc Faber nach: "Wenn man 100 kranke Banken in eine Union steckt, ändert es nichts daran, dass sie krank sind", sagte er gegenüber Bloomberg TV. Der 66-jährige Börsenexperte, Fondsmanager und Buchautor aus der Schweiz hält die Märkte für stark überverkauft, weshalb es zu den beobachteten Rallys kam. In derart überverkauften Märkten - speziell in Portugal, Spanien, Italien und Frankreich - würde jede Nachricht, die keine neue Katastrophe verkündet, die Aktienkurse nach oben schrauben. Die Maßnahmen und Entwicklungen in der EU hätten damit nichts zu tun. "Das ist nichts anderes als eine weitere kosmetische Korrektur", orakelte er. Langfristig müsse man sich auf eine Abkühlung einstellen.

Das Einzige, was der Gipfel Europa gebracht hätte, ist das Deutschland gezwungen sei, die PIIGS-Staaten weiterhin zu finanzieren, die über ihre Verhältnisse leben. Seine derzeitige Anlageempfehlung: Er kaufe "alles, mit einem hohen Ertrag." Außerdem gehe er Bankwerten aus dem Weg.

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