Börsenhochzeit NYSE / ICE: Fusionsträume der Weltbörsen-Manager

Börsenhochzeit NYSE / ICE: Fusionsträume der Weltbörsen-Manager

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ICE- Chef Jeffrey Sprecher, links, und NYSE-Boss Duncan Niederauer an der New Yorker Börse

Einst verkündete Duncan Niederauer, Chef des US-Börsenbetreibers NYSE Euronext, die New Yorker Börse sei nicht zu übernehmen. Jetzt ist alles anders. Der Markt wird neu aufgeteilt.

Einiges spricht dafür, dass die altehrwürdige New Yorker Börse (New York Stock Exchange, kurz NYSE) mit ihrer 220 Jahre währenden Geschichte heute dringend eine starke Schulter zum Anlehnen benötigt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg ist das durchschnittliche Handelsvolumen an der Wall Street auf Basis der durchschnittlichen Transaktionsmenge von 200 Tagen um ein Drittel zurückgegangen, seit die Derivatebörse ICE aus Atlanta und die Technologiebörse Nasdaq OMX Group im Februar 2011 ein feindliches Übernahmeangebot für den Börsenbetreiber NYSE Euronext abgaben.

Die feindliche Übernahme der New York Stock Exchange zum Angebotspreis von elf Milliarden Dollar platzte zwar, sorgte aber für böses Blut zwischen Niederauer und ICE-Chef Jeff Sprecher, weil der NYSE-Chef seinerzeit gerade in Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Börse war, als das Angebot reinplatzte. Damals hatte Niederauer gerade Oberwasser. Bei den Fusionsverhandlungen mit der Deutschen Börse bestand er darauf, Chef des fusionierten Unternehmens zu werden. Er wäre der starke Mann in der Branche gewesen.

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Sechs Wochen lang sprachen die beiden Top-Manager nicht miteinander. Erst nach der Veröffentlichung guter Quartalszahlen im Februar gratulierte Niederauer Sprecher per E-Mail: "Hallo, großartiges Quartal." Die Freundschaft war gerettet. "Er war sehr großherzig und ich wusste, dass er über das hinwegsehen würde, was ich tat, und wir sind weiter eng verbunden", sagte Sprecher.

Der Traum vom Karrieresprung ist für Niederauer wohl geplatzt. Seitdem die Fusion mit den Frankfurtern am Veto der EU-Kommission scheiterte, ist der Börsenmanager geschwächter als je zuvor. Und nun der neueste Rückschlag: Die US-Derivatebörse Intercontinental Exchange (ICE) meldet sich zurück und will NYSE Euronext für 8,2 Milliarden Dollar übernehmen, umgerechnet 6,2 Milliarden Euro. Den Chefposten muss Niederauer damit abschreiben. Er soll zwar Präsident des neuen Unternehmens werden - spielt damit aber nur die zweite Geige nach Sprecher. "In gewisser Hinsicht muss er sehr frustriert sein, weil einige der großen Dinge, die er versucht hat, nicht gut gelaufen sind", sagt Andre Cappon vom Beratungshaus CBM Group. Als Experte für den Aktienhandel, der nur noch kleine Gewinne abwirft, könnten Niederauers beste Zeiten endgültig vorbei sein.

Sprecher hingegen ist der kommende Mann der Börsenbranche. Die im Jahr 2000 von Banken und Energiefirmen gegründete ICE ist auf den Handel von Optionen und Futures spezialisiert und seit längerem auf Wachstumskurs. Der im US-Bundesstaat Indiana geborene Sprecher sei ein bodenständiger Typ, der nicht aufgebe, sagen Menschen, die ihn kennen. "Er hat keine Angst zu versagen." Und nicht immer hat er Erfolg gehabt. Zu seinen Niederlagen gehört auch das gescheiterte Angebot für die US-Rohstoffbörse Chicago Board of Trade im Jahr 2007.

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