Börseninvestments absichern: Wann sich die Reißleine fürs Aktiendepot lohnt

Börseninvestments absichern: Wann sich die Reißleine fürs Aktiendepot lohnt

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"Sell in May, go away"? - Nix da! So machen Sie Ihr Depot fit für den Sommer 2015.

von Saskia Littmann

Die Schwankungen an den Börsen nehmen zu, gerade vor der anstehenden Urlaubszeit macht das viele Anleger nervös. Wie Sie am besten über den Sommer kommen, was für Aktienverkäufe und für Derivate als Sicherung spricht.

Das Auf und Ab an den Börsen nimmt langsam zu. Erst am Dienstag schickten schwache US-Daten auch den Dax auf Talfahrt, der Leitindex schloss mit 11.327 Zählern so niedrig wie seit März nicht mehr. Schon in der feiertagsbedingt kurzen Vorwoche büßte der Index rund drei Prozent ein. Vor allem am vergangenen Mittwoch rauschten die Kurse ins Minus, Schuld war das überraschend schwache Wirtschaftswachstum in den USA.

Die Unsicherheit über die US-Konjunktur lässt vor allem den Euro wiedererstarken. Die Gemeinschaftswährung hat innerhalb der vergangenen Wochen ihren Kurs in Richtung Parität unterbrochen und liegt mittlerweile immerhin wieder bei 1,11 Dollar. Allerdings drückt der stärkere Euro die Kurse und verunsichert vor allem die Anleger. Nachdem die Börsen lange Zeit scheinbar nur gestiegen sind, nimmt die Unsicherheit nun zu:

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- hohe Bewertungen verstärken bei Anlegern die Sorge vor schmerzhaften Rückschlägen an den Märkten.

- traditionell schwanken die Kurse in den Sommermonaten stärker als üblich. Anleger sorgen sich um ihre Rendite, Vorsichtige denken über passende Absicherungsinstrumente nach.

Aktienkultur in Deutschland

  • Aktienbesitz

    Menschen mit Aktieninvestments im Jahr 2014: 8,4 Millionen

    Vorjahr: 8,9 Millionen

    Anteil der Bevölkerung über 14 Jahren im Jahr 2014: 13,1 Prozent

    Vorjahr: 13,8 Prozent

  • Investitionsarten

    Wie die deutschen Aktionäre investiert sind:

    4,3 Millionen Menschen besitzen nur Aktienfonds.

    1,6 Millionen Menschen besitzen Aktien und Aktienfonds.

    2,5 Millionen Menschen besitzen nur Aktien.

  • Langfristige Entwicklung

    Seit 2001 haben rund 4,4 Millionen Menschen dem Aktienmarkt den Rücken gekehrt.

    Aktionärsanzahl 2001: 12,8 Millionen

    Aktionärsanzahl 2014: 8,4 Millionen

  • Aktienbesitz nach Altersgruppen

    Das Interesse an Aktien hat in den vergangenen Jahren besonders bei den Jüngeren stark nachgelassen.

    Anteil der Aktien- und Aktienfondsbesitzer nach Altersgruppen:

    20-29 Jährige: 7,2 Prozent (2001: 17,5 Prozent)

    30-39 Jährige: 12,1 Prozent (2001: 27,9 Prozent)

    40-49 Jährige: 17,2 Prozent (2001: 25,5 Prozent)

    50-59 Jährige: 17,1 Prozent (2001: 24,5 Prozent)

    60-69 Jährige: 13,6 Prozent (2001: 14,4 Prozent)

  • Aktienbesitz nach Beruf

    Anteil von Aktienbesitzer nach beruflicher Position:

    Leitende Angestellte: 28,4 Prozent

    Leitende Beamte: 30,1 Prozent

    Selbstständige/Freie Berufe: 26,0 Prozent

    Sonstige Beamte: 29,5 Prozent

    Öffentlicher Dienst: 22,7 Prozent

    Sonstige Angestellte: 14,8 Prozent

    Rentner/Pensionäre: 12,3 Prozent

    Studenten: 4,3 Prozent

    Facharbeiter: 8,9 Prozent

    Selbstständige Landwirte: 23,5 Prozent

    Schüler: 1,9 Prozent

    Sonstige Arbeiter: 4,2 Prozent

    Auszubildende: 4,6 Prozent

  • Aktienbesitz nach Einkommen

    Menschen mit höherem Einkommen, haben ein höhere Interesse an Aktien.

    Anteil von Aktien und Aktienfondsbesitzern nach Nettohaushaltseinkommen:

    750-1.250 Euro: 2,5 Prozent

    1.250-2.000 Euro: 6,9 Prozent

    2.000-3.000 Euro: 24,6 Prozent

    3.000-4.000 Euro: 18,5 Prozent

    Über 4.000 Euro: 34,3 Prozent

  • Aktienbesitz nach Bundesländern

    Alte Bundesländer: 13,8 Prozent besitzen Aktieninvestments

    Neue Bundesländer: 10,3 Prozent besitzen Aktieninvestments

    Gesamt: 13,1 Prozent

Sind die Sorgen der Anleger begründet? Und wie können und sollten sich vorsichtige Investoren gegen mögliche Kursverluste absichern?

Aktuell sind auch die geringeren Umsätze ein Grund für das Hin und Her der Börsen. "Der deutsche Leitindex ist noch nicht über den Berg und Abschläge in die Gefilde um 11.000 Punkte sollten weiter einkalkuliert werden", sagt Jens Klatt, Chefanalyst beim Broker DailyFX. Der Eindruck entstehe, dass der Index seine Korrektur noch etwas weiter fortführen werde. „Der Dax dürfte nun schon ein gutes Stück seiner Korrektur hinter sich haben“, meint Daniel Saurenz von Feingold Research. Nervös werden müssen Anleger aber trotzdem nicht unbedingt. Weitere Kursverluste wären angesichts der Rally seit dem vergangenen Oktober kein Beinbruch, so Saurenz.

Depotstrategie Solide Rendite, ruhiger Schlaf

Mit der richtigen Mischung aus Aktien, Anleihen, Tagesgeld und Gold fahren Anleger dauerhaft gut.

Goldbarren in unterschiedlicher Größe bei einem Goldhändler in München Quelle: dpa

Wie volatil die Kurse tatsächlich sind zeigt am besten ein Blick auf den sogenannten VDax. Der Index ist im vergangenen Monat um gut 20 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich höher als in den Monaten zuvor. Je höher er steigt, desto unruhiger wird es an den Märkten - eine Aussage darüber, ob die Kurse steigen oder fallen werden, liefert der VDax allerdings nicht. "Im langfristigen Durchschnitt liegt der VDax aktuell noch im Rahmen, allerdings durchaus im oberen Bereich der Standardbreite", sagt Christian Köker, Derivateexperte bei der HSBC. Der Markt bewege sich nicht mehr nur nach oben, sondern fange wieder an, verstärkt auf (schlechte) Nachrichten zu reagieren.

Einiges deutet also darauf hin, dass die Kurse in den nächsten Wochen stärker schwanken als zuvor. Vor allem für vorsichtige Anleger stellt sich nun die Frage, ob die Überhitzung an den Märkten schon so hoch ist, dass es zu herben Kursrücksetzern kommen könnte. "Die Märkte sind nicht per se überbewertet", sagt Tobias Basse, Aktienstratege der NordLB. Anleger müssten allerdings beachten, dass die Nullzinsen an den Anleihemärkten und die dort möglicherweise zu diagnostizierende Blase auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben. "Über Umwege könnte eine solche Blase auch die Kurse der Dividendenpapiere aufblähen", sagt der Aktienstratege.

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