Börsenjahr 2011: Dax-Aktien auf Rekordjagd

Börsenjahr 2011: Dax-Aktien auf Rekordjagd

Das Jahr beginnt mit einem Auf und Ab der Börse: Nach anfänglichem Schwung muss der Dax neue Rückschläge verkrafen. Dabei hat er noch reichlich Potenzial. Eine Analyse der Chancen und Risiken aller Dax-Aktien.

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Ein New Yorker Börsenhändler trägt am letzten Handelstag des Jahres 2010 an der Wall Streeteine 2011-Brille

Alle Dax-Werte lagen am Morgen des 3. Januar im Plus, der Leitindex kletterte am ersten Handelstag des Jahres um ein Prozent auf 6981 Punkte. Der EuroStoxx50 legte sogar 1,2 Prozent auf 2827 Zähler zu. „Fondsmanager erhalten zum Jahresauftakt üblicherweise frisches Kapital und legen dies an“, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets. „Die gute Stimmung wird sicher noch einige Tage anhalten, allerdings werden die Anleger dann ihr Augenmerk auf das US-Wachstum und die Inflation in China richten.“

Hauptgesprächsthema zum Börsenauftakt war der Etappensieg von Porsche im Streit um den Erwerb von Volkswagen-Aktien. Ein US-Gericht hatte eine milliardenschwere Klage abgewiesen. Dies ebne den Weg für die Kapitalerhöhung, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Punzet in einem Kommentar. Allerdings sei die Besteuerung der geplanten Fusion mit Volkswagen weiterhin unklar und die Zustimmung der VW-Vorzugsaktionäre stehe noch aus. Porsche-Aktien schossen bis zu 11,5 Prozent in die Höhe auf 66,54 Euro. VW-Vorzüge setzten sich mit einem Plus von 3,1 Prozent auf 125,10 Euro an die Dax-Spitze.

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Volkswagen ist nach einer „Handelsblatt“-Analyse eins von nur vier deutschen Unternehmen, die es gemessen am Börsenwert unter die 100 teuersten Konzerne weltweit geschafft haben. Außer VW zählen noch Siemens, BASF und Daimler dazu. Allerdings legte das wichtigste Börsenbarometer Deutschlands – der Dax – im Jahr 2010 mit 16 Prozent stärker zu als alle großen Börsenindizes der Welt, wie die Analyse ergab. In einem Jahr steigerten die 30 größten deutschen Konzerne ihren Börsenwert um 112 Milliarden Euro. Insgesamt steigerten die Konzerne weltweit ihren Wert um 581 Milliarden Euro auf 9,3 Billionen Euro. Neue Nummer Eins auf der Liste ist der US-Ölriese Exxon mit einem Börsenwert von 276 Milliarden Euro, gefolgt vom letztjährigen Spitzenreiter und Wettbewerber Petrochina.

Dax-Ausblick 2011

Die vorderen Plätze machen Rohstoff- und IT- Konzerne unter sich aus: Sieben der zehn wertvollsten Unternehmen fördern Öl und andere Bodenschätze oder sind in der Internetbranche aktiv. Den spektakulärsten Satz nach vorne machte Apple. Der US-Computer- und Handy-Hersteller verbesserte sich in der Rangliste der 100 wertvollsten Unternehmen der Welt um zehn Plätze auf Rang drei. Den größten Sprung nach vorne aus deutscher Sicht schaffte Siemens von Platz 67 auf 42. Neu unter den 100 teuersten Konzernen der Welt sind BASF, Daimler und VW. E.On, Deutsche Telekom und Bayer sind diesmal nicht mehr unter den Top 100.

Für 2011 stehen die Vorzeichen für die deutschen Unternehmen gut. Brummende Konjunktur, kräftige Unternehmensgewinne und beste Stimmung bei Deutschlands Verbrauchern – all das sorgt für Optimismus an der Börse. Für Finanzprofis ist die Sache klar: 2011 wird ein Jahr der Aktie. Die rasante Aufholjagd 2010 und die Partystimmung auf dem Parkett macht Bankern und Börsianern Lust auf mehr. Mancher Analyst sieht den deutschen Leitindex Dax Ende 2011 gar bei 9000 Punkten – und damit deutlich über dem Rekordstand aus Vorkrisenzeiten. Das sind zwar Einzelmeinungen, die aber doch die Richtung beschreiben: Es geht bergauf. „Es ist unglaublich viel Liquidität im Markt, die irgendwo hin will“, sagt Frank-Peter Martin, der bei Metzler Asset Management für die Anlagestrategien verantwortlich ist. Der Chef der vornehmen Frankfurter Privatbank, Friedrich von Metzler, sieht das Geld an der Börse gut aufgehoben: „Qualitätsaktien sind heute sicherer als viele Staatsanleihen“, sagte von Metzler kürzlich.

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