Börsenkommentar: Die blinde Gier der Banken

KommentarBörsenkommentar: Die blinde Gier der Banken

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Morgen Stanley: Ist die Senkung der Umsatzprognose kurz vor dem Börsengang von Facebook ein Fall für die Börsenaufsicht?

von Angela Hennersdorf

Was ist los bei den Banken? Morgan Stanley vergeigt Facebook, JP Morgan verzockt Milliarden.

Das hat die US-Bank Morgan Stanley, Konsortialführerin beim Börsengang von Facebook, wirklich fein hinbekommen: ein Aktienkurs, der in den ersten drei Tagen um 20 Prozent abschmierte – und jetzt auch noch ein Skandal. Unmittelbar vor dem Börsengang senkten Analysten von Morgan Stanley die Umsatzprognose für Facebook, JP Morgan und Goldman Sachs folgten der Einschätzung.

Damit hätten die Banken Anleger verschreckt, heißt es an der Wall Street. Wenn Konsortialbanken während der Werbetour für die Aktie die Prognose für das Unternehmen senkten, dann sei dies ein Fall für die US-Börsenaufsicht, schimpfte der bekannte Börsenanalyst und Blogger Henry Blogdet. Mit Aufsichtsfragen kennt der sich aus, hatte er doch im Jahrtausendboom selbst Ärger mit der SEC, weil er als Analyst bei Merrill Lynch Internet-Aktien, die er Kunden empfahl, in internen E-Mails als Mist bezeichnete.

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Trotzdem hat er recht. Was Anleger besonders erbost und jetzt auch die Behörden auf den Plan ruft: Längst nicht alle Anleger waren über die Prognoseänderung informiert, einige, und ganz bestimmt nicht die kleinen, wussten mehr als andere.

Konkurrentin Goldman Sachs, von Morgan Stanley bei Facebook ausgestochen, reibt sich die Hände. Doch auch Goldman wurde zuletzt von Skandalen erschüttert, unter anderem müssen sich Manager der Bank Ermittlungen wegen Insiderhandels stellen. Und auch Wettbewerber JP Morgan hat eigene Probleme. Zwei, vielleicht auch drei Milliarden Dollar hat ein Händler der US-Bank verzockt. Die Summe stürzt JP Morgan nicht in den Abgrund, schließlich hat die Bank 2011 19 Milliarden Dollar Gewinn gemeldet. Doch Bilderbuch-Banker Jamie Dimon, Chef des Instituts, muss sich zu Recht massive Kritik an seinem Führungsstil und am Risikomanagement gefallen lassen.

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Dimon hatte die spekulativen Wetten als dummen Fehler, der nie hätte passieren dürfen, abgetan. Doch damit kommt er nicht durch. Denn wie aus Finanzkreisen zu hören ist, erinnert das, was über mehrere Monate bei der Bank in New York und in London ablief, schwer an die Szenarien aus den Finanzkrisenzeiten: Eigensinnige Händler in London sollen interne Kritik an ihren Geschäften abgewehrt haben.

Solange der Rubel rollte, drückte kein Risikomanagement der Bank den Alarmknopf. Irvin Goldman, verantwortlich für die Risikokontrolle in dem Bereich, hatte schon 2007 eine andere Wall-Street-Firma in Schwierigkeiten gebracht. Zunutze gemacht haben sollen sich die Händler der Abteilung außerdem, dass Ex-Investment-Chefin Ina Drews wegen einer Borreliose-Erkrankung zeitweise fehlte und den Herren nicht täglich auf die Finger schaute. All das klingt wie Zickenkrieg im Callcenter und nicht nach dem Top-Management einer der profitabelsten Banken Amerikas. Die Institute haben aus der Finanzkrise nichts gelernt. Es ist höchste Zeit, dass die US-Behörden sie an die Kette legen.

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