Börsentrends: Ölpreis-Inflation und Chancen in Arabien

Börsentrends: Ölpreis-Inflation und Chancen in Arabien

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Die Börse in Kairo ist seit dem 27. Januar geschlossen

Der scharfe Ölpreisanstieg schürt die Inflation und dämpft die Gewinnerwartungen der Unternehmen. Optimisten sehen hingegen schon Kaufchancen in Nordafrika und dem Nahen Osten.

Mehr als 1,50 Euro kostet der Liter Super – und das dürfte noch nicht das Ende des Preisanstiegs sein. Obwohl Libyen mit einer Tagesproduktion von 1,6 Millionen Barrel nicht zu den ganz großen Förderländern gehört (Saudi-Arabien 8,1 Millionen Barrel, Iran 3,7 Millionen), fließt libysches Öl bisher besonders nach Europa. Energieunternehmen wie die österreichische OMV holen hier ein Zehntel ihrer Produktion – die sie jetzt angesichts der Umwälzung in dem nordafrikanischen Land dort einstellen. Billiger wird der Sprit an den 4800 Tankstellen, die OMV in Europa und der Türkei unterhält, deshalb sicher nicht.

Teures Öl provoziert Inflationsangst

Entwicklung der wichtigsten Finanzmarkt-Indikatoren

Entwicklung der wichtigsten Finanzmarkt-Indikatoren

Teures Benzin schlägt direkt auf die Inflation durch. Nach einer Umfrage des Forschungsinstituts ZEW rechnen Experten in diesem Jahr bisher mit zwei Prozent. Es können aber auch mehr werden. Drei Prozent kann sich Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer vorstellen, wenn der Ölpreis auf 120 Dollar steigt. Bei aktuellen Notierungen um 115 Dollar fehlt da nicht mehr viel.

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Auf dem falschen Fuß erwischt werden jetzt die Aktienmärkte. Nach fünf Monaten Kletterpartie lag ohnehin eine Korrektur in der Luft. Die kann nun heftiger ausfallen, weil Unternehmen in ihren Gewinnprognosen so teures Öl noch nicht auf der Rechnung hatten. Nach den guten Zahlen für 2010 wird es nun schwer, 2011 noch eins draufzusatteln.

Trommler in der Wüste

Nach herben Verlusten an den Kapitalmärkten im Zuge der Volksaufstände sehen Optimisten bereits wieder Kaufchancen in Nordafrika und Arabien. Aber das ist ein riskantes Spiel.

Wenn die Börse Kairo in Kürze den Handel wieder aufnimmt, wird das wegweisend dafür sein, wie die Kapitalmärkte der nordafrikanisch-arabischen Region die politischen Umwälzungen wegstecken. „Die ökonomischen Fundamentaldaten und die Wachstumstreiber bleiben intakt“, sagt John Mackie, Fondsmanager des Africa Equity Funds von Nordea. Wie andere Manager von Fonds mit nordafrikanischen und arabischen Werten (Egon Vavrek, LGT Capital, Jens Schleuniger, Altira) plädiert Mackie dafür, die Umbruchphase als Chance zu sehen, in einer langfristig aussichtsreichen Region zu investieren.

Kursentwicklung der Börsen in Nordafrika, Kleinasien und im Nahen Osten

Kursentwicklung der Börsen in Nordafrika, Kleinasien und im Nahen Osten (für eine vergrößerte Ansicht bitte auf die Tabelle klicken)

Fragt sich nur, ob die Zeit dafür schon reif ist. Die Unruhen erfassen derzeit immer mehr Länder in Nordafrika und im Nahen Osten. Das spricht nicht dafür, dass der Neuaufbau schon wieder unmittelbar bevorsteht. Im Gegenteil: In wirtschaftlich wichtigen Ländern wie Libyen brechen jetzt Machtkämpfe aus, die seit Jahrzehnten unterdrückt wurden und die eine Rückkehr zur alten Wachstums‧story schwer machen.

Selbst die Börse Istanbul, die im Jahresvergleich noch gut abschneidet, hat den weltweiten Aktienanstieg seit Januar nicht mehr mitgemacht. Anzeichen dafür, dass große Investoren schon wieder heimlich Schwellenländer-Aktien kaufen, gibt es nicht.

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