Bonus-Saison: Schlechte Aussichten für Banker

Bonus-Saison: Schlechte Aussichten für Banker

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Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein. In diesem Jahr werden seine Top-Banker wohl weniger Bonus erhalten

Die Bonuszahlungen an Banker und Vermögensverwalter stehen seit Ausbruch der Finanzkrise in der Kritik. Nun müssen sich die Banken bei der jährlichen Ausschüttung zurückhalten - aber nicht aus Reue.

In London und an der Wall Street in New York hat sie bereits begonnen: die Bonus-Saison für Banker und Vermögensverwalter. Traditionell wird dort Anfang des Jahres in den Chefetagen über die Bonuszahlungen entschieden. Und wie schon in den vergangenen Jahren sind sie Stein des Anstoßes. Aber so schlimm wie im vorigen Jahr, als sich Bob Diamond, Chef der Barclays Bank, stundenlang vor dem Finanzausschuss des Unterhauses rechtfertigen musste, wird es in diesem Jahr wohl nicht. Denn die Bonuszahlungen dürften kleiner ausfallen.

Aber nicht Reue oder die Angst vor einer Neiddebatte lässt das Zusatzgehalt schrumpfen, sondern die schwierige Gewinnsituation vieler Banken, insbesondere der Investmentbanken. Die haben aufgrund der Finanzkrise und der starken Verunsicherung der Anleger deutlich weniger verdient. Laut "Wall Street Journal Europe" will die Investmentbank Goldman Sachs die Bonuszahlungen an 400 Führungskräfte deutlich senken.

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Bei Morgan Stanley könnten die Boni um 30 bis 40 Prozent schrumpfen. Der Chef der Londoner Lloyds-Bank Antonio Horta-Osorio verzichtet sogar ganz auf seinen Millionen-Bonus - allerdings auch aus anderen Motiven als nur schwacher Gewinnentwicklung.

Pessimismus in Deutschland und der Schweiz

Die Experten der Personalberatung Korn/Ferry rechnen etwa damit, dass die sich Investmentbanker in Europa auf Boni einrichten müssen, die 30 bis 50 Prozent unter denen des Vorjahres liegen. Zudem sollen die Bonuszahlen stärker nach Leistung differenziert werden.

Laut eFinancialCareers, einem Online-Karrierenetzwerk für Investment Banking, Vermögensverwaltung und Wertpapierhandel, spiegelt sich das auch in einer aktuellen Umfrage unter 253 betroffenen Finanzexperten wider. Bei der Umfrage fragten die Netzwerker die Bonuserwartungen von Finanzexperten in Deutschland und der Schweiz ab. Neun von zehn (89 Prozent) der befragten Fachkräfte rechnen demnach überhaupt mit einem Bonus für das Geschäftsjahr 2011. Dennoch rechnen sechs von zehn (60 Prozent) damit, dass der Bonus für 2011 gegenüber dem Vorjahr geringer oder unverändert ausfallen wird.

BonuserwartungUSUKDeutschland und Schweiz
71%+ mehr6%10%2%
51-70% mehr3%5%0%
31-50% mehr5%5%6%
11-30% mehr12%10%13%
0-10%  mehr15%10%8%
Keine Veränderung21%23%23%
0-10%   weniger10%6%4%
11-30% weniger8%9%16%
31-50% weniger9%6%11%
51-70% weniger2%3%4%
71-99% weniger1%2%1%
Ich werde keinen Bonus erhalten8%11%11%
Quelle: eFinancialCareers, 12.01.2012

Deutlich wird auch, dass Finanzexperten in Deutschland und der Schweiz sich weniger zuversichtlich als ihre Kollegen in der Londoner City und an der Wall Street zeigen. Denn ähnliche Umfragen wurden in Großbritannien und den USA durchgeführt, wobei sich herausstellte, dass mehr als sechs von zehn Befragten einen höheren oder gleichen Bonus gegenüber dem Vorjahr erwarten – all dies trotz der anhaltenden Unsicherheit auf den Finanzmärkten weltweit.

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