Branchentreff 'Super Return': Firmenjäger wollen Image aufpolieren

Branchentreff 'Super Return': Firmenjäger wollen Image aufpolieren

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert eine Belebung des Private-Equity-Geschäfts

von Mark Fehr

Bei ihrem Gipfeltreffen in Berlin finden Finanzinvestoren zu neuem Selbstbewusstsein – und legen sich zwecks Imagepflege schon mal passende Argumente für den Bundestagswahlkampf zurecht.

Trotz der anhaltenden Eurokrise blicken internationale und deutsche Firmenkäufer bei ihrem Gipfeltreffen diese Woche in Berlin optimistischer in die Zukunft als in den vergangenen Jahren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC prognostiziert auf Grundlage einer aktuellen Umfrage eine Belebung des Private-Equity-Geschäfts. Auch laut einer Erhebung durch die Unternehmensberatung Roland Berger wird der Anteil der mit privatem Beteiligungskapital finanzierten Unternehmensübernahmen an den gesamten M&A-Transaktionen in 2013 steigen. Vor allem in Deutschland wollen die Investoren ihr Engagement ausweiten und mehr Deals eintüten.

Aufsehen erregt hat bereits die international tätige Private-Equity-Gesellschaft Advent International durch die Übernahme des Einzelhandelskonzerns Douglas mit seinen Parfümerien und der Buchhandelskette Thalia. Der Megadeal Ende vergangenen Jahres hat andere Investoren in dem Glauben bestärkt, dass jetzt wieder große Übernahmen glücken können. Hierzulande populär ist auch das Investment von CVC Capital Partners in den Essener Spezialchemiekonzern Evonik. Der Investor sowie die RAG-Stiftung als Haupteigentümerin wollen das Unternehmen nach mehreren Anläufen in diesem Frühjahr endlich an die Börse bringen. Aus dem CVC-Portfolio steht auch der ebenfalls in Essen beheimatete Ablesedienst Ista zum Verkauf, der für Immobilieneigentümer Energie- und Nebenkosten erfasst. Außerdem suchen die Investoren Permira und KKR Käufer für ihre Aktienpakete an dem Münchner Medienkonzern Pro7Sat1.

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Ob sich CVC beim Evonik-Börsengang nur selbst die Taschen vollmacht oder ob auch die neuen Aktionäre profitieren werden, muss sich zeigen. Eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zeigt jedenfalls, dass von Finanzinvestoren an die Börse gebrachte Unternehmen den neuen Aktionären höhere Kursgewinne bescheren als IPOs, die von industriellen Alteigentümern durchgeführt werden. Wie die Wirtschaftsprüfer erklären, profitiert eine Aktie aus Sicht der Anleger davon, wenn ein Unternehmen von Finanzprofis auf den Kapitalmarkt vorbereitet werde, die bei solchen Transaktionen Routine besitzen. „Das in der Öffentlichkeit teilweise verbreitete Misstrauen gegenüber Private-Equity-Firmen lässt sich am Aktienmarkt nicht nachweisen“, sagt Nadja Picard, Partnerin und Kapitalmarktexpertin bei PwC.  

Finanzinvestoren besitzen in Deutschland ein schlechtes Image, weil sie ihre Deals vor allem in der Vergangenheit oft mit hohen Schulden finanziert haben, die sie dann den gekauften Unternehmen aufbürdeten. Rund 70 Milliarden Euro dieser Altkredite stehen nach dem Boom vor der Finanzkrise in den kommenden Jahren zur Rückzahlung oder Refinanzierung an. Zudem sorgt der Einstieg einer Investmentgesellschaft regelmäßig für Unruhe bei der Belegschaft, weil die neuen Eigentümer das Unternehmen auf Effizienz trimmen und Personalkosten sparen.

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