BRIC-Länder: Vier gegen den Rest der Welt

BRIC-Länder: Vier gegen den Rest der Welt

, aktualisiert 02. Dezember 2011, 13:03 Uhr
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Rapides Wachstum mit Schönheitsfehlern: Börsenhändler in der brasilianischen Metropole Sao Paulo.

von Michael MaischQuelle:Handelsblatt Online

Wenn in der Weltwirtschaft etwas begeistern kann, dann sind es die großen Schwellenländer. Bei Wachstum und Neuverschuldung haben sie Europa längst abgehängt. Ihre Börsenwerte sind jedoch weniger stabil als gedacht.

LondonVor genau zehn Jahren hatte der Goldman-Sachs-Banker Jim O'Neill jene Idee, die ihn berühmter machte als die meisten anderen Volkswirte seiner Generation. Dabei hat O'Neill streng genommen nur eine Abkürzung erfunden: BRIC, die Buchstaben stehen für die aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China.

2001 prophezeite der Ökonom, dass sich die Machtbalance in der Weltwirtschaft dramatisch zugunsten dieses Quartetts verschieben werde. O'Neill behielt recht. Der Aufstieg der BRIC verlief noch rasanter als von ihm vorausgesagt. Inzwischen machen die vier Staaten fast 20 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung aus, eine neue globale Macht, die sich inzwischen auch politisch organisiert, und zum Hort der ökonomischen Stabilität wurde. Während die großen Schwellenländer inzwischen die Stabilitätskriterien des Maastrichter Vertrages erfüllen, die 1991 für die europäische Währungsunion festgeschrieben wurden, droht die Euro-Zone im Chaos zu versinken.

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Das BRIC-Konzept hat auch die Investmentwelt revolutioniert. Zwar dauerte es einige Jahre. Doch dann entstanden beinahe am Fließband Fonds, Indizes, Zertifikate und andere Produkte. Der Erfolg lässt sich nicht bestreiten: Während die weltweiten Aktienkurse in den vergangenen zehn Jahren um gerade einmal 14 Prozent zulegten, explodierten die BRIC-Börsen um 280 Prozent.

Doch inzwischen hat die Idee etwas Staub angesetzt. Seit zwei Jahren fallen die Kurse in den BRIC-Ländern deutlich schneller als im Rest der Welt. O'Neills Optimismus kann das aber nichts anhaben. Er erwartet, dass die Vier in den nächsten zehn Jahren noch einmal um etwa zwölf Billionen Dollar wachsen, das wäre zwar etwas langsamer als in der vergangenen Dekade, im Vergleich zum Westen aber noch immer rasant.

O'Neill mag mit seiner ökonomischen Analyse recht behalten, auch wenn er gegenüber politischen Risiken, wie sie sich zum Beispiel im "arabischen Frühling" zeigten, erstaunlich gelassen bleibt. Aber selbst wenn der Banker richtigliegt muss das noch lange nicht heißen, dass sich die Aktienkurse so positiv entwickeln wie seit 2001, vor allem weil an den Börsen Erwartungen und nicht Fakten gehandelt werden.

In einer ausgesprochen düsteren Weltwirtschaft sind die Emerging Markets beinahe der einzige Lichtblick. Angesichts der hochgesteckten Erwartungen wird es den BRIC aber schwerfallen, immer weiter für positive Überraschungen zu sorgen, die die Kurse treiben. Die könnten am Ende sogar eher aus dem gebeutelten Westen kommen. Vorausgesetzt, dass die Euro-Krise nicht in einer Riesen-Katastrophe endet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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