Bulle & Bär: Verschwörung gegen Gold? Unsinn!

Bulle & Bär: Verschwörung gegen Gold? Unsinn!

, aktualisiert 21. Dezember 2011, 13:48 Uhr
Bild vergrößern

Goldbarren: Kein sicherer Hafen mehr?

von Georgios KokologiannisQuelle:Handelsblatt Online

Die Theorien über eine Verschwörung gegen Gold sind nicht haltbar. Hinter dem jüngst schwachen Goldpreis stecken profane Probleme. Ängste vor anhaltendem Preisverfall sind verfrüht.

FrankfurtVerschwörungstheorien haben hierzulande Konjunktur, wenn es an den Finanzmärkten scheppert. Mal ist es angeblich Uncle Sam, der den Euro einbrechen lässt, um von eigenen Schuldenproblemen abzulenken.
Mal sind es die Notenbanken, die im Auftrag rat- wie tatloser Regierungen das wahre Ausmaß einer globalen Systemkrise verschleiern sollen. So wie derzeit, indem sie den Preis für Gold unter Druck setzen. Hintergrund: Steigt der Preis des Edelmetalls allzu schnell, gilt das als untrügliches Zeichen dafür, dass die Menschen das Vertrauen in Papiergeld, Wirtschaft und Politik verlieren. Flacht die Aufwärtsbewegung ab, scheint wieder alles in Butter, die Anlegerherde beruhigt sich.

Und vergangene Woche beschleunigte sich der jüngste Kursverfall von Gold. Erstmals seit dem Spätsommer notiert eine Feinunze wieder unter der Marke von 1600 Dollar. Die Goldjünger staunen. Wer verkauft ausgerechnet jetzt angesichts ungelöster Schuldenkrisen und drohender Inflationsgefahren?

Anzeige

Deutsche Privatanleger dürften es nicht sein. Die halten dem Edelmetall die Treue. 85 Prozent der Bundesbürger, denen ein Betrag von 10.000 Euro zur Verfügung stünde, würden diesen entweder als Geldanlage auf ein Tagesgeldkonto legen oder in Gold investieren, hat das Marktforschungsunternehmen Forsa herausgefunden. Viele horten bereits große Mengen an Münzen und Barren in Schließfächern und Tresoren.

Des Rätsels Lösung kann also nur sein: Manipulative Goldverkäufe der Notenbanken! So liest man es dieser Tage in zahlreichen Blogs und Internetforen. Dumm nur, dass die Zentralbanken zuletzt eher durch Käufe als Verkäufe aufgefallen sind. Allein im vergangenen Quartal haben die Notenbanken weltweit fast 150 Tonnen erworben - so viel wie noch nie seit vier Jahrzehnten.


Banken brauchen Geld - und verkaufen

Aber wer weiß? Vielleicht ist das nur Teil der perfiden Strategie: Zuerst unauffällig Barren für Barren einsammeln und dann schlagartig die aufgetürmten Bestände auf den Markt kippen, Verunsicherung stiften, gar Angst vor dem Platzen einer möglichen Preisblase schüren und damit den Kurs in die gewünschten Bahnen lenken.

Wahrscheinlich steckt aber Profaneres hinter der Preisschwäche: die Probleme mancher Anleger auf dem Kapitalmarkt. „Jeden Tag müssen einige Marktteilnehmer Positionen refinanzieren. In einer Phase mit Finanzierungsstress wird diese Refinanzierung schwieriger. Wenn Marktteilnehmer keine Finanzierung mehr erhalten, müssen sie Anlagen verkaufen, um die dringend benötigte Liquidität zu beschaffen“, sagt Tobias Merath von der Credit Suisse. Im Klartext: Die Banken brauchen dringend Geld und trennen sich wohl oder übel auch von Teilen ihrer Goldbestände. Hinzu kommt, dass sich zuletzt viele Spekulanten an den schwankungsreichen Börsen verzockt haben. Die sind nun gezwungen, andere Vermögenswerte zu liquidieren, um Verluste auszugleichen.

Die Situation erinnert an die Lage Ende 2008. Damals spitzte sich die Krise nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers zu. Auch damals benötigten die Finanzhäuser dringend Geld, und der Goldpreis gab trotz enormer physischer Nachfrage zunächst nach - erst knapp über 700 US-Dollar endete die Talfahrt. Heute steht der Kurs satte 128 Prozent höher.
Selbst wenn sich die Aussicht auf Rendite etwas eingetrübt hat. Nach dem Preissturz hat zum Beispiel die UBS ihre Prognose für den Durchschnittspreis im kommenden Jahr gesenkt: Von 2075 auf 2050 US-Dollar.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%