Bundesbank in der Euro-Krise: Forderungen schießen in die Höhe

Bundesbank in der Euro-Krise: Forderungen schießen in die Höhe

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Bundesbank-Chef Jens Weidmann

von Frank Doll

Die Notenbanken der Krisenländer brauchen Geld, über die EZB bekommen sie es. Mit den Target2-Forderungen der Bundesbank steigt so das Erpressungspotenzial gegenüber Deutschland.

Aus Angst vor Bank- und Staatspleiten und einem Abschied vom Euro ziehen ausländische Investoren Kapital ab aus den Peripherieländern. Deren Bürger räumen ihre Konten und bringen Ersparnisse ins Ausland. Weil die Banken immer mehr private Kreditgeber verlieren, springen ihre Notenbanken als Finanziers ein. Dabei bauen sie immer höhere und riskantere Forderungen gegenüber ihren Banken auf. Im Gegenzug steigen über das Target2-Zahlungssystem ihre Verbindlichkeiten gegenüber der Europäischen Zentralbank (EZB). Spiegelbildlich dazu wachsen bei anderen Notenbanken der Euro-Zone, vor allem bei der Bundesbank, die Target2-Forderungen gegenüber der EZB.

Bundesbank-Forderungen bis Jahresende bei einer Billion?

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Bei der Bundesbank sind diese inzwischen auf 644 Milliarden Euro gestiegen. Setzt sich die Kapitalflucht aus dem Süden ungebremst fort, könnte dieser Posten der Bundesbank-Bilanz bis zum Jahreswechsel in Richtung einer Billion Euro anschwellen. Verlässt ein Land der Peripherie die Euro-Zone, fielen diese Verbindlichkeiten aus und die Verluste auf das Euro-System zurück. Sie wären dann vor allem von der Bundesbank, also vom deutschen Steuerzahler, zu tragen.

Entwicklung der Target2-Salden

Notenbank (Land)Target2-Forderungen/-Verbindlichkeiten in Milliarden Euro
Dezember 2010Juni 2011Dezember 2011Februar 2012März 2012April 2012
Deutschland+326+337+463+547+616+644
Niederlande+41+21+153+144+155k. A.
Luxemburg+68+70+110+98+115k. A.
Finnland+20+6+66+45+73+63
Belgien

–14

–21

–53

–52

–39

–35

Frankreich

–28

–18

–80

–93

–46

k. A.

Portugal

–60

–57

–61

–64

–75

k. A.

Irland

–145

–132

–124

–103

–100

k. A.

Griechenland

–87

–97

–105

–107

–104

k. A.

Italien

+4

+6

–191

–194

–270

–279

Spanien

–51

–45

–175

–211

–276

k. A.

Quelle: Nationale Notenbanken, Commerzbank
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