Bundesnetzagentur: "Es fehlen Leitungen und Wasserspeicher"

ThemaEnergiewende

Bundesnetzagentur: "Es fehlen Leitungen und Wasserspeicher"

Bild vergrößern

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

von Martin Gerth

Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur, über Regeln gegen Strompreis-Manipulation und die Blackout-Gefahr im nächsten Winter.

Wirtschaftswoche: Herr Homann, der Energiekonzern E.On will in Bayern gasbetriebene Kraftwerksblöcke abschalten. Ist die Versorgung im nächsten Winter gefährdet?

Homann: Wir müssen klären, ob es sich um Kraftwerke handelt, die für die Netzsicherheit zwingend erforderlich sind. Sollen solche Kraftwerke am Netz bleiben, wird man sich einer Frage nach einer angemessenen Entschädigung nicht verschließen können. Dies darf jedoch auf keinen Fall dazu führen, falsche Anreize zu schaffen. Die Unternehmen dürfen nicht ermuntert werden, in Erwartung einer Entschädigung Kraftwerksstilllegungen anzukündigen.

Anzeige

Das Stromnetz ist in diesem Jahr nur knapp an einem Blackout vorbeigeschrammt. Händler an der Börse sollen die für den Folgetag benötigte Strommenge nicht korrekt angegeben haben.

Im Februar war es in der Tat knapp. In einigen Fällen mussten Gaskraftwerke vorübergehend vom Netz genommen werden, weil sie nicht ausreichend mit Gas versorgt werden konnten. Diese Kraftwerke konnten so den benötigten Strom nicht produzieren. Bisher steht fest, dass es in einigen Bereichen zu Unterdeckungen kam. Die Netzbetreiber werten derzeit aus, ob Stromhändler ihre Prognosepflichten verletzt haben.

Geht es etwas genauer?

Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass es sich für die Stromhändler finanziell nicht gelohnt hat, auf die Regelenergie zu vertrauen, statt sich an der Börse einzudecken. Zu den Zeiten, in denen die Unterdeckung besonders groß war, lag der Börsenpreis unter dem Preis für die Regelenergie.

Auch wenn sich der Verdacht gegen einzelne Stromhändler als falsch herausstellen sollte – müsste der Stromhandel insgesamt nicht transparenter werden?

Die EU hat 2011 beschlossen, den außerbörslichen Stromhandel stärker zu regulieren. Wir werden Daten über den außerbörslichen Handel sammeln. So lässt sich für jeden Handelstag ermitteln, welche Marktteilnehmer wie viel in wessen Auftrag gehandelt haben. Die verschärfte Regulierung startet 2014.

Warum erst so spät?

Die EU hat zwar einen Rahmen vorgegeben, aber es fehlt noch eine Reihe von praxisnahen Vorschriften. So ist noch unklar, welche Daten im Detail erfasst werden sollen. Auch in Deutschland ist noch einiges zu erledigen. Die Aufgaben von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt müssen aufeinander abgestimmt werden. So soll im Kartellamt eine Markttransparenzstelle eingerichtet werden, die Marktmanipulationen und Insidergeschäfte im Energiegroßhandel verhindern soll. Wir werden bei dieser Transparenzstelle mitarbeiten und uns die Arbeit mit dem Kartellamt teilen.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%