Bundesverfassungsgericht: Das bedeutet das ESM-Urteil für Anleger

Bundesverfassungsgericht: Das bedeutet das ESM-Urteil für Anleger

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Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe stand am Mittwochmorgen im Blickpunkt nicht nur des deutschen Interesses.

von Sascha Grundmann

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat den Rettungsschirm ESM durchgewinkt, allerdings unter einigen Auflagen. Wie sich das an der Börse auswirkt.

Es ist amtlich: Die Richter des Bundesverfassungsgerichts geben dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) grünes Licht. Und sorgen damit für Erleichterung bei vielen Teilnehmern am Aktienmarkt. Doch der ganz große Kursaufschwung bleibt aus. Thomas Grüner von Grüner Fisher Investments sieht es denn auch so: "Die Entscheidung aus Karlsruhe ist keine Überraschung. Auch dass es ein Ja mit Auflagen sein würde, ist von den Börsianern so erwartet worden. Das macht die erste Reaktion am Markt deutlich", so Grüner.

Der deutsche Aktienindex Dax hatte am Dienstagnachmittag nochmal zugelegt und den Optimismus der jüngeren Vergangenheit in Sachen Euro fortgesetzt. Schon die Zusage der Europäischen Zentralbank (EZB) von vergangener Woche, „unbegrenzt“ Staatsanleihen gefährdeter Euro-Länder zu kaufen, hatte für steigende Notierungen gesorgt, zeigte sie doch, dass die Zentralbank für die Rettung der Gemeinschaftswährung nichts unversucht lassen wolle. Thomas Grüner sagt daher: "Die Ansage der EZB war die wichtigere Botschaft als das Urteil aus Karlsruhe."

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Das nächste Kernthema

Mit dem Entscheid des Gerichts verliert das Thema Eurokrise seiner Ansicht nach auch vorerst an Bedeutung für die Börse. "Die Problematik ist nun schon mehr als zwei Jahre alt und damit setzt sich ein Gewöhnungseffekt ein", erklärt Grüner. "Das kommende Kernthema werden die Wahlen in den USA sein." Er sehe das ESM-Thema grundsätzlich eher als Nebenschauplatz: "Egal, ob ich ein großer Investor, eine Stiftung oder ein Hedgefondsmanager bin - es ist wichtig zu schauen, mit welchem Markt ich zurzeit rechtlich, liquiditäts- und bewertungstechnisch am besten fahre. Und das ist, auch wenn es eine Binsenweisheit ist, aktuell einfach der Aktienmarkt." Dabei spielen seiner Meinung nach vor allem Dividenden eine Rolle: "Ich habe neulich eine Aufstellung gesehen, in der nahezu jeder Dax-Titel eine Dividendenrendite aufwies, die höher lag als die Rendite einer zehnjährigen Staatsanleihe - früher war so etwas die Ausnahme, heute ist es die Regel."

10 Tipps für Börseneinsteiger

  • Volles Risiko oder lieber Nummer sicher - Typ-Analyse

    Bevor ein potentieller Anleger zum ersten Mal Aktien kauft, sollte er sich Gedanken darüber machen, welches Ziel er mit der Geldanlage verfolgt und für welchen Anlegertyp er sich hält. Wenn mit den Aktien später die Altersvorsorge aufgestockt oder das Studium der Kinder finanziert werden soll, muss an der Börse eine andere Taktik angewendet werden, als wenn es um kurzfristige Gewinne geht. Die grundlegende Frage ist: Sind Sie auf den Betrag angewiesen und investieren deshalb lieber mit möglichst geringem Risiko oder können Sie eventuelle Verluste verschmerzen und renditestärkere aber auch riskantere Papiere kaufen?

  • Gier ist nicht immer gut

    Wer die Frage nach der eigenen Risikoneigung mit "no risk, no fun!" beantwortet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er zwar sehr viel gewinnen, aber auch sehr viel verlieren kann. Für den Anfang schadet es nicht, auf eine langfristige Strategie zu setzen und die Entwicklungen an den Märkten zu beobachten. Kleine Zockereien für den Nervenkitzel sind dann im Verlustfall besser zu verschmerzen. Nach dem Geckoschen Leitsatz "Greed is good" sollten Börsenneulinge nicht handeln.

  • Nur kaufen, was man versteht

    Was eine Aktie ist und wie sie funktioniert, dürfte jedem klar sein. Wer sein Depot auch mit Anleihen und Zertifikaten füllen möchte, sollte nur in Produkte investieren, die er auch versteht. Wer nur auf die Renditeversprechen hört und Produkte kauft, deren Vor- und Nachteile, beziehungsweise Funktionsweisen er nicht begreift, fällt über kurz oder lang auf die Nase.

  • Bankgebühren beachten

    Bevor Sie ein Depot eröffnen, vergleichen Sie die Gebühren der Banken. Je höher die Gebühren sind, desto geringer fällt die Rendite nachher aus. Direktbanken haben im Regelfall günstige Konditionen und bieten kostenlose Depots an.

  • Auf die Mischung achten

    Anleger sollten ihr Geld - und damit auch ihr Risiko - zumindest am Anfang möglichst breit streuen. Verteilen Sie Ihr Geld auf verschiedene Märkte wie Rohstoffe und Energie, sowie auf Aktien, Fonds und Anleihen.

  • Mischung bei Fonds und Zertifikaten

    Wer seinem Portfolio Fonds oder Zertifikaten beimischt, sollte auch innerhalb dieser Anlageklassen auf eine gute Mischung achten. Fondsanbieter und deren Produkte lassen sich online schnell vergleichen. Wer nicht nur in ein oder zwei Gesellschaften investiert, ist auf der sicheren Seite.

  • Regelmäßige Überprüfung

    Besonders wichtig ist, dass Sie sich Zeit nehmen für Ihre Geldanlage und Ihr Depot regelmäßig überprüfen: Welche Anlageinstrumente haben sich wie entwickelt? Ist es Zeit, das Depot umzuschichten, oder läuft alles in meinem Sinne?

  • Qualität hinterfragen

    Bei der Überprüfung des Depots sollte man sich immer mal wieder fragen: Würde ich diese Aktie oder diesen Fonds heute noch kaufen? Lautet die Antwort ja, behalten Sie das Produkt. Sind Sie von der Qualität nicht mehr überzeugt, wird es Zeit zum Verkauf.

  • Verluste begrenzen

    Entwickelt sich eine Aktie oder ein sonstiges Produkt nicht so, wie geplant, sollten Sie nicht zögern, es zu verkaufen. Sogenannte Stopp-Loss-Orders, also Untergrenzen, bei denen verkauft werden soll, können hilfreich sein. Das bietet sich insbesondere dann an, wenn man den Kurs nicht permanent selbst im Auge behalten kann oder will.

  • Einen kühlen Kopf bewahren

    Grundsätzlich gilt: Verlieren Sie nicht die Nerven. An der Börse gibt es Kursschwankungen, Aktienkurse können unerwartet einbrechen. Das sollte aber kein Grund sein, den Kopf zu verlieren. Panische und unüberlegte Deals kosten meist mehr Geld als die Abwärtstrends.

Inflation wird kommen

Mit seiner Empfehlung einer Investition in den Aktienmarkt steht Grüner nicht allein da. Auch andere Experten sehen Aktien derzeit als einzige sinnvolle Anlageklasse. Zum einen wegen des Mangels an Alternativen, zum anderen wegen der Rahmenbedingungen. So dürften neben der finanziellen Repression und der Fortsetzung der Zinspolitik der EZB auch die durch die immer neuen Geldspritzen der Notenbank ansteigende Inflation eine wichtige Rolle spielen. Im Rahmen des jüngsten Roundtable der WirtschaftsWoche mit fünf ausgewiesenen Börsenexperten erklärte etwa Thomas Mayer, früherer Chefvolkswirt der Deutschen Bank und nun Berater der Geschäftsleitung: „Wir erleben eine gigantische Ausweitung der Geldmenge, bei der kein Ende abzusehen ist. Es gibt keine Anzeichen, dass die Zentralbanken Geldverknappung zulassen. Höhere Inflation wird kommen.“

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