Cashcow Fußball: Wird die Bundesliga zum Spekulationsobjekt?

Cashcow Fußball: Wird die Bundesliga zum Spekulationsobjekt?

von Sebastian Kirsch

Nicht der Ball, sondern die Geldbündel rollen: Die Allianz steigt beim FC Bayern ein, die Beteiligungsgesellschaft KKR investiert Millionen bei Hertha. Auch der HSV sucht Investoren. Was die Bundesliga als Cashcow taugt.

Der deutsche Fußball hat sich an die Weltspitze gespielt. Spätestens mit dem deutsch-deutschen Champions League-Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München im vergangenen Jahr. Deshalb richten sich nicht nur die Blicke der Fans weltweit auf die deutschen Clubs, Bundesligaspiele werden mittlerweile in bis zu 194 Länder übertagen. Auch Finanzinvestoren schauen auf die deutschen Vereine – und wollen an ihrem sportlichen Erfolg teilhaben.

In Großbritannien lenken seit Jahren schon Oligarchen und Unternehmer die Dribblings ihrer millionenteuren Spitzenspieler. Sie erwarten für ihre Finanzspritzen ein sportliches Mitspracherecht. Auch in der Bundesliga werden die Vereine zunehmend zu Konzernen. Mit der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) ist nun der erste ausländische Finanzinvestor bei einem Bundesligisten eingestiegen. Hertha BSC Berlin vergab 9,7 Prozent seiner Anteile für geschätzt 62 Millionen Euro bei einer Zusammenarbeit für sieben Jahre. KKR hat die Option, seinen Anteil auf 33 Prozent auszubauen. Die Berliner wollen zunächst einmal ihre Verbindlichkeiten von fast 37 Millionen Euro abbauen.

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Bundesliga Was will die Heuschrecke KKR bei Hertha?

Wer behält bei Hertha BSC nach dem Einstieg der Heuschrecke KKR die Oberhand - der Sport oder der kurzfristige Profit?

Bringt der erste Einstieg eines Finanzinvestors KKR in der Fußballbundesliga Hertha BSC langfristig Titel und Rettung? Oder saust die Heuschrecke ab, sobald sie genügend Geld aus dem Club gezogen hat? Quelle: dpa

Die Bundesliga ist an der Weltspitze angelangt, das wollen die Vereine jetzt vergolden – und scheinen Investoren genauso gewähren zu lassen, wie ihre Konkurrenten im Ausland. Allerdings mit einer Einschränkung: Hierzulande müssen die Clubs 50 Prozent der Stimmrechte halten, plus einen weiteren Anteil, um ihre Lizenz zu bekommen. Das gibt die sogenannte 50+1-Regel der Deutschen Fußball-Liga vor.

Dass gerade Berlin mit einem Geldregen überschüttet wurde, überrascht Sebastian Uhrich, Professor für Sportökonomie an der Deutschen Sporthochschule in Köln: „Auf den ersten Blick ist es doch verwunderlich, dass KKR meint, Hertha sei ein gutes Investment.“

Ganz anders in München: Dort stieg mit der Allianz jetzt bereits das dritte Unternehmen ein, für 110 Millionen Euro bekam die Allianz 8,33 Prozent der Anteile am FC Bayern München. Schon 2001 wandelte der Verein seine Organisation in eine Aktiengesellschaft und gewährte dem Sportartikelhersteller Adidas für 150 Millionen DM einen Anteil von zehn Prozent am Unternehmen. Einen Börsengang schlossen die Bayern unter Leitung von Manager Uli Hoeneß von Beginn an aber aus. 2009 erwarb Audi dann Anteile von neun Prozent für 90 Millionen Euro. Jetzt halten die Allianz, Adidas, und Audi jeweils 8,33 Prozent.

„Was in Berlin und München passiert, ist qualitativ ein riesen Unterschied“, sagt Uhbrich von der Kölner Sporthochschule. „Die Allianz ist bei den Bayern als großer Sponsor schon bekannt, sie dürften sich durch die Beteiligung noch mehr Präsenz erhoffen“, sagt Uhrich. „Bei KKR als reinem Finanzinvestor wird so eine Gegenleistung, quasi eine Werbeplattform, nicht angestrebt sein und sich auch nicht umsetzen lassen.“

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