CFD-Verbot: Finanzaufseher schaffen gehebelte Zockerei ab

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CFD-Verbot: Finanzaufseher schaffen gehebelte Zockerei ab

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Das Schild am Eingang der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

von Mark Fehr

Die Finanzaufsicht Bafin will besonders riskante Spekulationen für Privatanleger verbieten. Die Broker-Branche reagiert gefasst.

Wer mit hohem Einsatz an den Börsen pokert, kann viel gewinnen aber auch viel verlieren. Besonders ausgeprägt ist das Risiko bei sogenannten Differenzkontrakten (CFD). Dabei handelt es sich um private Finanzwetten auf die künftige Entwicklung der Kurse von Aktien, Rohstoffen oder Währungen. Die Mehrheit der Privatanleger macht einen Bogen um diese Produkte oder nimmt nicht einmal groß Notiz von deren Existenz. Doch für einen Kreis von immerhin 25000 eingeweihten Nutzern sind CFDs ein beliebtes Spielzeug.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nimmt nicht alle CFD-Geschäfte ins Visier, sondern nur solche, die mit einer Nachschusspflicht für Anleger verbunden sind. Mit Hilfe dieser Instrumente können spekulativ veranlagte Privatinvestoren schon mit einem scheinbar relativ geringen Kapitaleinsatz größere Summen an den Märkten bewegen.

Der Finanzhebel kann tolle Renditen bringen oder verheerende Verluste, wenn die Kurse der Wettobjekte sich anders entwickeln als vom Anleger erwartet. Dann werden Nachzahlungen fällig und es geht noch mehr Geld verloren als investiert wurde. Extreme Beispiele dafür nennt der Finanzpolitiker Gerhard Schick (Die Grünen) am Freitag in seinem Email-Newsletter. Danach hatte ein 26-Jähriger 2800 Euro in CFDs angelegt und soll nun 280000 Euro nachschießen, während ein Physiotherapeut 1500 investierte und nun 30000 Euro schuldet.

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Finanzwetten Bafin will die meisten CFD verbieten

Mit speziellen Wetten auf Währungen und Aktien können hohe Summe verdient, aber auch verloren werden. Die oftmals eingesetzten Finanzkontrakte („CFD“) mit Nachschusspflicht sollen verboten werden – zum Schutz der Anleger.

Zum zweiten Mal knöpft sich die Bafin eine komplette Produktkategorie vor. Quelle: dapd

Die Anbieter von Differenzkontrakten reagieren entspannt auf die Verbotspläne der Bafin, auch weil viele von ihnen auf CFDs ohne Nachschusspflicht umgesattelt haben. So hat das FinTech-Unternehmen ayondo, welches Privatleuten das Investieren nach dem Muster sozialer Netzwerke ermöglichen will, die Nachschusspflicht schon 2015 abgeschafft. Der Marktführer CMC Markets begrüßt den Ansatz der Bafin als „ausgewogen“. Bei CMC könnten Kunden falls gewünscht schon jetzt sicherstellen, dass sie mit CFD-Geschäften nicht mehr verlieren als sie auf ihren Depots eingezahlt haben.

Der Branchenverband der CFD-Anbieter hält das in Deutschland geplante Verbot von Nachschüssen für sinnvoller für den Schutz der Kunden als Einschränkungen beim Hebel und Werbeverbote, wie sie in anderen Ländern praktiziert werden.

Auch die Internetbank comdirect, bei der etwa ein Viertel der Kundenorders auf CFD-Transaktionen entfällt, sieht das Verbot der Nachschusspflicht entspannt. Comdirect-Chef Arno Walter begrüßt die von der Bafin geplanten einheitlichen Regeln für besseren Schutz der Kunden. Diese könnten bei comdirect auch jetzt schon zu den risikoärmeren Kontrakten ohne Nachschusspflicht optieren.

Walter sieht die Hebelprodukte als ein Instrument für „Eingeweihte“ und erwartet, dass diese sich nach einem Verbot stärker für andere Finanzprodukte wie Aktien interessieren werden. Die Commerzbank-Tochter comdirect hat heute bekannt gegeben, den Finanznachrichtendienst und Onlinebroker OnVista zu übernehmen. Auch bei OnVista spielt der CFD-Handel nach Walters Einschätzung eine untergeordnete Rolle.

Verbietet die Bafin nun also nur Geschäfte, die ohnehin schon kaum jemand mehr tätigt? Nein. Die Finanzaufsicht wird ihrem neuen Auftrag gerecht, sich auch um den Schutz von Verbrauchern zu kümmern. Dazu gehört laut Bafin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele auch ein Einschreiten bei CFDs mit Nachschusspflicht, weil diese das Risiko für Verbraucher unkalkulierbar machen. Roegele stellte klar, dass die Aufsicht solche Finanzprodukte nicht akzeptieren kann. Das Thema war nach dem sogenannten Franken-Schock auf den Schirm der europäischen und deutschen Finanzmarktwächter geraten. Viele Verbraucher hatten sich über unerwartete Verluste mit CFD-Wetten auf Währungskurse beschwert, als die Schweizer Nationalbank Anfang 2015 aus heiterem Himmel die Bindung des Franken an den Eurokurs aufgab.

Das weckte unangenehme Erinnerungen an die von der WirtschaftsWoche aufgedeckten fragwürdigen Geschäfte der FX Direkt Bank. Das Unternehmen ist mittlerweile insolvent.

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