Chartgespräch: Die Gefahren für den Dax sind noch immer groß

Chartgespräch: Die Gefahren für den Dax sind noch immer groß

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 16:00 Uhr
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Dax-Kurve: Fällt die Marke bei 5100 Punkten, dann drohen weit tiefere Kurse.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

Starke Kursschwanklungen und politische Risiken: Der Dax durchläuft einen Bärenmarkt, sagt Jörg Scherer, Analyst bei HSBC Trinkaus. Anleger sollten weniger die Chancen, als die Gefahren im Blick behalten.

DüsseldorfDie Finanzmärkte sind großen politischen Risiken ausgesetzt. Sogar so großen, dass die Börsen derzeit so schwer kalkulierbar sind wie nie. Dennoch stellen sich Analysten dem täglichen Auf und Ab - es ist schließlich ihr Job. Und die Briefe, E-Mails und telefonischen Anfragen belegen, dass Anleger in schwer prognostizierbaren Zeiten wie jetzt ein höheres Interesse an Prognosen haben als in ruhigen Zeiten.

Mit Blick auf den Dax macht HSBC-Trinkaus-Analyst Jörg Scherer den Anlegern wenig Hoffnung auf eine Jahresschlussrally. „Wir befinden uns unverändert in einem Bärenmarkt.“ Das bedeutet: Auch wenn die Kurse an einen Tag fallen und am nächsten Tag wieder steigen - die Grundrichtung weist nach unten.

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Den Beweis dafür hat Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer in der vergangenen Woche geliefert: Mit dem Heranlaufen an die 6000-Punkte-Marke schien es nur eine Frage der Zeit, dass sich der Dax aus seinem im Juli herausgebildeten steilen Abwärtstrend herausarbeitet. Doch das Gegenteil trat ein: Sobald die Linie erreicht war, kippte die Börse. Der Dax verlor Hunderte Punkte. Genau wie bei den vorherigen Anläufen. „Anleger sollten deshalb eher die Risikoszenarien im Auge behalten - und weniger die großen Chancen.“
Das große, aber wenig wahrscheinliche Chancenszenario ist schnell erklärt. Sobald es dem Dax gelingt, aus seinem Abwärtstrend herauszubrechen, winken höhere Kurse. Denn einmal aus solch einem Abwärtstrend befreit, springen viele Anleger auf den neuen Trend auf - nur der erste ganz Mutige möchte niemand sein. Deshalb ist solch ein Sprung über einen stabilen Abwärtstrend so schwierig.


Der große Börsenverfall ist noch weit weg

Und für Scherer dominiert dieser Abwärtstrend. Richtig ist zwar, dass seit September jedes Tief über dem vorangegangenen lag (siehe Chart) - das ist positiv, denn der Verkaufsdruck schwächte sich ab. Aber der steile Abwärtstrend ist das langfristigere und damit das übergeordnete, also das dominierende Bild.
Auf dem möglichen Weg nach unten skizziert der Experte die Tiefs aus dem Oktober (5748 Punkte) und November (5722 Punkte). Sobald der Dax unter diese Marke rutscht, dürfte das Tief der vergangenen Woche in Reichweite gelangen - 5500 Punkte.

Doch angesichts des „Bärenmarkts“ sollten Anleger darauf gefasst sein, dass auch diese Marken nicht halten. „Wirklich entscheidend mit Blick auf das Jahr 2012 ist die Marke von 5100 Punkten“, so Scherer. Und das aus zwei wichtigen Gründen: Im März 2009, zum Ende der großen Talfahrt 2008/09, war der Dax bis auf 3600 Punkte gefallen. Anschließend startete er fulminant durch. Als er über 5100 Punkte stieg, hatte er eine untere Umkehr vollzogen. Die damalige Baisse mündete in eine Hausse. Die 5100 Punkte mutierten zu einer soliden Unterstützung - und wurden nicht mehr nachhaltig unterschritten. Im September fielen die Kurse zwar kurzzeitig unter 5100 Punkte - aber nur für wenige Minuten. Sofort hievten massive Käufe die Kurse über diese Marke. Ihre Bedeutung wuchs damit.
Umso wichtiger ist nun, dass die Marke hält. Ein Unterschreiten würde viele Anleger vollends entmutigen - und Leerverkäufer anlocken. Das sind Anleger, die auf fallende Kurse spekulieren - in Erwartung, dass die Kurse Anlauf auf die 2009er-Tiefs nehmen. Immerhin, solange die 5100 Punkte halten, ist dieser größte anzunehmende Börsenverfall ganz weit weg.

Quelle:  Handelsblatt Online
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