Chartgespräch: Die nächste Talfahrt kommt bestimmt

Chartgespräch: Die nächste Talfahrt kommt bestimmt

, aktualisiert 15. November 2011, 10:46 Uhr
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Ein Händler an der Börse: Zu Beginn des nächsten Jahres könnte eine neue Talfahrt ins Haus stehen.

von Ulf SommerQuelle:Handelsblatt Online

Trotz aller Schwankungen an den Börsen konnten die Anleger in den vergangenen Wochen einen Schnitt machen. Chartexperte Michael Riesner von der Schweizer UBS meint, dass sich das bald ändern wird.

DüsseldorfDie gute Nachricht: Der massive Börsenverfall im Oktober trug Züge eines Ausverkaufs - und birgt damit die Chance einer kräftigen Erholung. Diese erleben Anleger derzeit, wenn auch unter großen Schwankungen, wie sich am weltweit wichtigsten Index, dem amerikanischen S&P 500 ablesen lässt.

Wieder einmal bewahrheitete sich die Börsenweisheit: Wer in der größten Panik die Nerven behält, wird reichlich belohnt. Mehr als zehn Prozent haben die Börsen in den letzten Wochen gewonnen - trotz täglich neuer Hiobsbotschaften aus den europäischen Schuldenstaaten.

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Mit Blick auf die Kurscharts ist das Bild allerdings getrübt, sagt Michael Riesner von der Schweizer Großbank UBS. Der S&P ist zwar mit seinen 500 größten amerikanischen Unternehmen die Leitbörse für die gesamte Börsenwelt, doch andere wichtige Indizes, wie der britische FTSE-Index, der deutsche Dax und vor allem die immer mehr an Bedeutung gewinnenden Schwellenländerbörsen in China, Korea und Indonesien haben diese jüngste Kurserholung nur deutlich abgeschwächt mitgemacht.

"Der S&P wird durch viele Star-Aktien positiv verfälscht", sagt Riesner. Ertragsstarke Schwergewichte wie Apple, Google, McDonalds und Procter&Gamble, von denen Anleger sich auch in der Krise nur ungern trennen, notieren nahe ihren Höchstständen. Auf Grund ihres hohen Börsengewichts ziehen sie den gesamten S&P nach oben.

Mit Blick auf die weit schwächere Erholung der vielen anderen Börsen-Indizes mag Riesner nur von einer Bärenmarkt-Rally sprechen. Das heißt, die Erholung ist eine Gegenbewegung und Zwischenepisode innerhalb einer größeren und ausgeprägten Talfahrt.


Was Kostolany sagen würde

Für diese pessimistische These spricht die Entwicklung in der Zeit vor dem eingangs erwähnten Ausverkauf im Oktober. Seit Anfang des Jahres hatten die Aktienmärkte - und mit ihnen auch der S&P - drei Hochpunkte erreicht: einen im Februar, einen noch etwas höheren im April und schließlich einen etwas niedrigeren im Juli.

Charttechniker sprechen von zwei Schultern und einem Kopf. "Wir erlebten eine Gipfelbildung, wie sie klassischerweise großen Trendwenden vorangeht", urteilt Riesner. Gipfelbildungen münden fast immer in einer großen Talfahrt.

In der Tat, auch zur Jahreswende 1999/2000 und 2007/08 erlebten Anleger solche Gipfelbildungen, in denen die Kurse unter hohen Umsätzen heftig schwankten, aber letztlich nur noch auf der Stelle traten. Börsenaltmeister wie Andrè Kostolany bezeichneten solche Zeiträume als große Verteilungsphase. In ihr wechseln Aktien von starken in schwache Hände, die auf den kurzfristigen Gewinn aus sind und bei der nächstbesten Gelegenheit verkaufen.

So kam es, als die Kurse im Hoch- und Spätsommer nicht weiter stiegen. Die Trendwende nach unten war vollzogen, als Anleger die Nerven verloren und verkauften.

Riesner erwartet ein baldiges Ende der jetzigen Bärenmarktrally und eine neuerliche Talfahrt zu Beginn des neuen Jahres. "Halten in dieser Talfahrt die Tiefs vom Oktober, dann ist das ein gutes Signal. Viele Anleger werden Mut fassen und neuerlich Aktien kaufen", sagt Riesner. In dem Fall rechnet er mit einer neuerlichen Erholungswelle.

Doch halten die Oktobertiefs dem Druck nicht stand - und dafür sprechen die nur schwach ausgeprägten Erholungen in vielen europäischen Indizes -, dann entsteht rasch großes Abwärtspotenzial. Riesner warnt: "Ein Bruch der alten Tiefs würde zu einem neuerlichen Ausverkauf führen und die Aktienkurse tiefer als im Oktober sinken lassen."

Quelle:  Handelsblatt Online
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