China-Aktien: Ramsch der Mitte

China-Aktien: Ramsch der Mitte

Mit dem chinesischen Daunen-Verarbeiter Snowbird geht in diesem Monat ein weiteres chinesisches Unternehmen an die Frankfurter Börse. Die Zahlen sehen beeindruckend aus. Zu beeindruckend.

Im Tagesgeschäft geht es bei Snowbird um federleichte Dinge: Das chinesische Unternehmen verarbeitet Daunen, zum Beispiel zu Jacken oder Kissen. In diesem Monat wird es in Deutschland an die Börse gehen. Und da möchte sich das Unternehmen nicht als Leichtgewicht präsentieren.  Gut 60 Millionen Euro will Snowbird von deutschen Investoren einsammeln. Gelingt das, wäre Snowbird der größte chinesische Börsenneuling in Deutschland seit drei Jahren.

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Ab dem 29. September sollen Anleger die Papiere der Chinesen im Vorzeigesegment Prime Standard der Deutschen Börse handeln können. Mit dem Geld will das Unternehmen zum größten Daunen-Produzenten der Welt werden. Beim Börsengang wird ein Viertel der Aktien des Unternehmens zum Kauf angeboten, gut 10 Millionen Stück. Diese Aktien schafft Snowbird durch eine Kapitalerhöhung neu. Die restlichen 30 Millionen Aktien bleiben im Besitz der Altaktionäre. Dazu zählt mit einem Anteil von 22,9 Prozent auch der Vorstandsvorsitzende und Gründer, Changzai Yan.

Drei Jahre will er seine Anteile nach dem Börsengang mindestens behalten. Mit dieser Maßnahme will Yan Vertrauen in sein Unternehmen schaffen. Seht her, lautet die Botschaft, ich will mit dem Börsengang nicht schnell Kasse machen, sondern weiter an Bord bleiben. Auf den ersten Blick sehen die Zahlen des Unternehmens auch blendend aus: Der Umsatz stieg 2013 um 50 Prozent auf 136 Millionen Euro, 28 Millionen blieben als Nettogewinn hängen. Zwei Drittel des Unternehmensvermögens von 100 Millionen Euro sind Eigenkapital. Und Yan kündigte bereits an, für 2014 rund acht Millionen Euro Dividende an die Aktionäre auszuschütten.

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"Die guten Unternehmen sind nicht mehr billig, und die schlechten sind so schlecht, dass ich sie nicht haben will", sagt der bekannte Schweizer Börsenexperte Marc Faber. Welche Möglichkeiten China Investoren noch bietet.

Marc Faber Quelle: dpa

All dies wäre gut und schön, wenn man es nicht bei anderen chinesischen IPOs im Prime Standard der Deutschen Börse genauso schon einmal gehört und gelesen hätte. Diese Unternehmen vereint, dass sie allesamt deutsche Aktiengesellschaften sind. Diese deutschen AGs besitzen Holdings im Ausland (meist in Hong Kong) und diese wiederum ein Unternehmen in China, das die operativen Geschäfte betreibt. Bei Snowbird ist etwa die deutsche Snowbird AG zu hundert Prozent an der Snowbird Holding Company  mit Sitz in Hong Kong beteiligt. Diese hält 100 Prozent an der chinesischen Puyang Snowbird Trading Co., Ltd und die wiederum hundert Prozent der Henan Snowbird Enterprise Co., Ltd. in China. Diese letzte Firma ist tatsächlich fürs Verarbeiten von Daunen zuständig. Klingt kompliziert? Ist es auch. Der Einfluss und Einblick der deutschen AG auf das Tagesgeschäft ist entsprechend begrenzt.

Genauso ist die Konzernstruktur auch bei China Specialty Glass (CSG) aufgebaut, die 2011 ihre Aktien aufs deutsche Parkett brachte. Das Unternehmen stellt unter anderem Panzerglas für Banken und Fahrzeuge her. Und auch hier glänzten die Zahlen: Umsatzwachstum, viel Eigenkapital, riesige Gewinnmargen. Komisch nur, dass davon nie etwas bei den Aktionären ankam. Für 2011 und 2012 wies das Unternehmen insgesamt 37 Millionen Euro Nettogewinn aus. Die ausgeschüttete Dividende lag jedoch bei Null. Stattdessen häuft das Unternehmen in der Bilanz riesige Gewinnrücklagen an. Das heißt: häufte an, denn für das Geschäftsjahr 2013 hat CSG noch immer keinen Geschäftsbericht veröffentlicht, genau wie für die ersten beiden Quartale 2014.

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