China-Krise: Börsen wieder tief im Minus

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China-Krise: Börsen wieder tief im Minus

, aktualisiert 15. September 2015, 15:24 Uhr
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Anleger in China sehen rot. Der Leitindex in Shanghai musste den zweiten Tag in Folge herbe Verluste hinnehmen.

Chinas Börsen kommen nicht zur Ruhe - Anleger mussten erneut herbe Verluste hinnehmen. Jetzt verlassen sie in Scharen den Aktienmarkt.

Chinas Börsen schaffen es trotz Unterstützung der Regierung nicht, sich aus der Verlustzone zu befreien. Am Dienstag mussten Investoren in China bereits den zweiten Tag in Folge hohe Einbußen hinnehmen: Der Leitindex in Shanghai schloss mit einem Minus von 3,5 Prozent; die Börse Shenzhen verlor fast fünf Prozent. Bereits am Montag lagen die Börsen mit gut drei Prozent im Minus.

Auslöser waren neue Daten zur Industrieproduktion in China: Analysten hatten ein Wachstum von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, die tatsächlichen Zahlen lagen 0,4 Prozentpunkte darunter.

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Deutlich schwerer ins Gewicht fielen aber Ankündigungen der chinesischen Finanzaufsicht CSRC, außerbörslich gehandelte Hebelprodukte bis Ende Oktober deutlich stärker zu regulieren. Diese spielen auf dem chinesischen Markt eine große Rolle, auch Vermögensverwaltungen setzen sie für die Konten ihrer Privatkunden ein. „Wir halten es für gesund, dass die Finanzaufsicht diese Produkte stärker reguliert“, sagt Yanling Zhu, die das China-Geschäft beim Bankhaus Metzler betreut. „Kurzfristig erschüttert das natürlich die Investoren, der Markt wird weiterhin stark schwanken“, sagt Zhu. „Langfristig werden diese Maßnahmen den chinesischen Aktienmarkt aber stärken.

Seit Mitte Juni sank der Leitindex in Shanghai um knapp 40 Prozent, fünf Billionen Dollar gingen an den Börsenplätzen verloren.

Investoren fürchten, dass die massive Unterstützung der chinesischen Regierung zu gering ist, um den Markt zu stützen. Seit November hatte sie fünfmal den Leitzins gesenkt und Pläne vorgelegt, die Staatsausgaben zu erhöhen. Staatsfirmen werden gezwungen, Aktien zu kaufen, und Großaktionäre angewiesen, ihre Aktienpakete zu halten. Aber die chinesische Wirtschaft leidet unter Überkapazitäten und fallenden Produzenten-Preisen.

“Die Wirtschaft zeigt keine Zeichen für eine Erholung", sagt Ding Shuang, Chefvolkswirt für China bei Standard Chartered in Hong Kong. "Die Regierung hat mit Sicht auf die Geldpolitik getan, was möglich ist, aber die Nachfrage aus der Realwirtschaft muss anziehen um die Unterstützung auch entsprechend zu nutzen."

Die chinesische Anleger zogen im vergangenen Monat fast die Hälfte aller Gelder aus Aktienfonds ab. Auf dem chinesischen Festland sind fast 570 Aktienfonds aufgelegt - mit einem Gesamtvolumen von 113 Milliarden Dollar.

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Und auch internationale Investoren verlassen den taumelnden Markt, der Indexfonds Deutsche X-trackers CSI 300 China A-Shares, der die Entwicklung der Festland-Aktien abbildet, verlor 560 Millionen Dollar Anlegergelder in den vergangenen drei Monaten.

„Wir sind auf lange Sicht aber optimistisch, dass die Anleger dem Markt wieder mehr Vertrauen schenken“, sagt Zhu. Viele Großkonzerne hätten sich nach der Korrektur schon wieder auf einem normalen Preisniveau eingependelt, „Ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 ist nicht mehr so teuer“, sagt Zhu. „Nur bei den kleineren Börsenkonzernen sehen wir mit einer 40-60-fachen Bewertung des künftigen Gewinns noch Möglichkeiten für eine Korrektur. Eine Bodenbildung dürfte absehbar sein, wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis in diesem Sektor auf 30 zurückgegangen ist.“

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