China will Märkte beschwichtigen: Yuan weiter auf Talfahrt

China will Märkte beschwichtigen: Yuan weiter auf Talfahrt

, aktualisiert 13. August 2015, 13:32 Uhr
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Auch am Donnerstag setze sich die Abwertung des chinesischen Yuan fort.

Drei Tage in Folge hat sich der chinesische Yuan nun abgeschwächt. Laut chinesischer Zentralbank gibt es aber keine Basis für eine weitere Abwertung.

Nach der Abwertung des Yuan sendet China Signale der Beschwichtigung an die aufgebrachten Finanzmärkte. Es gebe keine Basis für weitere Verluste bei der Landeswährung, teilte die Zentralbank in Peking am Donnerstag mit. Händler spekulierten darüber, ob die Behörde von den Folgen der Einführung eines neuen Wechselkursmechanismus zum Dollar selbst überrascht worden sei und nun Schadensbegrenzung betreibe.

Insidern zufolge ging die Notenbank zudem gegen den Kursrutsch vor und wies staatseigene Geldhäuser an, in ihrem Auftrag Yuan zu festgesetzten Preisen zu kaufen. Dennoch schwächte sich die Währung den dritten Tag in Folge ab – wenn auch in abgebremster Form.

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Die Zentralbank der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hatte am Dienstag die Kriterien für den Wechselkurs geändert und damit die Talfahrt des Yuan eingeleitet. An den Börsen weltweit sorgte dies für Schockwellen und schürte Sorgen über einen Währungskrieg. Inzwischen beruhigte sich die Lage an den Märkten aber wieder. Durch den Kursverfall des Yuan werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt billiger. So könnte der Exportweltmeister im Kampf um Marktanteile punkten und seiner lahmenden Konjunktur neuen Schwung geben. Zuletzt hatte das Land einen Exporteinbruch hinnehmen müssen.

Finanzmärkte Die wichtigsten Fragen zum China-Beben

Chinas Notenbank hat den Yuan den zweiten Tag in Folge abgewertet und damit die internationalen Finanzmärkte kräftig durchgewirbelt. Was die Intervention für die Weltwirtschaft bedeutet.

Börse China Quelle: dpa

Die Notenbank selbst bezeichnete die wirtschaftlichen Rahmendaten als solide und gab sich betont zuversichtlich: Der Handelsüberschuss, die solide Fiskalpolitik und große Bestände an ausländischen Devisen verliehen dem Wechselkurs "kräftige Unterstützung", erklärte sie. Sie werde aufmerksam beobachten, ob es ungewöhnliche grenzüberschreitende Devisenströme gebe. Zudem werde sie den Mechanismus zur Kursfestlegung des Yuan weiter verbessern, um eine normale Fluktuation beim Wechselkurs sicherzustellen.

Der Vizegouverneur der Zentralbank, Yi Gang, erklärte, im Rahmen der Liberalisierung der Finanzmärkte sollten die Öffnung des chinesischen Devisenmarkts beschleunigt und mehr ausländische Investoren angelockt werden. "Regelmäßige Interventionen" am Devisenmarkt schloss die Zentralbank aus. Im Falle von extremen Schwankungen behalte man sich aber ein "effektives Management" des Yuan vor. "Wenn die Stimmung am Markt zu unnormalen Schwankungen führt, greift jede Aufsichtsbehörde ein, um die Preise zu stabilisieren", sagte ein Insider als Reaktion auf die am Donnerstag beobachteten Eingriffe.

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Die Zentralbank setzt jeden Tag zu Handelsbeginn einen Referenzkurs des Yuan zum Dollar fest. Um diesen Punkt darf der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken. Neu daran ist, dass sich der Referenzkurs seit Dienstag am Schlussstand des Vortages und damit stärker an den Marktkursen orientiert. Als Folge des neuen Mechanismus stürzte der Yuan auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren ab. Bis Donnerstag verlor er rund drei Prozent.

Die Abwertung sei ein einmaliger Schritt, erklärte die Notenbank. Aus Regierungskreisen in Peking verlautete aber, einflussreiche Stimmen in der Führung pochten darauf, dass der Yuan weiter gedrückt werde. Angestrebt werde ein Minus von bis zu zehn Prozent. Die Rating-Agentur Fitch erklärte, die Abwertung werfe ein Schlaglicht auf den Druck, der derzeit auf der Wirtschaft der Volksrepublik laste. Zuletzt hatte eine Reihe von schwachen Konjunkturdaten darauf hingedeutet, dass im Reich der Mitte nach Jahren mit herausragenden Wachstumsraten nicht mehr alles rund läuft. Das Wachstum in China lag zuletzt bei nur noch sieben Prozent, das ist so wenig wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr.

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