Commerzbank: Kapitalerhöhung setzt Commerzbank zu

Commerzbank: Kapitalerhöhung setzt Commerzbank zu

, aktualisiert 28. April 2015, 10:11 Uhr
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Das Schild einer Commerzbank-Filiale in Frankfurt am Main

Die Commerzbank schafft Fakten: Das teilverstaatlichte Geldhaus nutzt das derzeit gute Börsenumfeld für eine überraschende Kapitalerhöhung. Die Aktien schickte das allerdings auf Talfahrt.

Nach der Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung sind die Aktien der Commerzbank auf Talfahrt gegangen. Die Titel verloren am Dienstag in der Spitze 5,3 Prozent auf 12,16 Euro. Sie bildeten damit das Schlusslicht im Dax. Nach Reuters-Informationen werden Gebote unter 12,10 Euro je neue Aktie wohl nicht berücksichtigt. Im Xetra-Handel hatten die Aktien am Montag mit 12,92 Euro etwas fester geschlossen.

Dass die Commerzbank eine Kapitalerhöhung vornehme, sei sicherlich eine negative Überraschung, schreibt Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar. Dieser Schritt sollte allerdings helfen, die Sorgen um die vergleichsweise schwache Eigenkapitalquote des Instituts kleiner werden lassen.

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Am Montag hatte die Commerzbank angekündigt, dass über Nacht zehn Prozent neue Aktien ausgeben zu wollen und so 1,4 Milliarden Euro frischen Geld einzusammeln. Vorrangiges Ziel: die Kapitalpuffer zu verbessern.

Damit reagierte die Commerzbank auf die immer strengeren Anforderungen von Aufsehern und Investoren. In den vergangenen Jahren hatte die Commerzbank bereits mehrfach Milliarden durch Kapitalerhöhungen eingesammelt, um die in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfe zurückzuzahlen.

Deutsche Bank Und ab die Postbank

Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen müssen die Deutsche Bank kleiner machen. Dem mächtigsten heimischen Geldhaus stehen schwierige Jahre bevor. Ärger droht auch den Kleinaktionären der Postbank.

Das Logo der Deutschen Bank hinter dem Logo der Postbank: Nun stehen die Zeichen auf Trennung, die Postbank soll wieder an die  Börse gebracht werden. Quelle: dpa

Rückenwind für die neue Kapitalerhöhung gaben gute Ergebnisse im ersten Quartal. Der Überschuss von 200 Millionen Euro im Vorjahr stieg auf nun 366 Millionen, operativ verdoppelte die Commerzbank ihr Ergebnis im Zeitraum Januar bis März. Treiber waren zum einen bessere Geschäfte mit Kunden: So kletterten die Erträge um fast ein Viertel auf 2,8 Milliarden Euro. Die Bank profitierte von einem starken Kapitalmarktgeschäft und von anziehenden Aktivitäten der Kunden. Auch die Risikovorsorge konnte die Bank herunterfahren.

Damit machte das Institut auch Belastungen aus der erstmaligen Berücksichtigung der Europäischen Bankenabgabe von rund 150 Millionen Euro und dem Debakel um die österreichische Skandalbank Hypo Alpe Adria wett. Die Commerzbank musste auf ihr Engagement Abschreibungen vornehmen, die sie selbst noch nicht genau bezifferte, von Analysten aber auf 200 Millionen Euro angesetzt werden. Praktisch ausgleichen konnte die Commerzbank dies mit positiven Einmaleffekten in der sogenannten Kernbank und einer besseren Entwicklung bei den Vermögenswerten in der internen „Bad Bank“ (NCA). Genauere Angaben wollte ein Sprecher auf Nachfrage nicht machen.

Commerzbank-Kapitalerhöhung soll keinen Bezug zur Postbank haben

Zum Aufpolstern der Kapitalausstattung nutzt die Bank eine von der Hauptversammlung erteilte Genehmigung und will bis zu 113,85 Millionen neue Stückaktien bei institutionelle Anlegern unterbringen. Damit stärkt das Institut nun seinen Krisenpuffer. Hier hatte das Institut nach Jahren im Krisenmodus noch Nachholbedarf. Trotzdem geht Vorstandschef Martin Blessing der Aufbau des Kapitalstocks noch nicht schnell genug. Mit Hilfe der Emission soll die harte Kernkapitalquote auf mehr als zehn Prozent steigen; Ende März waren es 9,5 Prozent. Die Verschuldungsquote soll dem Zielwert von vier Prozent näherkommen; zuletzt waren es 3,7 Prozent. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern soll trotz der höheren Kapitalbasis bis Ende des kommenden Jahren zehn Prozent erreichen, bekräftigte die Bank.

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Vor allem in der Berliner Politik waren Gedankenspiele angestellt worden, ob es sinnvoll wäre, durch eine Verbindung der Commerzbank mit der Postbank eine starke Privatkundenbank zu schaffen und damit ein Gegengewicht zu den Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken zu schaffen. Doch die Commerzbank, an der der Staat immer noch mit 17 Prozent beteiligt ist, sei auf die Postbank nicht sonderlich erpicht, sagten die Insider. Während sich die Commerzbank an wohlhabenderen Kunden orientiert, ist die Postbank vor allem im Massengeschäft aktiv.

Der Bund als größter Aktionär wird bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen, so dass sein Anteil an der Commerzbank von zuletzt 17,2 Prozent auf knapp 16 Prozent fallen dürfte. In der Finanzkrise hatte der Bund die Bank mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro gerettet und zwischenzeitlich gut ein Viertel der Aktien besessen.

Die genauen Zahlen will die Bank am 7. Mai vorlegen, an diesem Donnerstag muss der Vorstand bei der Hauptversammlung den Aktionären bereits Rede und Antwort stehen.

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