Cost Averaging: Ein Effekt verpufft an der Realität

Cost Averaging: Ein Effekt verpufft an der Realität

von Manfred Gburek

Aktienfonds über alle Börsenhöhen und -tiefen hinweg günstig kaufen, um nach vielen Jahren die Früchte des regelmäßigen disziplinierten Fondssparens zu ernten. So wird der Cost Average-Effekt gern beworben. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus.

Kapital- und Rentenpolicen durch niedrige Zinsen gebeutelt, Fondspolicen kostenträchtig, Riester-Verträge viel zu kompliziert, richtiges Timing am Aktienmarkt so schwierig wie eh und je, da scheinen für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge Aktienfonds-Sparpläne wie gerufen zu kommen: Monat für Monat einfach 50 oder 100 Euro zur Seite gelegt, indem man bei einer Fondsgesellschaft, Bank oder Sparkasse jeweils zu einem bestimmten Stichtag über gute und schlechte Börsenjahre hinweg automatisch Fondsanteile erwirbt. Wenige Anteile, wenn die Aktienkurse hoch, viele, wenn sie niedrig sind, anteilig bis hinter dem Komma. Was dabei herauskommt, heißt Cost Average-Effekt oder einfach nur Cost Averaging und bedeutet: Der durchschnittliche Einstandspreis ist durch den Kauf weniger Anteile, wenn an der Börse gejubelt wird, und vieler Anteile, wenn Börsianer die Köpfe hängen lassen, besonders günstig.

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Informationen zu einem Fonds gibt es im Internet und in den Jahresberichten der Fondsgesellschaft. Die WirtschaftsWoche erklärt am Beispiel des Aktienfonds Allianz Wachstum Europa, was die Daten über den Fonds verraten.

Foto Wirtschaftsteil einer Tageszeitung

Der Fondsverband BVI hat ermittelt, dass Fonds mit deutschen Aktien in den vergangenen 20 Jahren im Durchschnitt ein Plus von jährlich 5,0 Prozent gebracht haben, in den vergangenen 30 Jahren sogar eines von jährlich 6,7 Prozent. Fonds mit internationalen Aktien haben es immerhin noch zu einem jährlichen Plus von 3,2 Prozent über 20 und von 5,2 Prozent über 30 Jahre geschafft. So weit die Vergangenheit, die sich durchaus sehen lassen kann, besonders mit Blick auf die vergangenen 30 Jahre.

Vergangenheit ist nicht gleich Zukunft

Doch damit drängen sich gleich drei Einwände auf: 1. Die Zukunft dürfte zu ganz anderen Ergebnissen führen; zu welchen, weiß kein Mensch. 2. Wie viele Anleger bringen wohl so viel Disziplin auf, dass sie drei Jahrzehnte lang monatlich 50 oder 100 Euro für einen Fondssparplan abzweigen, egal, ob Börsenjubel vorherrscht oder ein Crash die Aktienkurse in die Tiefe sausen lässt? 3. Der Fondsdurchschnitt aus zwei oder drei Jahrzehnten sagt nur wenig bis gar nichts über den spezifischen Fonds aus, mit dem ein Anleger jetzt zu sparen beginnt. Im Übrigen geschieht es allzu oft, dass Fonds vom Markt verschwinden oder mit anderen zusammengelegt werden.

Das Fortschreiben der Vergangenheit in die Zukunft verbietet sich von selbst. So überzeugend die BVI-Daten sein mögen, ihnen liegt eine bestimmte Börsenentwicklung zugrunde, die sich so nicht wiederholen, sondern die anders sein wird; wie, kann man nicht einmal erahnen. Das gilt auch für die unterschiedlichen Ergebnisse der in deutsche und in internationale Aktien investierenden Fonds: Die einen waren in der Vergangenheit besser, die anderen können in Zukunft besser abschneiden. Darüber hinaus ist noch anzumerken, dass der BVI die Daten beginnend Mitte 1993 (bei 20 Jahren Laufzeit) und Mitte 1983 (bei 30 Jahren Laufzeit) bis Mitte 2013 erfasst hat. In den fraglichen Jahrzehnten haben die Aktienkurse trotz heftiger Unterbrechungen in den Jahren 2000 bis 2003 und dann noch einmal 2008 unter dem Strich ordentlich zugelegt und am Ende nahezu neue Höchststände erreicht.

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