Credit Default Swaps: Fragwürdige Kreditversicherungen

Credit Default Swaps: Fragwürdige Kreditversicherungen

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Der Schuldenschnitt für das von einer Pleite bedrohte Griechenland wird kommen. Die Verweigerer unter den privaten Gläubigern hoffen bis zuletzt auf Schadenersatz dank ihrer Kreditversicherung mit sogenannten CDS-Papieren

von Frank Doll

Der Wert einer Versicherung ist null, wenn sie im Schadensfall nicht zahlen muss oder es nicht kann. Beim Schuldenschnitt für Griechenland werden die sogenannten CDS fällig.

Credit Default Swaps (CDS) bieten ihren Käufern einen handelbaren Versicherungsschutz gegen den Konkurs eines Unternehmens, einer Bank oder eines Staates. Auf der Gegenseite verpflichtet sich der CDS-Verkäufer gegen Vereinnahmung einer Risikoprämie die Ausfallrisiken zu übernehmen, wenn der oder die Schuldner tatsächlich pleite gehen.

Eigentlich keine üble Idee und der Bedarf erscheint immens mit Blick auf das weltweit ausstehende CDS-Volumen. Dieses wird von der die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit rund 32.500 Milliarden Dollar beziffert. Doch in einer eng verwobenen und überschuldeten Finanzwelt, die keinen Puffer mehr hat, um eine größere Pleite abzufangen, hat die Sache mehrere Haken. Sichtbar wird das am Schuldenschnitt Griechenlands.

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Der CDS-Markt funktioniert nur, wenn sich der Versicherungsnehmer darauf verlassen kann, dass die ihm vertraglich zugesicherte Absicherungsfunktion auch erfüllt wird. Doch schon die Entscheidung, ob ein Kreditereignis vorliegt, bei dem CDS ausbezahlt werden müssen, obliegt keiner unabhängigen Instanz oder den Ratingagenturen. Die Entscheidung trifft allein ein 15 Mitglieder starkes Komitee des internationalen Derivatehändlerverbandes ISDA. Das Gremium wird dominiert von Vertretern zehn internationaler Großbanken, die auch zu den größten CDS-Verkäufern gehören. Als Vertreter der Investorenseite sitzen vier große Hedgefonds und der weltgrößten Anleiheinvestor Pimco in dem Komitee (siehe Tabelle).

 

Schattenkabinett

 

 

Zehn Banken, der größte Rentenfondsmanager der Welt und vier Hedgefonds entschieden im Fall Griechenland darüber, ob ein Kreditereignis vorlagt und Kreditausfallversicherungen (CDS) ausbezahlt werden müssen*

CDS-Händler

CDS-Investoren 

Bank of America/Merrill Lynch

Goldman Sachs

Pimco (Rentenfonds)

Barclays

JPMorgan Chase

Citadel

BNP Paribas

Morgan Stanley

D.E. Shaw Group

Credit Suisse

Société Générale

Elliott Management Corporation

Deutsche Bank

UBS

BlueMountain Capital

* Vertreter im für Europa zuständigen Komitee des Derivatehändlerverbands ISDA

 

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