DAB Depot Contest: Gold könnte wieder glänzen

DAB Depot Contest: Gold könnte wieder glänzen

, aktualisiert 15. September 2017, 10:39 Uhr
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Das Edelmetall ist gefragt.

Quelle:Handelsblatt Online

Vermögensverwalter halten Gold aus mehreren Gründen die Treue. Im Kursanstieg der vergangenen Monate sehen sie allerdings eher eine Dollar-Schwäche als eine neue Gold-Stärke. Ein Kursrückgang? Unwahrscheinlich.

Gold hat in den vergangenen Wochen seinem Nimbus als Krisenwährung alle Ehre gemacht: Seitdem der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un reihenweise Atomwaffen testet und US-Präsident Trump verbal aufrüstet, liegt der Kurs des Edelmetalls im Plus.

Gold setzt damit seinen Aufwärtstrend fort, seit Jahresbeginn hat es um rund 15 Prozent zugelegt. Aus Sicht deutscher Anleger hat die Erfolgsgeschichte allerdings einen Schönheitsfehler: Gold hat in US-Dollar gerechnet stark performt. In Euro steht in diesem Jahr allerdings nur wenig mehr als die schwarze Null. „Neben der politischen Verunsicherung hat primär der schwache US-Dollar zu dem freundlichen Goldpreis geführt“, sagt Burkhard Wagner von der Partners Vermögensmanagement (PVM) aus München. Sprich: Der Goldpreisanstieg entspricht in etwa dem Anstieg des Euros im Verhältnis zum Dollar, in den auf Euro lautenden Depots deutscher Anleger hat sich damit bislang unterm Strich nicht allzu viel getan.

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Das könnte sich demnächst allerdings ändern, Vermögensverwalter halten Gold aus verschiedenen Gründen die Treue. PVM-Vorstand Wagner sieht mittelfristig vor allem steigende Goldkäufe in Asien als treibenden Faktor: In Indien hatten neue regulatorische Vorschriften in 2016 zu einem Einbruch bei der Nachfrage geführt, fürs kommende Jahr rechnen Experten wieder mit einem Anstieg. Indien gilt als einer der wichtigsten Märkte für Goldschmuck, der vor allem bei Hochzeiten traditionell verschenkt wird. „Ein großer Bevölkerungsanteil unter 25 Jahren und rund zehn Millionen Hochzeiten pro Jahr halten die Nachfrage dauerhaft hoch“, sagt Wagner. Auch Thomas Retzlaff von der Hallertauer Vermögensmanagement sieht den Goldpreis jenseits kurzfristiger politischer Effekte mittel- bis langfristig im Aufwind und hat dabei die Angebotsseite im Blick: „Gold erlebt derzeit wie auch andere Rohstoffe eine Trendwende“, sagt Retzlaff. „Aufgrund fehlender Investitionen in neue Goldminen wird der Rohstoff automatisch knapper und die Preise steigen. Zumindest so lange, bis alle wieder investieren und ein neuer Zyklus beginnt.“ Außerdem sieht Retzlaff im weiterhin niedrigen Zinsumfeld grundsätzlich gute Chancen für einen steigenden Goldpreis.

Die beiden Vermögensverwalter investieren nicht direkt in Gold, sondern in Aktien von Gold-Minenbetreibern. Größter Unterschied ist der Hebel: Der Goldpreis hat großen Einfluss auf die Gewinnentwicklung und damit auf den Aktienkurs der Minengesellschaften. Seitdem der Goldkurs im Jahr 2011 in die Knie gegangen ist, standen die Minenbetreiber unter starkem Druck und haben ihre Kosten gesenkt. Wenn der Preis wieder steigt, profitieren die Unternehmen umso mehr, so das Kalkül.


„Mir ist die Streuung wichtig“

PVM-Verwalter Wagner nimmt am jährlichen Depot-Contest des Onlinebrokers DAB BNP Paribas teil, über den das Handelsblatt als Medienpartner berichtet. In seinem Musterdepot hält er einen ETF, der die Kursentwicklung der 14 größten Goldminenbetreiber-Aktien abbildet. „Mir ist die Streuung wichtig“, sagt Wagner. Wichtiges Detail des von ihm gewählten Indizes „Arca Gold Bugs“, den der ETF abbildet: Die dort vertretenen Minenbetreiber haben sich verpflichtet, ihr Gold lediglich in begrenztem Umfang auf Termin zu verkaufen. „Ansonsten droht die Gefahr, dass ein Unternehmen von einer Goldpreissteigerung nicht oder nur wenig profitiert, weil es die Preisentwicklung falsch eingeschätzt hat“, sagt Wagner.

Hallertauer-Verwalter Retzlaff hingegen investiert in seinem Musterdepot in Einzelwerte, vor allem in den kanadischen Minenbetreiber Kinross. „Das Unternehmen kann Gold relativ günstig fördern, da die größten Minen von Kinross einen hohen Goldgehalt haben und nicht so tief liegen“, sagt Retzlaff. „Hier liegt der größte Hebel beim Kauf der Aktie in einem Umfeld von steigenden Goldpreisen.“ Bislang hat sich das Investment ausgezahlt, der Wert liegt seit Jahresbeginn mit rund 20 Prozent im Plus – in Euro, wohlgemerkt. „Wir haben uns für den Wert entschieden, um kein US-Dollar-Währungsrisiko einzugehen“, sagt Retzlaff. „Der kanadische Dollar ist relativ stabil.“

Letzteres spricht auch für den Minenbetreiber Continental Gold Limited, bei dem der Verwalter im Sommer eine etwas kleinere Position aufgebaut hat. Der Wert war im Frühjahr nach Umschichtungen eines großen Goldminen-Fonds unter die Räder gekommen. Bislang liegt die Aktie seit Kauf mit rund 17 Prozent im Minus, doch Retzlaff ist zuversichtlich: „Wenn die fundamentalen Daten wieder gelten, ist der Wert spottbillig. Ich denke, hier wird sich noch einiges tun.“

Wem Goldminenbetreiber-Aktien zu aufregend sind, der kann freilich auch schlicht in Rohstoff-ETCs auf Gold investieren. Friedemann Wagner, Geschäftsführer der PEH Vermögensmanagement aus Stuttgart, hält seit Anfang des Jahres Xetra-Gold in seinem Musterdepot. „Für uns stand das Absicherungsmotiv im Vordergrund“, sagt der Vermögensverwalter. Auch er glaubt, dass es für den Goldkurs aufwärts geht: „Unterschiedliche Faktoren dürften Gold bis Ende des Jahres unterstützen“, sagt Wagner.

Dazu zählen für ihn steigende Inflationserwartungen, die Nordkorea-Krise, die wachsende Verschuldung und drohende Schuldenobergrenze in den USA und auch die zunehmenden Regularien bei Kryptowährungen: Bitcoins und Co haben sich vor allem in China als alternative Anlageklasse zu Gold etabliert. Zuletzt hatte die chinesische Regierung den neuen Cyber-Währungen aber mit neuen Vorschriften etwas Wind aus den Segeln genommen und eine härtete regulatorische Gangart angekündigt.

Ob mit oder ohne Cyber-Konkurrenz: Einen massiven Goldkursrückgang wie im zweiten Halbjahr 2016 halten die Vermögensverwalter für unwahrscheinlich: „Nur ein sehr stark steigender US-Dollar in Verbindung mit stark steigenden Marktzinsen könnten den Trend dieses Mal kippen“, sagt Retzlaff. Und nach einem solchen Szenario sieht es derzeit nicht aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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